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Wem gehört mein Auto?

Vernetzte Geräte können mit der Zeit dazulernen. Gleichzeitig wird immer unklarer, was der Käufer mit ihnen tun darf. Dagegen formiert sich Widerstand.





• Als ein befreundeter Bauer ihn um Hilfe bei der Reparatur seines Traktors bat, zögerte Kyle Wiens nicht lange. Der Kalifornier ist schließlich Profi: 2003 gründete er mit einem Kommilitonen die Firma iFixit (siehe auch „Das kriegen wir wieder hin“ in brand eins 12 /2013) , die Reparaturanleitungen für nahezu alles anbietet: vom alten Mercedes-Modell bis zum neuesten iPhone. Wiens ist ein Schrauber, ein Tüftler. Doch an dem Traktor seines Freundes Dave verzweifelte selbst er. Die Software des mehr als 100 000 Dollar teuren Traktors der Firma John Deere erlaubte ihm nicht, den defekten Sensor auszutauschen oder zu überbrücken.

Dabei kennt sich der gelernte Programmierer mit Software ebenso gut aus wie mit Lötkolben oder Flachzange. Doch John Deere möchte nicht, dass Bauern ihre Traktoren selbst reparieren – oder unabhängige Werkstätten damit beauftragen. Deshalb schützt die Firma ihre landwirtschaftlichen Maschinen mit Passwörtern und Software, die nur autorisierten Händlern Reparaturen oder Veränderungen erlaubt. Wenn ein Bauer das Produkt, das er gekauft hat, reparieren will, macht er sich unter Umständen sogar strafbar. Denn die Traktor-Software ist urheberrechtlich geschützt, das Passwort zu knacken würde bedeuten, dieses Urheberrecht zu verletzen. „Daves Traktor bleibt uns verschlossen“, lautet Wiens Fazit, als er im Magazin »Wired« von seinen gescheiterten Reparaturversuchen berichtet.

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