Eigentlich! Aber …

Viele Menschen essen mit schlechtem Gewissen. Das freut die Lebensmittelindustrie, die passende Angebote parat hat.





• An den Wänden des Cereal Killer Cafés ist ziemlich viel los. Auf Regalen sind Packungen mit Frühstücksflocken bis zur Decke aufgereiht. Crisp und Crunch, rot, grün, gelb, platschende Milch. Der Nesquik-Hase stürzt sich auf Schokopops, der Kellogg’s-Frosch springt in eine Schüssel mit Smacks. Was den Gästen im Cereal Killer Café in London oder im Flakes Corner in Köln und Berlin verkauft wird, sind nicht nur süße Cornflakes, sondern auch Nostalgie-Gefühle: Kennst du die noch, klar, und die mochte ich auch immer so gern. Ein geschützter Raum, in dem sich Erwachsene darauf einigen, dass sie irgendwie noch Kinder sind – und da gehören Süßigkeiten eben dazu.

Das Unternehmen Kale & Me verkauft „Säfte mit Charakter“. Bemerkenswert ist allein schon die Idee, eine Firma „Grünkohl und Ich“ zu nennen. Funktioniert aber, weil die Produkte hipstermäßig aufgeladen sind: Die Gemüsesäfte heißen Catie Carrot oder Billy Basil, jeder hat einen eigenen Hashtag auf Instagram. Den Kunden wird geraten, drei Tage lang eine Kur zu machen, die 79 Euro kostet. Währenddessen sollen sie fasten und nichts als die Säfte zu sich nehmen. Die Flaschen sind nummeriert, damit der Kunde immer weiß, welche er als nächste trinken soll. Als Ergebnis verspricht das Unternehmen eine „Cleanse“, die den Körper reinigt und den Geist von ungesunden Gewohnheiten befreit. Auch dauerhaft, schließlich soll man die Kur regelmäßig machen.

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