Partner von
Partner von

Pydro

Die Hamburger Firma Pydro will mit Turbinen in Wasserleitungen sowohl Energie erzeugen als auch verhindern, dass Millionen Liter versickern.





• Mulundu Sichone begann im Jahr 2009 ein Maschinenbaustudium an der Universität Rostock, beschäftigte sich mit Wasserkraft und Strömungsmechanik. Und lernte, wie viel Energie es kostet, unser Trinkwasser mit Pumpen und Ventilen zu uns zu befördern. Könnte man diese Energie zurückgewinnen?

Dafür suchte er geeignete Technik und wurde im Schiffbau fündig. Sogenannte Ringpropeller wären leicht in Wasserrohren zu installieren. Das Konzept entwickelte er als Projektarbeit weiter.

Seine Sichone-Turbine besteht aus Schaufelblättern, die Wasser hindurchlassen, sich dabei drehen und Strom erzeugen. Die Turbine kann aber auch ganz geschlossen werden. Dann löst sie ein anderes Problem: den permanenten Druck auf Leitungen und Rohre.

Damit das Wasser sofort fließt, wenn wir den Hahn aufdrehen, muss ein konstanter Druck herrschen. Dadurch können feine Risse in den Leitungen entstehen, durch die Wasser oft jahrelang unentdeckt in die Erde sickert. In Deutschland gehen durch solche Haarrisse geschätzte 7 Prozent des Wassers verloren. In England sind es 21 Prozent, im weltweiten Durchschnitt sogar 30 Prozent.

Sichones Turbine soll im geschlossenen Zustand den Druck regulieren und so Schäden vorbeugen. Seit 2014 ist der Erfinder im Austausch mit Wasserwerken in Hamburg und Stuttgart. Ein Armaturenbauer stellt ihm seinen Prüfstand für Tests zur Verfügung, und ein Spezialist für Unterseeboote aus Rostock hilft ihm bei der Fertigung der Turbinen. Das Gründerzentrum der Technischen Universität Hamburg unterstützte ihn bei Förderanträgen. Im März soll nun der zweite Prototyp fertig sein.

Frieder Haakh, technischer Geschäftsführer beim Zweckverband Landeswasserversorgung in Stuttgart, hat lange nach einer solchen Lösung gesucht. „Unsere Fernwasserversorgung zieht sich quer durch Baden-Württemberg. Die Turbine wäre eine Alternative zu teuren Stromanschlüssen für Anlagen weit draußen.“ An manchen Stellen muss der Landesverband sogenannte Druckminderer einsetzen. „Da wird Energie vernichtet. Die sollte man besser nutzen.“ Im Fall eines erfolgreichen Tests sieht er ein hohes Marktpotenzial und würde die Turbine sofort einsetzen.

Der gewonnene Strom soll die Turbine selbst sowie Pumpen, Ventile und Sensoren antreiben. Langfristig kann er aber auch ins Stromnetz fließen oder Ladestationen für Elektroautos füllen. ---


Die Turbine (Mitte) liefert Strom für das Ventil (blau)

Pydro

Eine Erfindung von Mulundu Sichone
Kontakt: ms@pydro.com