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Die Ökonomie der Elemente

Barium (Ba)

Was im Periodensystem an Wirtschaft steckt.





Die besondere Eigenschaft

Das weiche, silbrig-weiß glänzende Metall besitzt eine hohe Dichte, bildet wasserunlösliche Salze, ist leicht entzündlich. Gelöste Bariumverbindungen sind hochgiftig und sehr reaktiv. Als besonders interessant gilt die große Kapazität des Elements, Röntgen- oder Gammastrahlen zu absorbieren.

Wer braucht es?

Die Erdöl- und Erdgasindustrie pumpt mit Bariumsulfat versetztes Wasser in Bohrlöcher, um Explosionen durch unkontrolliert aufsteigendes Öl oder Gas zu vermeiden. Mediziner verwenden Bariumsulfat als Kontrastmittel für Röntgenaufnahmen des Magen-Darm-Traktes. Außerdem kommt Barium in der Herstellung von Farben, Ziegelsteinen, Keramik, Kunststoffen und Bleikristall zum Einsatz. In Computer- und Fernsehbildschirmen verhindert es, dass Strahlung austritt. Auch Kernreaktoren werden deshalb mit Barium ummantelt.

Seit Kurzem ist das Metall in Legierungen für Bremsscheiben und -kupplungen zu finden, schon länger in Zündkerzen und Kugellagern. Benötigt wird es auch für Elektromagneten in Gleichstrommotoren von Autos oder Waschmaschinen. Smartphones besitzen Vielschicht-Kondensatoren aus Barium-Titan. In der Pyrotechnik erzeugt das Element das grüne Leuchten am Himmel. Auch Neonröhren leuchten dank Barium: Es bindet Gasmoleküle, um das Vakuum in den Röhren aufrechtzuerhalten.

Weitere Bariumverbindungen finden sich in Korrosionshemmern, Katalysatoren von Pkw, Flammschutzmitteln, Bakteriziden, Fungiziden, Anwendungen der Laser-, Nano- und Mikroelektroniktechnologie, in Schmucksteinen, Wasserenthärtern und in Trocknungsmitteln.

Wo findet man es?

Barium wird aus Baryt (Bariumsulfat) und Witherit (Bariumcarbonat) gewonnen. Große Lagerstätten befinden sich in China, Indien und Marokko. Auch in den USA, Irland, Mexiko, Peru, Kanada oder Italien wird es abgebaut.

Wer verkauft es?

Jianghua und die XiMi-Chemical Group aus China; in Marokko ist Broychim S.A.R.L. der wichtigste Förderer des Ausgangsminerals Baryt. Chaitanya Chemicals und Divjyot Chemicals sind große Anbieter von Bariumverbindungen aus Indien. Solvay aus Belgien zählt zu den Marktführern für hochreines Bariumcarbonat. Die Firma produziert es an ihrem deutschen Standort in Bad Hönningen. Amercian Elements ist einer der vielseitigsten Barium-Anbieter: Er hat fast alle bariumhaltigen Verbindungen im Sortiment.

Der Weltmarkt …

… wird zu fast 50 Prozent von China dominiert. Mit Marokko und Indien entfallen fast zwei Drittel des Weltmarkts auf dieses Trio. Größter Aufsteiger ist Marokko. Vom elementaren Barium werden weltweit nur wenige Tonnen gehandelt, bei Bariumverbindungen ist es eine hohe einstellige Millionenzahl. In den vergangenen Jahren stieg die Nachfrage stark an.

Der Preis …

… schwankt mit der Ölförderung. Je mehr Öl und Erdgas zutage geholt wird, desto höher ist der Preis für Barium. Eine Tonne Bariumcarbonat kostet, abhängig von Reinheitsgrad und Nachfrage, zwischen 500 und 2000 US-Dollar. Zehn Gramm hochreines Barium wurden im Mai als Pellets in der Flasche für circa 82 Euro angeboten. Gehandelt wird das Metall auch als Pulver oder Lösung.

Wie geht es weiter?

Derzeit steigt die Nachfrage. China will seine Gasförderung bis zum Jahr 2020 ausbauen, der größte Produzent dürfte dann auch zum wichtigsten Verbraucher werden. Die chinesische Gasindustrie könnte Schätzungen zufolge künftig mehr als drei Millionen Tonnen Bariumcarbonat benötigen. Das entspricht den aktuellen Exporten in die USA und nach Kanada. Dort ist Barium ein strategisch bedeutsamer Rohstoff. Deswegen wollen kanadische Unternehmen neue Minen in Betrieb nehmen. Bald könnte Barium zudem für die Herstellung sogenannte Ferrit-Magnete verwendet werden, die in der Elektrotechnik eingesetzt werden. ---

Ordnungszahl im Periodensystem: 56
Elementsymbol; Feststoff: Ba
Relative Atommasse: 137,33

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