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Prototyp – Idee sucht Geld

Eine Firma aus Freiburg vermisst Gebäude im Fluge – dank Drohnen- und Robotertechnik.





© Dotscene GmbH
© Dotscene GmbH

• Hausverwaltungen oder Architekten messen in der Regel mit einem Laser, wie groß ein Zimmer oder ein Gebäude ist. Das ist zeitaufwendig. Die Freiburger Firma Dotscene macht das praktisch im Vorbeigehen, beziehungsweise im Vorbeifliegen, in ein paar Minuten.

Kernstück der Erfindung ist ein Sensorsystem, wie es ähnlich auch zum autonomen Fahren verwendet wird. Es sendet ein Laserlicht aus, das zum Beispiel von einer Mauer reflektiert wird und zum Sensor zurückkommt. Aus der Zeit, die dazwischen vergeht, kann die Software den Abstand zum Objekt ermitteln. Sagenhafte 600.000 Punkte misst der Sensor in der Sekunde. Das funktioniert nicht nur statisch, sondern auch in Bewegung, da die Software erkennt, wo sich der Sensor zum Zeitpunkt der Messung befindet. Es ist daher egal, ob er durch Innenräume getragen wird oder mit einer Drohne außen um das Gebäude herumfliegt.

Dargestellt werden die Messungen in einer dreidimensionalen Punktewolke. Je mehr Messpunkte hinzukommen, desto klarer zeichnen sich die Konturen eines jeden Gebäudeteils ab. Und das rasend schnell und zentimetergenau. Bauherren und Architekten können so Häuser oder ganze Fabrikanlagen vermessen, Hausverwaltungen die Quadratmeter einer Fassade berechnen, die gestrichen werden müssen, und Unternehmer ermitteln, wie sie eine Produktionsstraße in einer Halle unterbringen. Die Messergebnisse werden dazu in gängige CAD-Programme übertragen.

Das System erfunden haben fünf Freiburger – zwei Unternehmer und zwei Wissenschaftler des Instituts für autonome intelligente Systeme der Universität Freiburg. Hinzu kommt Professor Wolfram Burgard, der als Wissenschaftlicher Berater fungiert. Er forscht seit mehr als 20 Jahren an autonomer Roboternavigation und hat die technischen Grundlagen für das autonome Fahren miterfunden.

Auf einer Modellbaumesse lernte man sich kennen, tauschte Ideen aus und beschloss, Drohne, Sensor und Robotersoftware für einen Test zu kombinieren. „Unser erstes Objekt war eine Burgruine in der Nähe von Freiburg“, erzählt Maryan Wieland, einer der fünf Gründer. „Das war unser Wow-Moment. Wir waren total verblüfft, wie gut das funktioniert.“

Im Oktober 2016 gründeten sie dann Dotscene und entwarfen den ersten Prototyp. Der Sensor musste leicht genug sein, um von einer Drohne getragen zu werden. Er sollte Objekte aus bis zu 100 Metern Entfernung messen. Und er sollte auch von Laien bedienbar sein. Dabei musste die Software nicht nur eine Karte der Umgebung erfassen, sondern auch erkennen, wo sich die Drohne selbst gerade befindet.

Mitte 2019 soll das System so weit sein, dass es auch an Laien vermietet werden kann. „Die Technik funktioniert“, sagt Wolfram Burgard. „Nun müssen wir die Infrastruktur aufbauen, um die Idee in großem Stil umzusetzen.“ ---

Dotscene GmbH
Nicolas Trusch, Maryan Wieland, Andreas Wachaja, Michael Ruhnke, Wolfram Burgard
Kontakt: mail@dotscene.com