Partner von
Partner von

Hausgemachte Verwirrung

Unternehmen machen es sich selbst oft komplizierter als nötig. Das fanden die Handelsexperten Thomas Rudolph und Severin Friedrich Bischof von der Universität St. Gallen heraus. Ihr Rat: bloß nicht zu viel planen!




brand eins: Anfang Juni hat der Lebensmittel-Discounter Aldi Süd in Schanghai eine Filiale eröffnet – die erste in China, weitere sollen folgen. Die Läden, mit denen das Unternehmen vor allem die wohlhabende chinesische Kundschaft erreichen will, sollen ganz anders aussehen als deutsche Filialen und sich auch im Sortiment deutlich unterscheiden. Unter dem Gesichtspunkt der Komplexität: Was handelt Aldi sich mit diesem Schritt ein?

Thomas Rudolph: Das hängt davon ab, wie das Unternehmen diese Expansion managt. Zwei Szenarien sind denkbar: Entweder man versucht, den neuen Markt zentral von Deutschland aus zu erschließen. Da die Spielregeln im chinesischen Lebensmittel-Einzelhandel, die Kundenwünsche, das Aussehen der Läden und die Sortimente völlig anders sind als in Deutschland, dürfte diese Strategie dazu führen, dass die Komplexität des Geschäfts maßgeblich steigt. Das wird dem Aldi-Management bewusst sein.

Daher gehe ich davon aus, dass man eigens eine Organisation aufbaut, die sich relativ losgelöst von der Zentrale um den Aufbau des Geschäfts in China kümmern kann. Es wird ein paar Leitplanken geben, an die sich diese Organisation halten muss. Insbesondere das Aldi-Konzept mit dem Preis als entschei- dendem Einkaufskriterium darf vermutlich nicht verwässert werden. Aber der Komplexitätsgrad erscheint für das Gesamtunternehmen bei dieser Variante durchaus beherrschbar. Das hat Aldi ja in anderen Ländern, etwa in den USA und Australien, schon gezeigt.

Weiterlesen?

Als Digital- oder Kombi-Abonnent können Sie diesen Artikel bereits jetzt online lesen. Loggen Sie sich dafür hier mit Ihren Zugangsdaten ein.

Werden Sie jetzt Digital- oder Kombi-Abonnent oder kaufen Sie die digitale Ausgabe 07/2019 mit dem Schwerpunkt Komplexität, um direkt weiterzulesen.

Ausgabe kaufen (6,99 €)