Partner von
Partner von

Promega

Klangschalen, Achtsamkeitstraining, Meditations-Pausen – das erwartet nicht unbedingt, wer ein Biotech-Unternehmen besucht. Aber bei Promega ist vieles anders.




• Die Belegschaft applaudiert, während Porträts der neuen Kollegen auf der großen Leinwand oberhalb der Bühne erscheinen. Untermalt von Justin Timberlakes Hit „Can’t stop the feeling!“, verkündet der Unternehmenschef: „Wir haben bei der Personalstärke zum ersten Mal die 1500er-Marke geknackt.“ Tosender Beifall. Mehrere Hundert Mitarbeiter haben sich zum Treffen in Fitchburg im US-Bundesstaat Wisconsin eingefunden. Hier befindet sich der Hauptsitz der Biotech-Firma Promega. Die Mitarbeiter aus den Niederlassungen im Ausland, noch einmal ein paar Hundert, verfolgen die Veranstaltung im Live-Stream.

Bei Promega kommen die Mitarbeiter vierteljährlich zu einem großen Treffen zusammen. Im Mai dieses Jahres gibt es einen besonderen Anlass, das 40-jährige Bestehen. Schnell wird deutlich, dass die 1978 von dem Biochemiker Bill Linton gegründete Firma von einer eigenartigen Kultur beseelt ist. Der 74-jährige Chef beantwortet Fragen aus dem Publikum. Lieblingstier und Lieblingsfarbe? „Lila, Drachen“, sagt er ohne zu zögern. Sein idealer Urlaub? „Zu Hause sitzen, auf die Prärie blicken und der Natur lauschen.“


Haben Sinn für Spirituelles: der Unternehmer Bill Linton und die fest angestellte Klangtherapeutin Lisa O’Connor (oben)

Dann marschiert ein Angestellter im gelben Plüschkostüm auf die Bühne, angekündigt als „Vinny the Vial“ („Vinny die Ampulle“). Eine Pieps-Stimme aus dem Off erklärt, wie die Produktverpackungen anlässlich des Jubiläums neu gestaltet wurden. Zum Schluss betreten fünf Mitarbeiter aus der Außenstelle in Kalifornien das Podest und erzählen, wie sie internen Schulungen mehr Achtsamkeit und emotional-soziale Intelligenz verdanken. Eigentlich erwartet man von Labortechnikern und Chemikern eher Nüchternheit, doch hier sprechen sie von „höher schwingenden Knotenpunkten des Seins“ und von „Falten der Imperfektion“, die durch die Seminare geglättet worden seien. Zur Abrundung ihres Bekenntnisses werfen die Erleuchteten selbst entworfene Hemden mit der Aufschrift „Das ist mein achtsames T-Shirt“ in die wild klatschende Menschenmenge.

Es gibt viele Unternehmen, die mit unkonventionellen Methoden die Gemeinschaft und das Wohl der einzelnen Mitarbeiter fördern wollen, weil die Führung überzeugt ist, dass sich das langfristig auf den Erfolg auswirkt. Promega ist ein extremes Beispiel dafür. Es ist der Versuch, wissenschaftliche Arbeit mit Esoterik zu kombinieren und sich so im harten Wettbewerb um Marktanteile zu behaupten.

Das Unternehmen stellt Produkte für die Gen-, Protein- und Zellanalyse her, dazu gehören Tests für die Spurensicherung in Kriminalfällen oder für die Vaterschaftsbestimmung. Im Geschäftsjahr 2017 hat es rund 410 Millionen Dollar Umsatz gemacht und ist laut eigenen Angaben höchst profitabel.

Der Unternehmenssitz ist zu einer eigenen kleinen Stadt herangewachsen. Elf Gebäude stehen auf dem Campus, der architektonisch an ein Luxus-Resort erinnert. Das zweistöckige Verwaltungsgebäude mit Giebeltürmchen ist von Präriegras und künstlichen Teichen umgeben. In Anlehnung an den zentralen Platz im antiken Griechenland heißt dieses Ensemble hier Agora.

Besucher werden in einem Bau empfangen, der nach dem Quantenphysiker Richard Feynman benannt ist. Eine gewaltige Glasfassade lässt viel Licht ins Innere, wo Granit und in monatelanger Handarbeit verlegtes Parkett aus Mesquite-Hartholz belegen, wie viel Wert auf Atmosphärisches gelegt wird.


Auch das gehört zu Promega: ein ganz normaler Arbeitsplatz

Aus Lautsprechern rieselt New-Age-Musik, die Toiletten sind wie in einem Vier-Sterne-Spa mit Marmor gefliest. Auch die steril abgeschottete Fertigung, die Labore und Büros muten kaum wie eine Biotech-Firma an. Vielmehr prägen Couchlandschaften das Bild, und an den Wänden hängen in Plexiglas gegossene Blumen und Gräser sowie Kunst unterschiedlichster Kulturen. Selbst im Lieferzentrum, wo am Tag rund 4500 Promega-Kits, bestehend aus kleinen Ampullen und Fläschchen mit Reagenzien, für den Expressversand verpackt werden, finden sich Orte, um die Füße hochzulegen, Kunst zu betrachten oder sich ein Buch aus dem Regal zu nehmen.

Über den Campus verteilt gibt es zudem Fitnesszentren und Meditationsräume, inklusive einer „Zen Zone“ mit einem türkischen Bad. Das aufwendigste Gebäude wird seit Juli hochgezogen, ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum mit 25.000 Quadratmetern Fläche. 190 Millionen Dollar soll es kosten. Ab 2020 sollen hier die Biologen und Chemiker unter einem Dach arbeiten und neue Enzyme und Testreihen entwickeln, mit denen sich DNA klonen lässt, um Gene, Zellen und Proteine zu untersuchen. Zum ersten Spatenstich erschien Linton im Zylinder und fackelte ein Feuerwerk ab.

Die Idee für das Gebäude, erzählt er, kam ihm beim Besuch des „Burning Man“, dem legendären Festival in der Wüste Nevadas. Jeden August treffen sich dort an die 70.000 Menschen, um für eine Woche eine Fantasie-Stadt aufzubauen, die sie anschließend in einer Riesenparty niederbrennen, um radikale Selbstverwirklichung und Vergänglichkeit zu feiern. „Ich fahre seit zehn Jahren zu Burning Man“, sagt Linton. „Am Anfang war es ein etwas beunruhigendes Erlebnis, Leuten jeder nur möglichen Schattierung zu begegnen, manche angezogen, manche nicht.“ Doch dann habe er Parallelen zu dem gesehen, was er beruflich anstrebe. Innovation, sagt er, bestehe darin, die Dinge aus einer völlig anderen Perspektive zu sehen. „Wenn Menschen in ein Licht- und Klangbad eintauchen, dann wirkt das transformativ.“

Das Gebäude soll die Mitarbeiter aus ihrer gewohnten Umgebung holen, es soll eine „vierte Dimension darstellen“. Dafür bekommt Lintons Steckenpferd, die Klangtherapie, einen eigenen Raum. Seine fest angestellte Klangtherapeutin Lisa O’Connor hat dann genug Platz für ihre Instrumente – Gongs, tibetische Klangschalen, Stimmgabeln und eine aus Russland importierte Glasharfe. Jeder Mitarbeiter kann schon heute kostenlose Gruppen- und Einzelsitzungen mit ihr buchen.


Ist seit 36 Jahren in dem Unternehmen: Barb Rideout

Gemessene Hirnströme

Bill Linton hat schon lange ein Faible für eine etwas andere Unternehmenskultur. Er arbeitete nach seinem Studium in Berkeley zunächst im Proteinlabor von Oscar Mayer, ein Lebensmittelriese, der unter anderem für seine Hot Dogs bekannt ist. „Das war abstoßend“, sagt Linton rückblickend. „Du warst nur eine Nummer, ohne Engagement für das Ganze.“

Als er sich 1978 unter dem Namen Biotec selbstständig machte, um die noch junge Life-Science-Branche mit Testsätzen zu beliefern, sei die Idee einer anderen Art des Arbeitens schon im Keim vorhanden gewesen. Zum Durchbruch kam sie dann durch eine bis heute viel zitierte Feldstudie im Jahr 1997. Richard Davidson, ein junger Psychologieprofessor an der nur 20 Minuten vom Firmensitz entfernten University of Wisconsin, hatte die Hirnströme buddhistischer Mönche in Nordindien gemessen, bevor er Linton davon überzeugen konnte, die Wirkung von Meditation auf den neurologischen Zustand und das Immunsystem von Promega-Angestellten zu testen. Knapp 50 Mitarbeiter machten freiwillig mit. Davidson maß ihre Hirnströme, analysierte die Antikörper-Konzentration – und gelangte zu der Erkenntnis, dass den Mitarbeitern die Übungen zur Sammlung des Geistes nachweislich gut getan hatten. Die Studie ist bis heute umstritten (siehe Kasten Seite 135), hat Bill Linton aber maßgeblich beeinflusst.

„Cashflow ist das Blut der Firma, aber nicht ihr Daseinszweck“, sagt er. „Wir brauchen Cashflow, um zu investieren, zu wachsen und Leute auszubilden, doch Geld ist nur ein Mittel zu einem höheren Zweck.“ Dann zieht er den Vergleich zu einem Dirigenten. „Warum schwingt der seinen Taktstock? Der Wert der Organisation drückt sich nicht in den Finanzen aus, sondern in den strahlenden Augen am Ende der Vorstellung. Was die Menschen fühlen, wenn sie hier sind, das ist meine wichtigste Messgröße.“

Die Klangtherapeutin O’Connor drückt es noch blumiger aus. „Wir bei Promega sind etwas Einzigartiges, Pilger auf dem Weg zu einem neuen Bewusstsein“, sagt sie, bevor sie ihre tätowierten Finger in einem Wasserglas befeuchtet und die Glasharfe zum Klingen bringt. „Bill besitzt den Willen und den beständigen Fokus, den Gewinn in Dinge zu gießen, die wirklich wichtig sind: ganzheitliche Gesundheit und Achtsamkeit, um das unglaubliche menschliche Potenzial zu aktivieren.“

Lisa O’Connor ist häufig unterwegs, jettet mit Linton um die Welt, um auch das Potenzial der Mitarbeiter in den ausländischen Niederlassungen zu aktivieren. Neben ihr beschäftigt Promega seit 2013 zudem eine hauseigene Managerin für „ganzheitliche Praktiken“. Malynn Utzinger arbeitete für New-Age-Prominenz wie Deepak Chopra und Andrew Weill, bevor Linton sie nach Fitchburg lockte. Mit dem Chef entwickelte sie ein regelmäßiges Meditationsprogramm namens Pro-Mindful, gefolgt von einem Kurs für emotional-soziale Intelligenz (ESI). Seit 2016 schleust Utzinger nach und nach das obere und mittlere Management durch sogenannte Bootcamps.

Die rund 20 Teilnehmer treffen sich für drei Tage fern der Firma, um auszusprechen, wie sie besser mit sich selbst und anderen umgehen können. An zwei weiteren Tagen werden die Erkenntnisse aufbereitet. Im Juni fand das erste europäische Bootcamp für Promega-Mitarbeiter in Deutschland und anderen europäischen Ländern statt. „Der Bedarf, Achtsamkeit zu üben, war klar vorhanden“, sagt Utzinger. Sie wolle niemanden bekehren, betont sie. „Wir haben erkannt, dass man die offene Aussprache in Gruppen braucht, um das Arbeitsklima und den Umgang mit Konflikten zu verbessern.“


Übt mit den angestellten Wissenschaftlern Achtsamkeit: Malynn Utzinger

Und wie kommt die Achtsamkeitskultur bei den Mitarbeitern an? Glaubt man der Personalchefin Gayle Paul, die seit 19 Jahren bei Promega arbeitet, genießen viele Führungskräfte, dass sie anders als in börsennotierten Unternehmen auch als Menschen wahrgenommen werden. „Viele kommen zu uns, weil sie dem Wall-Street-Druck entfliehen wollen“, sagt sie.

Ob schonungslose Selbstkritik, Gruppenumarmungen oder Klangtherapie sowie großzügige Programme für Elternurlaub und Familienpflege wirklich zu mehr Zufriedenheit, niedrigem Krankenstand und höherer Produktivität führen, kann Gayle Paul nicht sagen. „Harte Zahlen für den Return on Investment will Bill nicht haben“, sagt sie. „Wir geben unseren Mitarbeitern einfach die Ressourcen, um menschlich das Beste aus sich zu machen.“

Das Unternehmen nehme sich extrem viel Zeit bei Bewerbungsgesprächen, um sicherzustellen, dass die neuen Kollegen zur Kultur passen. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter liegt bei 30 Jahren, viele seien seit 10, 20, 30 Jahren an Bord und hätten inzwischen ihre Kinder und Verwandten angeworben.

Barb Rideout etwa stieß als 15. Angestellte 1982 dazu. Kurz darauf sammelte Linton Wagniskapital ein, seine noch junge Firma setzte zu einem großen Entwicklungssprung an. „Die Atmosphäre fühlte sich vom ersten Tag locker an und hat sich seitdem nicht geändert“, sagt Rideout. Früher las sie Bestellungen vom Telex ab, heute arbeitet sie in der IT-Abteilung. Als das Thema Achtsamkeit aufkam, sei sie zunächst skeptisch gewesen. „Ich dachte, das ist wieder so eine Modeerscheinung. Doch mit der Zeit bin ich auf den Geschmack gekommen. Es hilft, in sich reinzuhören. Es erleichtert den Umgang mit anderen.“

Peter Quick, Geschäftsführer von Promega Deutschland, lässt durchblicken, dass die von der US-Zentrale verordnete Gefühlsduselei nicht jedermanns Sache sei. Der Genetiker machte sie den skeptischen deutschen Mitarbeitern schmackhaft, indem er sie mit Yoga, Massagen und unverdächtigen, weil von der Krankenkasse gesponserten Wellness-Angeboten kombinierte.

Schaut man sich die anonymen Statements auf dem Portal Glassdoor an, wo Angestellte ihre Arbeitgeber bewerten können, bekommt man ein durchaus differenziertes Bild. So mancher schätzt die schöne Architektur und die Gesundheitsangebote, doch vor Konflikten bewahrt die Achtsamkeitskultur offenbar nicht.


Im Dienste der Mitarbeiterentwicklung: das Zen Center (links) und die Personalchefin Gayle Paul

Zornige Investoren

Einige Manager sind im Laufe der Jahre wegen mangelnder Gelegenheit, sich unter dem charismatischen Chef Linton entfalten zu können, abgesprungen. Sie haben eigene Firmen gegründet, von denen mindestens eine in einem milliardenschweren Life-Science-Konzern aufgegangen ist und ihre Anteilseigner reich gemacht hat. Auch im Board of Directors, dem Leistungs- und Kontrollgremium des Unternehmens, geht es nicht konfliktfrei zu: Linton ließ in jüngster Vergangenheit zahlreiche Köpfe rollen, um das Gremium auf seinen Kurs zu bringen.

Ärger hat der Firmenchef auch mit Investoren der ersten Stunde. Denn Linton, der nicht nur Vorstandsvorsitzender, sondern in Personalunion auch Präsident, Vorsitzender des Board of Directors sowie größter Anteilseigner ist, zeigt trotz fortgeschrittenen Alters keinerlei Absicht, sich aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen. Trotzdem hat er sich genau überlegt, wie es mit dem Unternehmen weitergehen soll, wenn er einmal nicht mehr ist. Auch zum 100. Firmenjubiläum im Jahr 2078 soll sich an der besonderen Kultur nichts geändert haben. Für diesen Zweck hat er 2014 eine gemeinnützige medizinische Forschungseinrichtung namens Usona gegründet. „Sobald ich sterbe, wird meine gesamte Mehrheitsbeteiligung auf diese Organisation dauerhaft übergehen“, sagt er.

Usona hat dieselbe Adresse wie Promega und verfolgt das Ziel, die klinische Forschung an den „therapeutischen Effekten von Psilocybin und anderen bewusstseinserweiternden Substanzen“ voranzutreiben – sprich Experimente mit den noch illegalen Drogen „Magic Mushrooms“ und LSD zu finanzieren. Geleitet wird das Institut von Linton und seiner Ganzheitlichkeits-Expertin Utzinger.

Für eine Handvoll Großinvestoren hat der Firmenchef mit dieser Einrichtung den Bogen überspannt. Im Sommer 2016 reichten sie Klage ein. Der Hauptkläger, die aus Wisconsin stammende Familie Brand, besitzt immerhin 17 Prozent der Promega-Anteile. Die Kläger werfen Linton vor, sie nach Jahrzehnten geduldigen Wartens um einen lukrativen Exit zu bringen.

Ein Börsengang sei durch Lintons Pläne in weite Ferne gerückt. Zudem habe der Chef Aktionäre „schikaniert, belogen, bedroht und manipuliert“, um sich eine Anteilsmehrheit zu sichern und den Aufsichtsrat mit ihm genehmem Personal zu besetzen. Linton erhob nach diesen Vorwürfen Gegenklage. Anfang 2019 soll der Prozess beginnen.

Kein schönes Thema, mit dem sich Linton demnächst beschäftigen muss. Ende August hat er sich erst einmal mit einem seiner Privatflugzeuge auf den Weg in die Wüste Nevadas gemacht. Zum Burning Man. Wo man die Dinge aus einer völlig anderen Perspektive sieht. ---

Fördert Meditation die Produktivität von Mitarbeitern?

Die Ende der Neunzigerjahre bei Promega durchgeführte Studie des Psychologieprofessors Richard Davidson gilt bis heute als die meistzitierte Untersuchung zum Thema. Da keine der etablierten Fachzeitschriften seine Ergebnisse von Kollegen begutachten lassen oder gar abdrucken wollte, wurde sie zunächst nicht veröffentlicht. Erst 2003 wurde über sie berichtet, im Journal »Psychosomatic Medicine«.

Umstritten blieb sie auch danach. „Die Promega-Studie war ein wichtiger erster Schritt, der die Bewegung elektrisierte und für eine Menge Enthusiasmus sorgte“, sagt Melissa Rosenkranz, Forscherin am von Davidson gegründeten Center for Healthy Minds in Madison im US-Bundesstaat Wisconsin. Rosenkranz räumt ein, dass es auch 21 Jahre und viele Studien später immer noch keine handfesten Daten gibt, um zu belegen, dass Meditieren gesündere Menschen und produktivere Mitarbeiter hervorbringt.

Das hielt ihren Chef Davidson nicht davon ab, kürzlich gemeinsam mit Daniel Goleman, dem bekannten Verfechter der emotionalen Intelligenz, ein Buch zu veröffentlichen, das „vier echte Vorteile“ des Meditierens auflistet: bessere Konzentrationsfähigkeit, größere Ruhe auch unter Stress, ein besseres Gedächtnis und verantwortungsvolles Unternehmertum.

Laut Leah Weiss, Stanford-Professorin und Autorin des Buches „How We Work“, gehören Achtsamkeit und Freundlichkeit zu den wichtigsten Soft Skills für Führungspersönlichkeiten im 21. Jahrhundert. Nach ihren Erhebungen boten im Jahr 2016 rund 22 Prozent aller US-Unternehmen ein Achtsamkeits- Programm an, 2017 sollten es doppelt so viele sein. Die Krankenversicherung Aetna, die sich einen „Chief Mindfulness Officer“ leistet, hat laut Weiss nachgerechnet, dass Meditieren zu einem jährlichen Produktivitätsgewinn von 3000 Dollar pro Angestelltem führt.

Die Verhaltenswissenschaftler Kathleen Vohs und Andrew Hafenbrack haben dagegen in Experimenten das Gegenteil herausgefunden: Meditieren habe zwar größere Entspannung zur Folge, aber auch weniger Eifer, die Arbeit anzupacken.