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Demonstrationen

Der Demo-Reporter Martin Kaul geht auf Tuchfühlung mit dem Objekt seiner Berichterstattung – ohne die notwendige Distanz zu verlieren.




• Martin Kaul geht beruflich zu vielen Demonstrationen. Der Journalist, Jahrgang 1981, berichtet seit neun Jahren als Redakteur der Berliner »Tageszeitung« (»Taz«) über soziale Bewegungen. Seit er mit Livestreams arbeitet, hat er auch außerhalb der »Taz«-Leserschaft eine Fangemeinde. Seine Kunst besteht darin, sich unerschrocken ins Getümmel zu stürzen und trotzdem professionell zu berichten. Seine Filme von Demonstrationen verbinden den Erklärstil der „Sendung mit der Maus“ („… und was wir hier sehen, ist eine vorläufige Festnahme“) mit ausgesuchter Höflichkeit und Ironie.

brand eins: Herr Kaul, wann wurden Sie bei Ihrer Berichterstattung zum letzten Mal körperlich angegangen?

Martin Kaul: Richtig heftig eigentlich nur einmal, das war im Juli 2017 beim G20-Gipfel in Hamburg. Ich habe gefilmt, wie im Schanzenviertel vier Vermummte einen Bankautomaten aufbrechen wollten. Das fanden die nicht so gut. Ich hatte die Kamera eigentlich etwas versteckt gehalten, aber einer von ihnen hatte sie gesehen. Er ist auf mich zugerannt und hat mit voller Wucht zugeschlagen. Ich lag am Boden, Brille und Handy waren kaputt. Ich habe den Einsatz dann abgebrochen.

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