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Nie wieder Schlange stehen

Wochenlang auf einen Termin für den neuen Ausweis warten? Kennt man in Kopenhagen nicht mehr. Denn nun erledigen die Bürger fast alles selbst.




• Ein Dienstagvormittag im Mai, Hauptverkehrszeit für Besucher im „Borgerservice“ in der Nyropsgade, Dänemarks größtem Bürgeramt. Es gibt nur wenige Sitzplätze. Nicht etwa, weil so viele belegt wären: Sie sind schlicht nicht notwendig, kaum jemand muss hier länger sitzen. Wer einen Termin hat, kommt im Schnitt zwei Minuten vor der vereinbarten Zeit dran. Wer ohne Termin kommt, kann am Eingang einen buchen – der nächste freie an diesem Vormittag ist in einer Stunde. Möglich wäre auch ein beliebiger Zeitpunkt in der Zukunft. Aber die meisten legen ihre Termine ohnehin vom heimischen Rechner aus fest.

Noch vor wenigen Jahren hätte sich um dieselbe Zeit eine Schlange von Wartenden ums Gebäude gezogen. „Heute setzen wir auf moderne Technik, um die Bürger dort abzuholen, wo sie schon sind“, sagt Niko Grünfeld, Kopenhagens Bürger- meister für Kultur und Freizeit und damit verantwortlich für den Bürgerservice der 600 000-Einwohner-Stadt.

Früher empfingen sechs Mitarbeiter des Amtes die Bürger, von denen sie viele wieder nach Hause schicken mussten, weil notwendige Unterlagen fehlten. Heute erwarten und verteilen drei Computer mit Touchscreen die Besucher. Und zwar schneller und präziser, als die Mitarbeiter das früher konnten. An einer Säule im Eingang steht: „Selvbetjening“ – Selbstbedienung.

Mit dem Personal des Bürgeramtes sprechen die Besucher nur noch selten. Wer etwa einen neuen Reisepass braucht, wird zu einem der Automaten gelotst und erledigt dort fast alles selbst: die Eingabe der Daten, das Aufnehmen des Fotos oder den Scan des Fingerabdrucks. Erst ganz am Ende prüft ein Mitarbeiter die Identität des Antragstellers.

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