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Ökonomie der Elemente

Kalium (K)

Was im Periodensystem an Wirtschaft steckt





Die besondere Eigenschaft

Das weiche silberweiße Alkalimetall ist derart reaktionsfreudig, dass es in seiner reinen Form kaum zu gebrauchen ist. Geradezu explosiv reagiert es mit Wasser.

Wer braucht es?

Der größte Teil der Weltmarktproduktion in Form von Kalisalzen landet in Düngemitteln. Auch in Waschmitteln, Glas, Pharmazeutika oder Infusionslösungen findet man es – in Verbindung mit Nitrat wird es zu Schießpulver, als Kaliumcarbonat steckt es in Seifen.

Die Liste der Kaliumverbindungen ist lang, man nutzt diese Verbindungen unter anderem als Backpulver, Färbemittel, Deodorant, Konservierungs- und Verdickungsmittel, beim Keltern von Wein oder zur Herstellung von Kokain. Man braucht es auch für Kühlflüssigkeiten bei Ölbohrungen, in der Wasseraufbereitung, bei Sanierungen kontaminierter Böden, in Aquakulturen, für die Rüstungsindustrie oder den Süßstoff Saccharin.

Wo findet man es?

Hauptsächlich unter Tage als Mineral Kaliumchlorid (Sylvin). Große Lagerstätten befinden sich in der kanadischen Provinz Saskatchewan, in der Atacama-Wüste in Chile, in Russland, Weißrussland, Jordanien und Deutschland. Synthetisch lässt sich das Element nicht herstellen.

Wer verkauft es?

Die großen Düngemittelhersteller, an erster Stelle Potash Corp aus Kanada und die russische Uralkali, die zusammen mehr als 40 Prozent des Weltmarktvolumens produzieren. Im Geschäft sind auch Belaruskali aus Weißrussland, Mosaic Ltd. und FMC Ltd. aus den USA, Vale Fertilizers aus Brasilien, Sinofert aus China sowie die deutsche K+S AG. Für die Verbindung Kaliumpermanganat zählt Chongqing Changyuan aus China zu den Marktführern.

Der Weltmarkt

Jährlich werden circa 35 Millionen Tonnen Kaliumchlorid abgebaut, das vor Kaliumsulfat und Kaliumnitrat wichtigste Kalisalz. Die Produktionskapazitäten verteilen sich auf nur elf Länder. Kanada liefert vor Russland und Weißrussland die größten Mengen, allerdings sind dort auch internationale Firmen tätig, vor allem aus China. Bedeutende Abnehmer sind neben den USA und Europa auch China, Indien und Brasilien. Der Weltmarkt für Kaliummetall beträgt nur rund 200 Tonnen.

Der Preis

Der Februar ist der wichtigste Monat für die Kali-Industrie: Dann schließen die chinesischen Käufer mit den internationalen Anbietern ihre Verträge ab. An diesen Preisen orientiert sich der Weltmarkt für den Rest des Jahres. 2009 lag das Allzeithoch für Kalisalz bei mehr als 850 US-Dollar pro Tonne, mittlerweile sind es knapp über 200 US-Dollar. Ein Grund ist ein Überangebot, einhergehend mit ausbleibenden Bestellungen aus China und Indien. 2013 kam es zu einem starken Preisverfall, als die russische Uralkali ein Export-Kartell mit Belaruskali und damit die Preisdisziplin aufkündigte. In Folge stieg das Angebot, während die Nachfrage sank. Weißrussland musste seine Produktion 2016 um ein Drittel drosseln.

Wie geht es weiter?

Der Bedarf an Düngemittel wird langfristig steigen, da die landwirtschaftlichen Erträge wegen der zunehmenden Weltbevölkerung erhöht werden müssen. Für Kaliumchlorid könnte das Weltmarktvolumen im Jahr 2019 auf mehr als 32 Milliarden US-Dollar wachsen (2014: 19,5 Milliarden US-Dollar). Südostasien und Südamerika treiben die Nachfrage. Der Abbau von Förderkapazitäten hat zuletzt das Überangebot minimiert. Allerdings sorgen die Umweltschäden durch Kali-Dünger für eine verstärkte Konkurrenz durch Bio-Dünger. ---

Ordnungszahl im Periodensystem: 19
Elementsymbol, fest (schwarz): K
Relative Atommasse: 39,10