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Die gläserne Klinik

Künstliche Intelligenz und Big Data verändern auch das Gesundheitswesen. Das Universitätsspital Basel will bis zum Jahr 2025 ein vernetztes Krankenhaus sein. So könnte es dann dort zugehen:




01 Sie haben einen Termin Es gibt keine Rezeption. Ins Krankenhaus einbestellte Patienten erhalten Termine als SMS auf das Smartphone. Die App USB Map regelt alles. Sie informiert den Patienten, welche Daten er mitbringen muss und ab wann er für bestimmte Diagnostiken vorher nichts mehr essen oder trinken darf. Von zu Hause lotst die App den Patienten ins Krankenhaus und führt ihn bis zum Wartezimmer.

02 Die elektronische Krankenakte Die Patienten verwalten ihre Krankenakten selbst. Dafür existieren cloud-basierte Angebote, die Befunde, Bilder und Briefe sammeln. Vor dem Arztbesuch gewährt man dem Mediziner den Zugriff auf alle oder nur bestimmte Daten.

03 Telemonitoring Mit dem Smartphone, aber auch mit funktionellen Textilien lassen sich regelmäßig Werte wie Sauerstoffsättigung, Puls oder Blutdruck messen. Die Informationen werden von Programmen nach bestimmten Kriterien ausgewertet, etwa der genetischen Prädisposition, Vorerkrankungen, aktuellen Bewegungs- und Vitalwerten sowie eingenommenen Medikamenten. Erkennen sie Abweichungen, die auf Risiken hinweisen, wird der Patient automatisch in das Hospital bestellt.

04 Telemedizin Der leitende Arzt führt auch telemedizinische Patientengespräche. Danach diktiert er Briefe und Befunde. Eine Software erstellt daraus direkt die Dokumente und versendet sie automatisch.

05 Screens Überall im Klinikum sind Bildschirme angebracht, die es Ärzten erlauben, Befunde und Bilder mit Patientendaten großzügig darzustellen und mit Kollegen zu diskutieren.

06 Diagnose durch Algorithmen Diese App führt eine Erstanamnese bei Patienten durch, sie fragt also dessen Befinden ab. Die Algorithmen werten die Antworten aus und erkennen beispielsweise, dass neun von zehn Patienten, die ähnlich geantwortet haben, eine bestimmte Herzkrankheit hatten. Die App wird derzeit in Tansania eingesetzt, dort fehlt es gerade im ländlichen Raum an Ärzten. Über ein Smartphone aber verfügen viele Menschen. Das kann eine erste wichtige Hilfe sein, weil es den Menschen hilft zu erkennen, ob es etwas Ernstes sein könnte und der lange Weg zum Krankenhaus angeraten ist.

07 Die Krankenhaus-App Ähnlich wie beim Onlinebanking loggen sich Patienten und Ärzte in die Klinik-App ein. Hier können Patienten und Ärzte kommunizieren oder den Termin für das Abschlussgespräch eintragen. Sämtliche Prozesse des Hauses, von der Essensbestellung bis zur Physiotherapie, lassen sich mit der App aufrufen und steuern.

08 Klinik-Server Hier entstehen gewaltige Datenbanken. Laborwerte, Ergebnisse von Fitnesstrackern, Patientenhistorie, neueste Studien – das alles werten Algorithmen aus.

Virtual Reality Aus MRT-Aufnahmen entstehen innerhalb weniger Minuten dreidimensionale Abbildungen von Knochen oder vom Blutkreislauf. Mediziner tauchen in Schädel ein, drehen Knochen, verschieben Gewebe, bereiten Eingriffe in der virtuellen Realität vor. Auch Patienten können in den virtuellen Raum mitgenommen werden. Ihnen wird die Verletzung, die Krankheit oder die anstehende OP so sehr plastisch gezeigt. Geplant ist bereits der Einsatz in der Notfallambulanz und für Lehrvorführungen.

09 Patientenzimmer Die OP-Schmerzen vergessen durch ein paar Stunden unter einem blauen Himmel, im Wald, am Meer oder auf einem Berggipfel – das soll es in Basel geben. Mit Krankenzimmern, die Projektionen von virtuellen Welten ermöglichen. Studien belegen, dass eine schöne Umgebung den Heilungsprozess verbessert.

10 Datenraum Die Krankenzimmer der Zukunft werden ähnlich viele Monitore haben wie heute die Intensivstationen. Atmung und weitere Vital- funktionen werden in Echtzeit gemessen. Die Daten werden automatisch auf den Krankenhaus-Server übertragen, wo sie mit Tausenden anderer Daten, etwa der genetischen Disposition, Laborwerten, Patientengeschichte zusammengebracht und von Algorithmen ausgewertet werden.

11 Videozuschaltung Der Patient kann sich per Video ins Schwestern- zimmer schalten, kann dort nach einer Blumenvase, einem Schmerzmittel oder einem Kaffee fragen.

12 Erst scannen, dann behandeln Bevor Medikamente vergeben werden, scannt man das Armband des Patienten und das Medikament ein, im Hintergrund wird automatisch geprüft, ob beides zusammenpasst. Von klinisch sichtbaren Befunden wie Wunden werden Fotos in das System gestellt, der Arzt muss diese nicht mehr den Kollegen beschreiben, jeder sieht sie sich an. Das System umfasst auch einen Patienten-Spickzettel: Auf dem kann sich der Erkrankte über den Tag Fragen notieren, die er dem Arzt bei der Visite gern stellen würde.

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