Die Ökonomie der Elemente

Calcium (Ca)

Was im Periodensystem an Wirtschaft steckt.





Die besondere Eigenschaft

Das silberweiße Erdkalimetall ist weicher als Blei, leicht entzündlich und reagiert heftig mit Wasser. Das sehr reaktionsfreudige Element kommt in der Natur nur als Verbindung mit anderen Stoffen vor.

Wer braucht es?

Der Mensch. Etwa ein Kilogramm Calcium enthält unser Körper, das ist mehr als von jedem anderen Mineralstoff. Die Bauindustrie verwendet Calciumcarbonat (Kalkstein) in Form von Marmor und Terrazzo, ebenso in Branntkalk oder Zementzusätzen. In der Glasindustrie wird es in die Glasschmelze eingebracht. Steinpapier auf Kalksteinbasis ist besonders widerstandsfähig und wasserresistent. In der Metallindustrie nutzt man Calciumverbindungen als Reduktionsmittel bei der Herstellung von Stahl, Aluminium, Thorium und Yttrium. Die Kunststoffindustrie verwendet Kalkstein als Füllstoff in PVC-Produkten.

Er dient auch als Düngemittel oder Futterkalk. Calciumchlorid findet man in Trocknungsmitteln oder in Winterstreu- salz. Weitere Verbindungen werden für künstlichen Knochenersatz oder die Beschichtung von Implantaten eingesetzt, als Schmucksteine, Wasserenthärter in Waschmitteln, Bleiche in der Papier- und Textilherstellung, in der Medizin als Blutgerinnungshemmer oder als Reinigungsflüssigkeit bei Zahnwurzelkanal-Behandlungen. Calciumverbindungen werden außerdem in Bohrspülmitteln in der Erdölförderung verwendet, in Flammschutzmitteln, Sprengstoffen, Abwasseraufbereitungsmitteln, in Halogenleuchten oder hochwertigen Objektiven und Fernrohren.

Wo findet man Calcium?

Das fünfthäufigste Element auf der Erde ist enthalten in calciumhaltigen Mineralien wie Calcit, Kalkstein und Gips, vor allem in Gebirgen der nördlichen Hemisphäre wie den Alpen, der Fränkischen Alb oder den Dolomiten. Der Gipfel des Mount Everest besteht auch aus Kalkstein.

Wer verkauft es?

Die drei größten Anbieter von Calciumcarbonat, die französische Imerys, Omya aus der Schweiz und Mineral Technologies Inc. aus den USA, kontrollieren mehr als ein Drittel des Marktes. Ein weiterer wichtiger Hersteller ist Maruo Calcium aus Japan. Yara aus Norwegen zählt zu den wichtigsten Produzenten für Calciumnitrat.

Der Weltmarkt …

… ist bei den vielen Verbindungen kaum einzugrenzen. Das am häufigsten eingesetzte Calciumcarbonat wird vor allem in der Region Asien-Pazifik nachgefragt, jede zweite der weltweit produzierten knapp 114 Millionen Tonnen (2016) wird dort verbraucht. Aus Branchensicht entfällt die größte Nachfrage, nämlich zwei Drittel der weltweiten Produktion, auf die Papier- und Kunststoffindustrie. Die weltweiten Umsätze beliefen sich 2016 auf mehr als 20 Milliarden US-Dollar. Erwähnenswert sind auch die Umsätze von 1,5 Milliarden US-Dollar in den USA mit Calciumnitrat: Während es anderswo in der Welt vorrangig für Düngemittel verwendet wird, setzt man es dort meist für Sprengstoffe ein.

Der Preis …

… für pures Calcium soll bei 20 US-Dollar pro 100 Gramm liegen. Hochreines Calciummetall (99,9 Prozent) wird auf Alibaba für 1300 bis 2500 US-Dollar pro Tonne angeboten (Mindestbestellmenge: 20 Tonnen). Gehandelt wird es in Form von Barren, die in Säcken von je einer Tonne Gewicht verschifft werden. Der Preis für das als Pulver gehandelte Calciumcarbonat liegt bei 130 bis 250 US-Dollar und steigt seit 2015 stetig.

Wie geht es weiter?

Analysten erwarten, dass die Nachfrage nach Calciumcarbonat bis 2025 auf 180 Millionen Tonnen ansteigt, getrieben von der Papier- und Kunststoffindustrie. Die Umsätze für Calciumproprionat, Rohstoff für pharmazeutische Produkte, Nahrungs- und Futtermittel, sollen von 277 Millionen US-Dollar im Jahr 2018 auf mehr als 363 Millionen US-Dollar 2023 zulegen. Für Calciumnitrat, wichtig für Düngemittel und Sprengstoffe, wird ebenfalls ein stabiles Wachstum prognostiziert. ---

Ordnungszahl im Periodensystem: 20
Ca: Elementsymbol; Feststoff
Relative Atommasse: 40,08