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Newsletter 12/2018

brand eins Chefredakteurin Gabriele Fischer stellt einmal im Monat das neue Heft vor und schreibt über die Gedanken, die die Redaktion zum jeweiligen Schwerpunkt bewogen haben. Wenn Sie den Leser-Newsletter gerne empfangen möchten, melden Sie sich bitte hier an:

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Es handelt sich um ein Titelbild einer Zeitschrift, auf dem eine Frau auf einem Weg in einem Garten steht. Der Weg ist mit Blumen und Sträuchern gesäumt, und die Frau scheint etwas in der Ferne zu betrachten. Auf dem Cover befindet sich eine Sprechblase mit dem Text "Ist der Absurd so gut?", was übersetzt "Ist das ein zufälliges Ereignis?" bedeutet. Das Magazin trägt den Titel "brandeins" und ist am 10. Dezember 2012 bei "Schwarz" erschienen. Das Cover enthält außerdem einen Barcode und einen Preis von "C 10,00".
Titelbild: Max Kersting

Liebe Leser,

kennen Sie die „Höhle der Löwen“? In der TV-Show stellen Tüftler und Erfinder Investoren ihre Unternehmensideen vor – und nahezu jedes präsentierende Team ist entweder seit Kindertagen befreundet, verwandt oder verheiratet.

Der Einzelgründer, so scheint es, ist ein Auslaufmodell. Wer etwas schaffen will, sucht sich Verbündete. Aber wie schafft man Nähe, die nicht klebt? Wie wächst Vertrauen? Und wie gefährlich ist es, wenn Nähe nur vorgegaukelt wird?

Viele Fragen – die unser neuer Themenschwerpunkt beantwortet.

Vermessung

Die allgemeine Kumpelei hat auch in etablierten Unternehmen ihre Spuren hinterlassen: Wer als Chef modern sein will, gibt sich locker, lässt sich duzen und hofft, dadurch neue kreative Kräfte freizusetzen – ein Irrtum, wie der Metaplan-Trainer Jens Kapritzki immer wieder feststellen muss. Falsche Nähe, warnt er, sorge für Ärger und endlose Machtkämpfe: „Wir können und müssen nicht alle Freunde sein.“ Was Freundschaft ist, wird in Zeiten von Facebook sowieso neu definiert, wer kann schon Hunderte von Freunden haben? Eigentlich jeder, sagt der Philosoph Björn Vedder, und hat eine erstaunliche Erklärung dafür („Warum Gründer oft befreundet sind“, S. 110 / „Duzt Du schon?“S. 56 / „Distanzkontrolle, S. 48 / „Du bist liebenswert“, S. 96). 

Das Bild ist eine Schwarz-Weiß-Fotografie von drei Personen, die an einem Tisch sitzen, mit einer Sprechblase über dem Kopf des Mannes, die Text in deutscher Sprache enthält. Der Tisch ist mit verschiedenen Gegenständen gedeckt, darunter Gläser, eine Vase und eine Flasche. Die Fotografie scheint farbig zu sein, aber das Bild ist nicht klar genug, um den Text genau zu transkribieren.
Illustration: Max Kersting
Das Bild ist eine Collage mit dem Gesicht eines Mannes, einer roten Waage und geometrischen Formen. Das Gesicht des Mannes ist in Schwarz-Weiß dargestellt, während die Waage in roter Farbe wiedergegeben ist. Die geometrischen Formen, darunter Sechsecke und Rechtecke, sind über das gesamte Bild verstreut und bilden eine visuell beeindruckende Komposition. Das Gesamtdesign ist zugänglich und leicht verständlich, so dass es sich für eine Website eignet, die den Richtlinien der EAA (European Association of Asbestos Professionals) entspricht.
Illustration: Julia Ossko und Eugen Schulz

Übergriffig

Vorausgesetzt, die Beziehung wird nicht ausgenutzt. Genau das aber ist das Geschäftsmodell des Direktverkaufs unter Freunden. Und auch Influencer gaukeln Nähe vor, wo es um reines Geschäftsinteresse geht, durchaus mit Erfolg. Beim Teilen dagegen ist Nähe erstaunlicherweise eher kontraproduktiv. So erfolgreich und kostensparend Maschinen und Landgeräte auf professionellen Plattformen zur Mehrfachnutzung angeboten werden – das Teilen unter Nachbarn erwies sich als Flop. Woran das liegen könnte? Christoph Koch hat dazu Philipp Glöckler befragt, Gründer der inzwischen insolventen Plattform Why own it? („Meine Lieben!“, S. 90 / „Die Macht der Vision“, S. 32 / „Probleme der Sharing Economy“, S. 64). 

Auf Abstand

Wer es ganz nah haben will, arbeitet mit Familienmitgliedern zusammen. Und genau dann wird es wichtig, gleichzeitig auf die richtige Distanz zu achten. Die Brüder Johannes und Michael Siebers, Gründer der Ferienhaus-Plattform Holidu, haben früh erkannt, wo sie sich ergänzen und wo es besser ist, sich aus dem Weg zu gehen. Das zeichnet auch die Zünkelers aus, vier Geschwister mit unterschiedlichen Geschäften und einer gemeinsamen Liebe: der Kunst. In vier Fragebögen geben sie Auskunft über ihre Beziehung. Was der andere geschrieben hat, erfahren sie erst, wenn das Heft erscheint. Für unseren Autor Andreas Molitor wird das ebenfalls ein wichtiger Tag. Denn dann erscheint seine Auseinandersetzung mit dem Großvater, von dem er zwar wusste, dass er Nazi war, aber nicht, wie sehr er sich schuldig gemacht hatte („Starke Bindung“, S. 132 / „Familienbande“, S. 112 / „Er war es“, S. 120). 

Das Bild ist ein geteilter Bildschirm, der zwei verschiedene Fotos eines Mannes zeigt. Auf dem oberen Foto trägt der Mann ein blaues Hemd und steht vor einem weißen Hintergrund. Auf dem unteren Foto trägt der Mann einen schwarzen Pullover und steht vor einem weißen Hintergrund. Die beiden Fotos stehen nebeneinander, wobei der Mann im schwarzen Pullover auf dem unteren Foto deutlicher zu sehen ist.
Foto: Daniel Delang
Ein Mann in einer roten Jacke küsst zärtlich eine Frau mit Sonnenbrille. Die Frau lächelt und schaut den Mann an. Im Hintergrund sind eine Wand mit Graffiti und eine Topfpflanze zu sehen.
Foto: Tobias Kruse
Das Bild zeigt zwei Personen, die einen Flur entlanggehen, wobei eine von ihnen einen Blumenstrauß trägt. Die Person im Vordergrund trägt einen rosa Mantel und eine rote Tasche, während die Person im Hintergrund eine rote Jacke trägt und eine schwarze Tasche mit sich führt. Der Flur hat eine bunte Graffiti-Wand im Hintergrund, und es gibt mehrere Fenster entlang der Wand.
Foto: Tobias Kruse

Die richtige Distanz

Wie stellt man Nähe her, wenn man von Beruf Vater für Kinder aus zerrütteten Familien ist? Nach Antworten auf diese Frage hat Alexander Krex im ältesten deutschen SOS-Kinderdorf gesucht. Weniger idyllisch geht es bei Martin Kaul zu: Der »Taz«-Journalist hat sich als Demonstrationsbeobachter einen Namen gemacht, weil er mittendrin ist, genau hinsieht und dokumentiert, aber nicht Partei ergreift. Das ist nicht leicht, auch nicht, wenn es um das Thema Integration geht. Aber auch dort, so zeigt der Report von Mischa Täubner, hilft es, erst wissen und verstehen zu wollen, ehe man urteilt („Einfach da sein“, S. 68 / „Nah dran“, S. 84 / „Das neue Wir“, S. 74).  

Eine Frau in einem blauen Outfit steht auf einer Metalltreppe und blickt in die Kamera. Die Treppe befindet sich neben einem rot-weißen Flugzeug, was auf einen Flughafen hindeutet. Das Bild wird als eine zugängliche Website beschrieben, die den Anforderungen der EAA entspricht, was bedeutet, dass sie so gestaltet ist, dass sie für Menschen mit Behinderungen leicht zugänglich ist.
Foto: Katharina Poblotzki

Grenzüberschreitend

Wer Rexy Rolle auf ihrem Instgram-Account singen, tanzen und mit dem Hintern wackeln sieht, käme vermutlich nicht unmittelbar auf die Idee, dass er es mit der ersten und bisher einzigen Airline-Chefin zu tun hat. Doch die Frau hat nicht nur Spaß an körperbetontem Marketing, sie hat auch Politik, Kommunikation  und Jura studiert, darin promoviert und dann die von den Eltern gegründete Western Air übernommen. Seitdem mischt sie in einer Branche mit, die mit dieser Überfliegerin nicht gerechnet hat („Rolle vorwärts“, S. 144). 

Viel Spaß und schöne Weihnachtstage, in denen es Ihnen hoffentlich nicht ergeht wie der amerikanischen Durchschnittsfamilie („Bleib mir von der Pelle“, S. 130)

 
Mit herzlichem Gruß
Gabriele Fischer