Partner von
Partner von
Ökonomie der Elemente

Lithium (Li)

Was im Periodensystem an Wirtschaft steckt





Die besondere Eigenschaft

Das silberweiße Leichtmetall hat bei Raumtemperatur die geringste Dichte aller festen Elemente. Es schwimmt auf Paraffinöl und lässt sich mit einem Messer schneiden. Es ist das härteste Alkalimetall und leitet sehr gut Strom und Wärme.

Wer braucht es?

Zum Beispiel Menschen mit Kopfschmerzen – die Pharmaindustrie nutzt Lithiumsalze für entsprechende Medikamente, ebenso gegen Manien oder Depressionen. Als Spurenelement in den meisten Mineralwässern ist es kaum bekannt, aber in aller Munde. Die bekannteste und wichtigste Verwendung sind Lithium-Ionen-Akkus – in einem Smartphone-Akku stecken knapp drei Gramm Lithium, in einem Elektroauto-Akku rund 40 Kilogramm.

Wo findet man es?

Aufgrund der hohen Reaktivität nur gebunden in Mineralien und in Solen – die größten Vorkommen existieren in den USA, China und dem sogenannten Lithium-Dreieck Bolivien, Chile und Argentinien. Insgesamt werden die weltweiten Ressourcen auf mehr als 40 Millionen Tonnen geschätzt. Die ergiebigsten Quellen sind Salzseen, etwa in der Atacama-Wüste in Chile. Aus Gestein lässt sich das Metall nur schwer herauslösen. Mineralische Lagerstätten befinden sich in Australien, China und Mosambik. Europas größte Vorkommen lagern im Erzgebirge.

Wer verkauft es?

90 Prozent der Lithium-Produktion weltweit entfallen auf nur vier Firmen: Albemarle und FMC aus den USA, Sociedad Química y Minera aus Chile und Tianqi Lithium aus China. Ein weiterer wichtiger Produzent ist Talison Lithium (Australien).

Der Weltmarkt

Aktuell werden jährlich mehr als 32 000 Tonnen reines Lithium gewonnen. Mehr als 85 Prozent davon entfallen auf Chile, Australien und Argentinien. Der größte Abnehmer ist China. Das Alkalimetall wird auf dem Weltmarkt hauptsächlich als Lithiumkarbonat in unterschiedlichen Reinheitsgraden gehandelt. Von dieser Verbindung werden pro Jahr mehr als 180 000 Tonnen produziert.

Der Preis

Seit 2015 hat sich der Preis für Lithiumkarbonat auf mehr als 13 300 US-Dollar verdoppelt. Für reines Lithium stieg er im selben Zeitraum von 6500 auf mehr als 9000 US-Dollar pro Tonne. Der Rohstoff wird nicht an der Börse gehandelt, Fördergesellschaften und die weiterverarbeitende Industrie bestimmen den Preis.

Wie geht es weiter?

Die Nachfrage nach reinem Lithium könnte Analystenschätzungen zufolge bis 2019 jährlich um bis zu neun Prozent auf dann fast 50 000 Tonnen, das Umsatzvolumen auf 1,7 Milliarden US-Dollar wachsen. Gründe sind neue Speichersysteme in der Energiebranche und die Elektromobilität. So errichtet Tesla mit seinem Partner Panasonic in der Wüste von Nevada zurzeit eine gigantische Fabrik, um dort ab 2018 Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos herzustellen. Insgesamt wird der zusätzliche Bedarf durch die E-Mobilität bis 2035 auf etwa 110 000 Tonnen Lithium geschätzt – das 3,5-Fache der heutigen Produktion. Das US-Start-up Aquion Energy will dagegenhalten und produziert billigere und robustere Natrium-Ionen-Batterien, die Lithium-Akkus ersetzen sollen (siehe brand eins 01/2016, „Ökonomie der Elemente / Natrium“).

Ein neuer Wachstumsmarkt sind Aluminiumlegierungen, die dank eines Lithium-Anteils leichter und härter werden. Die Deutsche Lithium GmbH will ab 2019 die Lagerstätte im Erzgebirge erschließen. Und die kalifornische Simbol Materials arbeitet an einer Methode, Lithium aus dem Abwasser von Geothermie-Kraftwerken zu gewinnen. ---

Ordnungszahl im Periodensystem: 3
Elementsymbol: schwarz (Feststoff): Li
Relative Atommasse: 6,94