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Heat it

Ein Karlsruher Start-up will uns von juckenden Insektenstichen befreien.



Foto: © Heat it


• Der Maschinenbaustudent Lukas Liedtke war Teil einer Bastel-Clique am Karlsruher Institut für Technologie. Zusammen mit den Kommilitonen Stefan Hotz und Armin Meyer tüftelte er an einer Waschmaschine, die Sportklamotten in Minuten waschen und trocken sollte, und baute ein Windrad aus Recycling-Material, mit dem das Trio sogar einen Wettbewerb gewann.

2017 folgte der Studentenwettbewerb Cosima. Ein neues Thema war schnell gefunden: „Eine Freundin erzählte von einem Stift, der mit Hitze Mückenstiche bekämpft. Das Problem: Wenn es passiert, hat man ihn nie dabei“, sagt Liedtke. „Auch fanden wir den Stift zu klobig und wollten das Prinzip verbessern.“

Dass Hitze bei Mückenstichen hilft, ist lange bekannt. Insekten bringen beim Stich wie Betäubungsmittel und Blutverdünner in die Haut ein. Lange glaubte man, dass Hitze die Eiweiß-Moleküle dieser Stoffe zerstört. Mittlerweile nimmt man an, dass die Ausschüttung des körpereigenen Histamins, das für die Schwellung und den Juckreiz sorgt, gemindert wird. „Wichtig ist, den Teufelskreis aus Jucken und Kratzen zu unterbrechen“, sagt Liedtke.

„Wir wollten das Behandlungsprinzip von konzentrierter Wärme, der sogenannten Hyperthermie, mit der Steuerung und Energieversorgung eines Smartphones kombinieren“, sagt Liedtke. Das Team entwarf einen Stecker, gerade zuckerwürfelgroß, der in die Strombuchse des Handys gesteckt wird. Er enthält einen Mikrocontroller, der mit dem Smartphone kommuniziert, und ein Heizelement. Über die App wählt man aus, welches Insekt gestochen hat. Eine Mücke, eine Bremse oder eine Wespe? Ist die gestochene Person ein Kind, also eher schmerzempfindlich, oder ein Erwachsener? Und liegt der Stich an einer sensiblen oder an einer eher unempfindlichen Stelle?

Je nach Eingabe der Daten reguliert die App dann die Hitze und die Dauer der Anwendung. Der Nutzer muss das kleine Kästchen nur auf den Stich drücken. Er verbraucht dabei im Schnitt 0,2 Prozent der Akku-Ladung.

„Technisch ist das Produkt ausgereift“, sagt Liedtke. „Es ist robust, sicher, wasserdicht und kann am Schlüsselbund getragen werden.“ Beraten wird das Team von Marcus Maurer, Forschungsdirektor der Klinik für Dermatologie an der Charité.

Die Tüftler hätten ihre Idee auch verkaufen können. Das Angebot einer Pharmafirma lehnten sie jedoch ab. „Wir hätten die Arbeit gemacht, und die hätten das Patent bekommen“, sagt Liedtke. „Das wollten wir nicht. Lieber gehen wir ins Risiko.“ Im Juli starten sie eine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext, Anfang 2020 soll Heat it auf den Markt kommen.

Übrigens: Den Cosima-Wettbewerb haben sie gewonnen, ebenso wie die darauf folgende International Competition of Innovation in Hongkong. ---

Heat it

Lukas Liedtke, Stefan Hotz, Armin Meyer, Christof Reuter

Gefördert durch das Karlsruher Institut für Technologie und das Exist-Programm

Kontakt: info@heatit.net