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Mikroökonomie

Ein Dachdecker in Deutschland

Martin Felder, 29, ist Dachdeckermeister in Bergisch Gladbach und führt seinen eigenen Betrieb. Er beschäftigt einen Auszubildenden, einen weiteren Meister und eine Honorarkraft auf 450-Euro-Basis. In diesem Jahr will er sein Team vergrößern. Er lebt zusammen mit seiner Partnerin und seiner Tochter.

Read this article in English: A Roofer in Germany





Martin Felder arbeitet etwa 55 Stunden in der Woche. Zieht man vom Umsatz die Kosten für Mitarbeiter, Material, Darlehen und andere Dinge ab, bleibt ihm ein monatliches Einkommen von 3800 Euro. Davon gehen rund 750 Euro an die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung sowie rund 700 Euro an die Rentenversicherung. Außerdem zahlt er rund 600 Euro Einkommensteuer sowie ungefähr 1000 Euro für Fixkosten wie Miete, Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung.

Was bedeutet Ihnen Arbeit?

Mit den eigenen Händen etwas zu erschaffen. Ich bin stolz, wenn ich abends auf mein Tagewerk blicke. Wenn es gut läuft, haben meine Kollegen und ich Tausende Ziegel auf dem Dach eines Neubaus verlegt. Zu einem gelungenen Außeneinsatz gehört auch, den Tag mit den Kollegen ausklingen zu lassen und dabei Kölsch zu trinken.

Was ist das Wichtigste in Ihrem Leben?

Dass man sich auf das Wort eines anderen verlassen kann. Das gilt sowohl für die Arbeit als auch fürs Privatleben.

Welche sind Ihre größten Probleme, und wie gehen Sie damit um?

Es kostet mich viel Zeit und Geld, den Auflagen von Behörden und Ämtern gerecht zu werden. Ich muss Wärmedämmungen einbauen, Brandschutzauflagen erfüllen, bestimmte Schadstoffe professionell entsorgen lassen. Allerdings bin ich halbwegs damit versöhnt, sobald ich mir in Erinnerung rufe, dass dies der Umwelt hilft und für mehr Sicherheit sorgt.

Was tun Sie, wenn Sie sich etwas Besonderes gönnen wollen?

Alle zwei Jahre mache ich mit alten Freunden aus Realschul-Zeiten eine Herrentour nach Mallorca. Vormittags gönnen wir uns einen Schnitzelteller; danach faulenzen wir am Strand. Das Handy bleibt aus.

Was erwarten Sie von der Zukunft, und was tun Sie dafür?

Mein Berufsstand ist in ernster Gefahr. Immer weniger Schulabgänger wollen handwerkliche Berufe erlernen. Um das Interesse fürs Dachdecken zu wecken, halte ich regelmäßig Vorträge an weiterführenden Schulen und biete Praktika an.

Was ist Ihr größter Traum?

Ich würde gern ein Fachwerkhaus bauen, gemeinsam mit befreundeten Handwerkern. Ich habe einen Teil meines Lebens in einem solchen Haus verbracht und mochte die heimelige Atmosphäre. Die möchte ich gern wiederaufleben lassen. Ins Wohnzimmer gehört natürlich ein Kamin. ---

Einwohner: 82 Millionen Einwohner
Währung: Euro (1 Euro = 100 Cent)
BIP pro Kopf (2017): 39 475 Euro
Human Development Index: Platz 4 (von 188 Ländern)

1 Latzarbeitshose: 22 Euro
1 Flasche Kölsch 0,5 l: 1,30 Euro
1 Halve Hahn (Brötchen mit Käse) im Brauhaus: 4,50 Euro
1 Eintritt fürs Schwimmbad: 5,90 Euro
1 Eintrittskarte für die „Lachende Kölnarena“: 45 Euro
1 Stehplatzkarte für ein Heimspiel des 1. FC Köln: 16 Euro