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Scanovis GmbH

Fingerabdrücke sicherzustellen ist in Wirklichkeit viel komplizierter als im Krimi. Mit Infrarot wird es deutlich einfacher.





• Wann schlägt einem das Bundeskriminalamt (BKA) schon mal eine Idee vor? Jürgen Marx ist genau das passiert. Der Existenzgründer hatte eine kleine Firma für Messtechnik, als er 2007 über einen alten Schulkameraden Kontakt zum BKA bekam. Dort stellte man sich die Frage, wie man Spuren berührungslos untersuchen und verwerten kann.

Im Fernsehen verpinseln Spurensicherer am Tatort Rußpulver, wo sie Fingerabdrücke vermuten. In der Realität werden etwa 65 Prozent der Spurenträger im Labor untersucht. Je nach Oberfläche kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. So werden Spuren auf einem Handy 30 Minuten mit Sekundenkleber bedampft, um sie sichtbar zu machen. Manche Spuren sind danach für DNA-Tests unbrauchbar.

Daher forscht man weltweit seit mehr als 40 Jahren daran, wie man Spuren ohne Berührung sichtbar machen könnte. Auch beim BKA gab es erste Versuche, bevor die Zusammenarbeit mit Jürgen Marx begann.

Der nahm den Gedanken auf, startete erste Messreihen mit Infrarot und warb Geld beim Bundeswirtschaftsministerium ein. Gemeinsam mit Professor Matthias Rädle vom Center for Mass Spectrometry and Optical Spectroscopy (Cemos) der Hochschule Mannheim erstellte er zwei Studien und den ersten Prototypen. „Am Anfang war ich sehr skeptisch“, sagt Rädle. Doch mit einem Laser im mittelinfraroten Strahlungsbereich funktionierte es. „Das Fett der Fingerabdrücke absorbiert bestimmte Strahlen. So werden sie sichtbar, wie durch eine Farbe.“ Das Gerät könnte nicht nur für die Forensik interessant sein. „Ein Mitarbeiter kam auf die Idee, mit dem Laser auch andere Oberflächen zu scannen. Mit Erfolg. Wir können damit in Gewebeproben nach Anomalien suchen, die der Krebs- oder Alzheimerforschung helfen.“ Auch eine Kontrolle der Hygiene in Krankenhäusern wäre möglich oder der Einsatz in der Industrie. „Momentan haben wir täglich neue Ideen“, sagt Rädle.

Ende des Jahres möchte Marx sein erstes Laborgerät auf den Markt bringen, später soll ein Handscanner für die Arbeit am Tatort folgen. Auch Kontakte zur Polizei in Israel, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden und den USA hat er bereits aufgebaut und erste positive Rückmeldungen vom BKA erhalten. ---

Scanovis GmbH

Gegründet von Jürgen Marx
Preis: etwa 140 000 Euro pro Gerät

Kontakt: info@scanovis.com