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WARR Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik

Studenten aus München wollen für Elon Musk die Hyperloop-Kapsel bauen. Ende August kommt es zum Wettrennen gegen andere Anwärter aus der ganzen Welt.





• Im Jahr 2013 stellte Elon Musk erstmals sein Konzept vor: eine Vakuumröhre, in der Transportkapseln mit Schwebetechnik bis auf annähernd Schallgeschwindigkeit beschleunigt werden, um später einmal Städte zu verbinden.

Um die Machbarkeit zu beweisen, rief Musk 2015 einen Wettbewerb ins Leben. 120 Studententeams aus der ganzen Welt bewarben sich; 30 wurden ausgewählt, einen Prototyp für eine Transportkapsel (Pod) zu bauen und auf einer Teststrecke vorzuführen. Dort sollen sie eine möglichst hohe Geschwindigkeit halten, notbremsen und dann selbstständig zum Ende der Röhre fahren.

Nur fünf Teams bestanden die Sicherheits- und Funktionstests und durften mit ihrem Pod antreten. Mit dabei: eine selbstorganisierte Studentengruppe der Technischen Universität München mit Namen WARR-Hyperloop.

Anderthalb Jahre lang haben die Münchener Elon Musks Konzeptpapier auseinandergenommen. „Vieles darin war technisch nicht optimal gedacht“, sagt Gabriele Semino. Der Physikstudent ist einer von drei Projektleitern von WARR-Hyperloop. Statt der vorgesehenen Führung auf Luftkissen entschieden sie sich für eine Magnet-Schwebetechnik.

Die Kapsel aus München war 4,2 Meter lang und 1 Meter breit, der Rahmen aus Aluminium, die Hülle aus Carbon. An der Stirnseite saugte ein Kompressor während der Fahrt Luft an und leitete sie am Fahrzeug vorbei. Mit an Bord: ein Dummy in Lederhosen. Mit ihrem Pod gewann das Team den Preis für die schnellste und beste Leistung.

„Damals ging es darum, die Machbarkeit des Konzeptes zu beweisen“, sagt Gabriele Semino. Die Pods mussten zahlreiche Tests bestehen. „Auch damit während der Fahrt die Röhre nicht zerstört wird.“

In einem zweiten Wettrennen Ende August geht es vor allem um Geschwindigkeit. Dann werden 24 Teams antreten, darunter Studenten von der Princeton University und der Eliteuniversität Keio in Japan. Die Münchener reichten ein neues Konzept ein und bekamen Anfang März die Zusage für die Teilnahme.

„Der erste Pod war noch rund 550 Kilo schwer und recht konventionell gebaut“, sagt Semino. „Wir haben nun in der kurzen Zeit versucht, jede Komponente zu optimieren, haben reduziert, Teile leichter gemacht und individuell angepasst.“

Der neue Pod ist deutlich kleiner und wiegt nur noch zwischen 60 und 70 Kilogramm. Mehr Details möchte Semino nicht verraten. Aber: „Das Ziel ist, die 350 Stundenkilometer zu knacken“, sagt er. „Mehr ist nicht drin, weil die Teströhre nur 1250 Meter lang ist.“ Der Pod muss also möglichst schnell beschleunigen und am Ende rechtzeitig stoppen können.

Ende August reist das gesamte Team mit 30 Mitgliedern nach Los Angeles und drückt die Daumen. An Selbstvertrauen mangelt es ihnen nicht. „Wir wissen zwar nicht, was die anderen Teams bauen“, sagt Semino, „aber wenn alles funktioniert wie geplant, dann sollten wir gewinnen.“ ---

WARR – Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt an der Technischen Universität München

Kontakt: hyperloop@warr.de