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WeWork

WeWork ist mit Büroarbeitsplätzen für digitale Nomaden groß geworden. Nun bietet der milliardenschwere Konzern auch eine neue Form des Zusammenwohnens an. Ein Hausbesuch in Manhattan.




• Es ist fast Abend, und Jordan DeCicco hat mal wieder den ganzen Tag das Haus nicht verlassen. „Ich habe hier alles, was ich brauche.“ Er blickt von oben auf den East River und auf Brooklyn auf der anderen Seite des Flusses. Das Haus ist eines von vielen Hochhäusern im Bankenviertel von Manhattan. 110 Wall Street lautet die Adresse, die Börse ist keine 500 Meter entfernt. DeCicco wohnt im elften Stock. Arbeitet im zweiten Stock. Treibt Sport im achten Stock. Und trifft seine Freunde, die auch im Haus wohnen, im zehnten Stock.

Er ist 22. Als 19-Jähriger hat er eine Firma gegründet, die ein Bio-Kaffee-Getränk für Leistungssportler produziert. Er war damals Student, nahm sich ein Freisemester, um das Geschäft in Gang zu bringen, zusammen mit seinen beiden Brüdern. Vor einem halben Jahr sind sie alle drei nach New York gezogen. „Das ist der richtige Ort, um aus einem coolen Produkt eine nationale Marke zu machen“, sagt DeCicco.

Solche Sätze hört man oft in diesem Haus. Es wimmelt von Gründern, die vom großen Business in Manhattan träumen. Das Haus wird von WeWork betrieben, einem Unternehmen, das seit 2010 eine neue Art zu arbeiten und nun auch zu wohnen verkauft.
Zunächst hat es das Geschäft mit der Vermietung von Co-Working-Flächen aufgezogen und ist damit so erfolgreich, dass es inzwischen mit 20 Milliarden Dollar bewertet wird. Das bedeutet Platz vier im Ranking der US-Start-ups, gleich hinter Uber, Airbnb und Space X. Seit Frühjahr 2016 ist WeWork mit seiner Sparte WeLive auch auf dem Wohnungsmarkt aktiv.

Das Geschäftsmodell ist einfach: Das Unternehmen mietet Gebäude an und vermietet jeden Quadratmeter zu einem höheren Preis unter. WeLive soll aber mehr sein als schnöde Immobilienentwicklung. Denn man schaffe, so die Selbstdarstellung, „einen Ort, den man als Individuum betritt, an dem jedoch das Ich Teil eines größeren Wir wird“. Welche Art Gemeinschaft da entsteht, lässt sich 20 Monate nach seiner Eröffnung in dem Haus an der Wall Street beobachten.

Das Haus

Die Aufzüge links führen zu den Co-Working-Büros vom zweiten bis zum sechsten Stockwerk, die rechts zu den 200 Apartments zwischen dem siebten und 27. Stockwerk. Auf den Fluren im Wohnbereich stehen plüschige Sessel, Bücherregale und Stehlampen, das Licht ist gedimmt, es gibt Lounge-Musik. Das Ambiente erinnert an ein Boutique-Hotel, wären da nicht Gemeinschaftsküchen auf jedem dritten Stock, und säßen darin nicht lauter junge Leute mit Kopfhörern und Laptops.

Co-Living sei die moderne Variante einer alten Idee, sagt Matthew Lasner, Professor für Stadtplanung am Hunter College in New York City. Im 19. Jahrhundert gab es in Amerika sogenannte Boarding-Houses, oft geführt von einer Hausherrin, die auch für die Verköstigung sorgte und aufpasste, dass ihre Untermieter, meist junge, ledige Frauen, am Abend nicht zu spät nach Hause kamen. In den Zwanziger- und Dreißigerjahren kamen billigere Residenz-Hotels auf, die den Bewohnern mehr Freiheit versprachen. „Co-Living“, so Lasner, „ist ein Update dieses Angebots, das damals wie heute möblierte Zimmer und ein gewisses Maß an sozialer Nähe beinhaltete.“

Jordan DeCicco teilt sich mit seinen Brüdern ein Drei-Zimmer-Apartment. Dort müssen sie sich um nichts kümmern; sie bekommen Bettwäsche, Handtücher und sogar Zahnbürsten. Es wird sauber gemacht und dafür gesorgt, dass das Toilettenpapier nie ausgeht. „Wie im Studentenwohnheim, nur viel luxuriöser“, sagt DeCicco, der sich seit 2017 Peter-Thiel-Fellow nennen darf. Er bekommt über zwei Jahre verteilt 100 000 Dollar und Kontakte zu Investoren. Bedingung war, dass er sein Studium abbricht, denn dem libertären Milliardär Thiel zufolge sollten junge Leute lieber selbst aktiv werden, statt in Seminaren zu sitzen. DeCicco vermisst das Campusleben und ist froh, dass er in dem Haus an der Wall Street Gesellschaft hat. „Man ist immer von Leuten umgeben.“

Normalerweise muss, wer in New York eine Wohnung mietet, einen Vertrag über mindestens ein Jahr unterschreiben. „Der gewöhnliche Immobilienmarkt ist nichts für Leute wie mich“, sagt Jeremy Schrage, 45. Ihm sei wichtig, dass er monatlich kündigen kann. „Wer weiß, ob es mich in vier Wochen nicht in eine ganz andere Gegend verschlägt.“

Er gehört zu den Bewohnern der ersten Stunde, lebt seit anderthalb Jahren im 13. Stock in einem sogenannten Studio Plus. Plus bedeutet, dass es in dem 30 Quadratmeter großen Ein-Zimmer-Apartment noch ein Extrabett gibt, das in der Wand verschwindet, wenn man es nicht braucht. Schrage zahlt rund 3000 Dollar im Monat. Der Quadratmeterpreis ist höher als in den umliegenden Gebäuden, doch weil das Studio so klein ist, kostet es nicht mehr als die in der Nachbarschaft.

Er hat sich in seinen Sitzsack fallen lassen, das einzige Möbelstück, das er selbst besitzt. Vor ihm steht ein kleiner Tisch und darauf zwei schwarze Tassen mit der Aufschrift „Better live together“. Schrage kommt aus Kalifornien und hatte irgendwann das Gefühl, da weg zu müssen. „Die meisten Leute in meinem Alter haben eine eigene Familie. Die jüngeren betrinken sich und hängen am Strand ab.“ Er selbst habe sehr viel Zeit in sein Business, eine Taxi-App, investiert. 2013 hat er die Firma verkauft und ebenso alle Möbel, die er besaß, und ist nach New York gezogen. „Eine aufregende Stadt, in der man sich aber auch verdammt einsam fühlen kann.“

Außer Kickboxen und Tanzen hat Schrage alles schon mal mitgemacht, was das Haus den Bewohnern ohne Zusatzkosten anbietet. Er war beim Yoga und beim Work-out, geht fast immer zum 14-täglich stattfindenden Gemeinschafts-Dinner und lässt so wie gut wie keine Happy Hour aus: Montags bis donnerstags gibt es zwischen 18 und 20 Uhr an der Bar im zehnten Stock Bier, Wein und Snacks. Fühlt er sich hier zu Hause? „Ich reise viel, und wenn ich zurückkomme, freue ich mich auf meine kleine Bude“, sagt Schrage. „Aber ich hätte gern Familie. Alle meine Freunde, die Kinder haben, sagen, das sei das Schönste überhaupt. Solange ich keine Frau habe, gibt es für mich keinen Grund auszuziehen.“

Das moderne Co-Living geht auf die Hacker Houses in San Francisco zurück: Junge Programmierer statteten Stadtvillen mit Etagenbetten zu Start-up-Zentren aus. 2014 versuchte der damals 23-jährige Tom Currier, daraus ein Geschäft zu machen. Er gründete die Firma Campus, mietete mehrere Häuser an und verkaufte Mitgliedschaften. Wer beitrat, konnte zwischen den zuletzt 34 Wohngemeinschaften von 8 bis 20 Leuten rotieren. Das Konzept ging jedoch nicht auf, und Campus war pleite.

Inzwischen gab es weitere Anbieter, in New York trieb Pure House den Community-Gedanken in fast schon esoterischer Manier auf die Spitze, man traf sich zu „Gruppensex“ genannten Plauderrunden und bezeichnete sich „als eine neue Generation von Aktivisten, getrieben von der brennenden Leidenschaft, mehr Schönheit in die Welt zu bringen und dabei jeden Moment zu genießen“. Andere Anbieter bemühen sich darum, Co-Living für eine größere Gruppe von Leuten bezahlbar zu machen.

Der Trend hat auch Europa erreicht, in London betreibt das Start-up The Collective Old Oak seit Mai 2016 im Westen der Stadt ein riesiges Gebäude. In Deutschland hat Medici Living ein Modellprojekt in Berlin gestartet, und Rent 24 plant Ähnliches in Hamburg.

Vermutlich werden sie irgendwann Konkurrenz bekommen durch WeLive, auch wenn die Wohnungs-Sparte der Firma dem ursprünglichen Wachstumsplan weit hinterherhinkt. Neben dem Haus in Manhattan gibt es ein ähnliches unweit von Washington, D. C.; das dritte mit 384 Apartments soll 2020 in Seattle eröffnen. „Es ist nicht leicht, Partner aus der Immobilienwirtschaft mit den passenden Gebäuden zu finden“, sagt Spartenchef James Woods, „aber wir halten aggressiv Ausschau.“

Langfristig soll das Wohnkonzept weltweit umgesetzt werden. Es wäre nicht das erste Mal, dass WeWork einen Markt als Nachzügler aufrollt.

Im Co.-Workings-Space hocken die Leute in engen Kabinen
Die Lobby von WeWork ist großzügiger.

Der Sitzsack ist das einzige Möbel, das ihm gehört: Jeremy Schrage

Die Firma

Das Gründungsduo Adam Neumann, 38, und Miguel McKelvey, 43, begann im Jahr 2008, Co-Working-Flächen zu vermieten, als das ein längst bekanntes Geschäftsmodell war. Neumann hatte sich zuvor mit einer Marke für Babykleidung in einer ehemaligen Fabrik in Brooklyn selbstständig gemacht. McKelvey, ein Architekt, hatte seinen Arbeitsplatz im selben Gebäude. Große Teile davon standen leer. Neumann und McKelvey überzeugten den Besitzer von einem gemeinsamen Geschäft: Green Desk.

Die Kunden konnten in dem Gebäude monatsweise einen Schreibtisch oder ein Büro mieten und Gemeinschaftseinrichtungen wie Küche, Konferenzräume, Internet und Kopierer mitnutzen. Möbel aus Recyclingmaterialien und fair gehandelter Kaffee sollten der Zielgruppe ein gutes Gefühl vermitteln. „Das Konzept schlug voll ein“, erzählt McKelvey in der Firmenzentrale im New Yorker Stadtteil Chelsea, „trotzdem haben Adam und ich dem Hausbesitzer nach zwei Jahren unsere Anteile verkauft. Wir wollten unsere eigene Marke aufbauen.“

Die drei Millionen Dollar, die der Verkauf einbrachte, investierten die beiden in ihr erstes eigenes Projekt in einer Büroetage im Stadtteil SoHo. Sie legten den Akzent nun nicht mehr auf ein Öko-Ambiente, sondern darauf, die Mieter untereinander in Kontakt zu bringen. „Wir haben damals einen Wandel gespürt“, sagt McKelvey. „Es gab einen Trend zu Entrepreneurship, es gab eine Generation, die nicht mehr zwischen Arbeit und Freizeit unterschied. Und es gab eine große Sehnsucht nach Zugehörigkeit.“ Diese wolle man befriedigen, „mit Gebäuden, die darauf abzielen, Leute zu connecten“. Co-Working sei von Anfang an nur ein Element eines ganzheitlichen Ansatzes gewesen, der Arbeit, Wohnen, Bildung, Sport, ja das ganze Leben umfassen sollte, sagt McKelvey.

Zehn Jahre nach der Gründung hat WeWork rund 200 Filialen in 58 Städten weltweit. Die rund 3000 Mitarbeiter managen mehr als eine Million Quadratmeter für 150 000 Mitglieder, die monatlich zwischen 220 Dollar für einen Schreibplatz und 22 000 Dollar für ein 50-Personen-Büro bezahlen. Laut dem US-Magazin »Forbes« belief sich der Umsatz im Jahr 2017 auf 1,3 Milliarden Dollar. Jüngst hat WeWork dem in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Warenhaus-Konzern HBC für 850 Millionen Dollar die Filiale Lord & Taylor an der Fifth Avenue abgekauft, um dort die Verkaufsfläche drastisch zu reduzieren und unter anderem seine Firmenzentrale einzurichten. Auch Flächen des ebenfalls zu HBC gehörenden Kaufhof werden umgewidmet, unter anderem in Frankfurt am Main.

WeWork vermietet nicht nur Büros und Wohnungen, sondern hat in New York City auch ein luxuriöses Fitnesscenter eröffnet, eine Programmierschule gekauft, eine private Grundschule gegründet und jüngst mit Meetup den Anbieter einer Plattform übernommen, auf der sich Menschen mit gleichen Interessen verabreden können, zum Spanischlernen etwa oder zum Gassigehen mit ihren Hunden. Möglich macht diese Expansion Kapital in Höhe von 4,4 Milliarden Dollar, das der japanische Investor Softbank im Sommer 2017 beisteuerte. Zuvor schon hatten Benchmark, Fidelity, Goldman Sachs und JP Morgan 1,5 Milliarden Dollar investiert – offenbar mit der Überzeugung, dass das, was die Firma schaffen kann, weit über das übliche Immobiliengeschäft hinausgeht.

„Anders als die meisten Co-Working-Anbieter hatten wir von Anfang an nicht nur Tech-Start-ups im Haus, sondern die unterschiedlichsten Leute, Schlipsträger genauso wie Hipster, die Yogalehrerin genauso wie den Anwalt“, sagt McKelvey. Entscheidend dafür sei, dass Ambiente und Atmosphäre viele Leute ansprächen.

Schon in ihrer ersten Niederlassung boten die Gründer Freibier, wöchentliche Veranstaltungen und ein Webforum zum Austausch von Dienstleistungen an. Heute ist das alles verfeinert, es gibt eine App, die die weltweit verstreuten Mitglieder vernetzt, und sogenannte Community Manager, die dafür sorgen, dass sich die Mieter gegenseitig kennenlernen.

„Wir sind auf diese Weise zu unseren beiden wichtigsten Kunden gekommen“, sagt Mike Nguyen. Der 50-Jährige ist Mitgründer eines Produktdesign-Unternehmens, das mit zehn Mitarbeitern an der Wall Street untergebracht ist. „Hier haben wir alles auf Abruf. Wir können einen Konferenzraum mit Hightech-Ausstattung buchen, wenn wir ihn brauchen, zusätzliche Schreibtischplätze mieten, wenn wir neue Leute einstellen, oder auch von einem Monat auf den anderen unsere Bürofläche verkleinern, sollten wir mal schrumpfen.“

Damit das alles reibungslos funktioniert, sammelt WeWork seit Jahren Daten. Man weiß mittlerweile, wie viele Sitzungsräume welcher Größe vorhanden sein müssen, um Engpässe zu vermeiden. Und hilft den Mietern, die eigene Fläche möglichst effizient zu nutzen. Das ist ein Grund, warum auch Konzerne zu den Kunden gehören, sie lagern einzelne Abteilungen in ein WeWork-Haus aus oder setzen die Firma als Betreiber einer ihrer Niederlassungen ein. Für IBM etwa managt das Start-up ein Gebäude in Greenwich Village.


Bekommt als Animateur Mietrabatt: August Urbish

 Die Zukunft

Ebenso akribisch wie an ihrem Konzept für Büros arbeiten Neumann und McKelvey an dem fürs Wohnen. Eine Kernidee ist, Orte, die jeder aufsuchen muss, so zu gestalten, dass sie zwischenmenschlichen Kontakt fördern. Das erklärt, warum im Haus an der Wall Street im Gemeinschaftsraum mit den Waschmaschinen auch eine Tischtennisplatte, ein Billardtisch und Videospiele stehen. Und wieso man die Kellerbar betreten muss, um im Briefkasten nach Post zu schauen.

Bildschirme in den Aufzügen erinnern permanent ans wöchentliche Freizeitprogramm; in den Fluren hängen gerahmte Plakate mit dem Slogan „Better together“. Es gibt sogar sogenannte Botschafter, smarte Typen wie August Urbish, die im Haus zu einer reduzierten Miete wohnen dürfen, weil sie ihre Mitbewohner dazu animieren, gemeinsam etwas zu unternehmen. „Ich schlage via App schon mal vor, zusammen essen zu gehen“, sagt er.

Erzeugt man so Gemeinschaft? Co-Living sei etwas ganz anderes als die Kommunen aus den Sechziger- und Siebzigerjahren, die heute wieder in Mode kommen, sagt der Stadtplaner Matthew Lasner. Es handle sich nicht um Gemeinschaften, die selbstbestimmt ein anderes Leben erproben, sondern um Community in dem abstrakten Sinne, den man aus der Sharing Economy kennt: „als Lifestyle und als ökonomisch getriebenes Netzwerk“.

Dieses gemanagte Miteinander gefällt nicht jedem. „Dir wird alles leicht gemacht“, sagt Mike Nguyen, der mehr als ein Jahr lang mit seiner Frau im 25. Stock wohnte. „Ich habe dort viel Spaß gehabt“, sagt er, „aber irgendwann hatte ich das Gefühl, ich muss da raus.“ Vielleicht liege es an seinem fortgeschrittenen Alter, jedenfalls habe ihn nach einer Weile die Corporate-mäßige Umgebung gestört. Alles sei ihm unnatürlich vorgekommen, die Möbel, die nicht seine waren, und die Mitbewohner, die er sich nicht ausgesucht hatte. „Dann kam der Moment, als ich im Aufzug mal wieder auf den Bildschirm mit dem Wochenprogramm schaute und mir bewusst wurde, dass jemand anderes mein Leben organisiert.“

Der Stadtplaner Lasner ist der Überzeugung, dass Co-Living noch stark an Bedeutung gewinnen wird, weil immer mehr Menschen in Städte ziehen, in denen sie keine sozialen Bindungen haben – „wobei sich das Angebot vermutlich ausdifferenziert“.

Letzteres lässt sich bereits beobachten. Das seit 2015 bestehende Unternehmen Common wirbt zwar ganz ähnlich wie WeWork mit den Begriffen Gemeinschaft und Flexibilität. Doch statt auf zentral gelegene Hochhäuser zum Arbeiten und Wohnen setzt der 30-jährige Gründer Brad Hargreaves auf drei- bis vierstöckige Häuser in etwas abseits gelegenen Wohnvierteln. Mehr als ein Dutzend betreibt er inzwischen, in New York, San Francisco, Washington und Chicago. Für die Expansion hat er rund 26 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt.

Hargreaves versteht Co-Living als „eine Antwort auf die miese Wohnungslage“ und will bezahlbare Alternativen schaffen. Die Bewohner, die auch er Mitglieder nennt, bilden kleine Gemeinschaften und zahlen im Durchschnitt 1800 Dollar Miete monatlich.

Sein Konzept hat er jüngst verändert. Die Bewohner können nicht mehr monatlich kündigen, sondern müssen sich auf drei Monate festlegen. So soll die Fluktuation reduziert werden. Zudem hat er die schicke Möblierung stark reduziert. Und die von Common organisierten Veranstaltungen weitgehend abgeschafft.

Er habe gemerkt, sagt Hargreaves, dass die Bewohner mehr selbst in die Hand nehmen wollen. „Sie wollen sich in ihren Wohnungen zu Hause fühlen.“ ---