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Ökonomie der Elemente

Tellur (Te)

Was im Periodensystem an Wirtschaft steckt





Die besondere Eigenschaft

Das silberweiße und metallisch glänzende Halbmetall ist spröde und leicht zu pulverisieren. Der Staub ist explosiv und giftig. In Wasser löst sich Tellur nicht. Es hat die längste Halbwertszeit aller Elemente.

Wer braucht es?

Dünnschicht-Solarzellen aus Cadmiumtelluriod produzieren den billigsten Solarstrom. Damit scheint die Netzparität näher denn je, also der angestrebte Zustand, in dem Solarstrom nicht teurer als andere Stromarten ist. Weitere Einsatzfelder sind Fotodioden, etwa in Belichtungsmessern von Digitalkameras. Ebenso verbessert Tellur die Bildqualität von Druckern und Kopierern. Glas aus Telluroxid ist ein Lichtwellenleiter, der sich etwa in den Unterseekabeln befindet, die den Datenaustausch zwischen den Kontinenten und damit das Internet ermöglichen.

In der Gummiproduktion hilft es beim Härten. Es wird zudem Stahl, Gusseisen, nicht rostenden Edelmetallen, Blei- und Kupferlegierungen zugesetzt, um diese Materialien besser bearbeitbar zu machen.

Thermoelektrische Generatoren mit Bleitellurid wandeln Wärme in elektrische Energie um. Damit können Holzkohlegrills, Petroleumlampen oder Gasbrenner in abgelegenen Gegenden auch der Stromerzeugung dienen. Das gelingt sogar im Weltraum: Raumsonden, die zu weit von der Sonne entfernt unterwegs sind, um mit Solarzellen Strom zu erzeugen, werden von Radionuklidbatterien thermoelektrisch mit Energie versorgt. Im Orbit kreisen auch Satelliten mit tellurhaltigen Infrarotmessern, um den Pflanzenwuchs in Wäldern oder auf Anbauflächen großflächig zu analysieren. In der Militärtechnik bringen Raketen mit dem gleichen System ihre Sprengsätze ins Ziel.

Wo findet man es?

In reiner Form ist Tellur seltener als Gold, Silber oder Platin. Die wichtigsten Lagerstätten befinden sich in Kanada, Schweden, Peru, China, Japan und Mexiko. Der Abbau dieser natürlichen Vorkommen hat aber keine Bedeutung, weil sie zu selten sind. Stattdessen wird Tellur vornehmlich in der Nickel- oder Kupferherstellung industriell gewonnen.

Wer verkauft es?

Vor allem große Kupferproduzenten wie die deutsche Aurubis (Umsatz 2015/2016: 9,5 Milliarden Euro), der australisch-britische Konzern BHP Billiton (Umsatz 2016: 30,9 Milliarden US-Dollar), Glencore in der Schweiz (Umsatz 2016: 177,4 Milliarden US-Dollar) oder Jiangxi Copper in China (Umsatz 2015: 30,5 Milliarden US-Dollar).

Der Weltmarkt

Die Schätzungen für die jährliche Produktionsmenge liegen zwischen 175 und 450 Tonnen. 20 Prozent des Weltmarktangebots stammen aus China, ebenso viel aus Japan und 30 Prozent aus der Europäischen Union. Gut 40 Prozent der Nachfrage entfallen auf Solarzellen. In der Solarindustrie werden auch jährlich 65 Tonnen Tellur recycelt.

Der Preis

Seit Mitte 2015 kostet ein Kilogramm etwa 50 Euro. Das Allzeithoch im Jahr 2010 betrug mehr als 350 Euro. Damals trieben die Angst vor einem Lieferengpass bei Kupfer und Spekulationen an den Finanzmärkten den Preis in die Höhe.

Wie geht es weiter?

Dünnschicht-Solarzellen wird ein großes Potenzial nachgesagt. Das US-Start-up Lucintech vermarktet bereits Fenster mit transparenten Fotovoltaikmodulen. Die Autoindustrie experimentiert mit thermoelektrischen Generatoren, um aus der Abgas-Restwärme von Pkw Strom zu gewinnen. Weiterhin könnte die steigende Nachfrage nach Kupfer indirekt das Angebot an Tellur verknappen, da bei der Kupfergewinnung häufiger auf die aufwendige Extraktion von Tellur verzichtet wird. Es ist ungewiss, ob diese Faktoren ausreichen, um den Preis um ein Vielfaches steigen zu lassen, damit die Förderung wieder rentabel wird. ---

Ordnungszahl im Periodensystem: 52
Elementsymbol, fest (Schwarz): Te
Relative Atommasse: 127,60