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In Ägypten verdienen viele so wenig, dass sie sich ein Nebengeschäft suchen. Das ist zwar nicht immer legal, dafür bisweilen recht kreativ.





• In Ägypten gibt es etliches in zweifacher Form, einer offiziellen und einer inoffiziellen: Parkplätze, Preise, Speisekarten (offiziell ohne Bier, inoffiziell mit), Uhrzeiten, zu denen man sich verabredet, bürokratische Vorgänge aller Art. Häufig ist die inoffizielle Version die entscheidende. Das gilt auch für Löhne. Ägyptens Wirtschaftswachstum hält seit Jahren nicht Schritt mit dem Wachstum der Bevölkerung, jeder dritte junge Mensch findet keinen Job. Der Spielraum für Gehaltsverhandlungen ist demnach begrenzt, weshalb viele Ägypter nach kreativen Lösungen suchen, um ihre Löhne aufzustocken.

So übersteigt der irreguläre Lohn oft das Festgehalt – sofern es eines gibt. Ägyptische Kellner etwa leben häufig vom Trinkgeld allein. An Tankstellen und Imbissen soll es gar vorkommen, dass Angestellte den Betreiber bezahlen, um in seiner Einrichtung arbeiten zu dürfen – in der Hoffnung auf Trinkgeld.

Manche Ägypter schaffen sich ihren Service-Job selbst: Halten Autofahrer in Kairos verstopften Gassen nach einem Parkplatz Ausschau, tauchen oft wie aus dem Nichts ein paar Jugendliche auf, die den Suchenden eifrig winkend zu einer Parklücke dirigieren. Anders als manche empörten Touristen strecken die meisten Ägypter einen Schein durchs Autofenster. Sie wissen, wie hart viele Landsleute für das Nötigste kämpfen.

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