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H-Aero

Ein Start-up in Stuttgart schickt ein neuartiges Objekt in die Luft.





• Alle bekannten Fluggeräte haben ihre Tücken: Flugzeuge sind schnell und haben eine große Reichweite, benötigen aber flächenverbrauchende Start- und Landebahnen und viel Energie. Hubschrauber können fast überall starten und landen, haben aber eine relative geringe Reichweite. Ballons sind mit ihrem Auftrieb energieeffizient, können auch schwere Lasten über weite Strecken transportieren, sind aber langsam, windanfällig und benötigen meist eine Bodenmannschaft.

Csaba Singer, Luft- und Raumfahrt-Ingenieur aus Stuttgart und Geschäftsführer der Firma Hybrid-Airplane, möchte die Vorteile aller drei Flugarten vereinen: H-Aero heißt der Hybrid, eine mit rund 10 Kubikmeter Helium gefüllte, dicke Frisbee-Scheibe mit zwei Tragflächen, die um 180 Grad drehbar sind, ausgestattet mit Propellern und je einem Elektromotor, der über Solarzellen angetrieben wird. Die Hülle besteht aus einer strapazierfähigen Außenschicht, die starken Winden standhält, und einer sehr leichten Innenhaut. Die Spannweite des Fluggeräts beträgt momentan rund fünf Meter.

Gebaut wurde H-Aero mit öffentlichen Fördermitteln und der Hilfe privater Geldgeber. Gesteuert wird er über Funk.

Das Gefährt kann senkrecht starten, hat dank Helium einen eigenen Auftrieb und bewegt sich in der Luft wie ein Flugzeug. Vor allem aber soll der Hybrid später einmal monatelang in der Luft bleiben können. Er wäre damit ideal zur Beobachtung von Verkehr oder Wetter, könnte über Funkzellen ein eigenes Kommunikationsnetz aufbauen und so das Internet in entlegene Regionen bringen. Funkmasten wären damit überflüssig.

Momentan kann H-Aero nur drei Kilogramm Last bewegen und ist auch nur 20 km/h schnell, um stabil seine Position in der Luft zu halten. Je nach Anforderung können die Komponenten verändert werden, um die Geschwindigkeit oder Tragfähigkeit zu erhöhen.

Die Stuttgarter haben eine Nullserie produziert und wollen mit Hilfe von Investoren im kommenden Jahr die Serienproduktion starten. Dann wollen sie sich auch an den Transport von Personen und schweren Lasten wagen. Langfristig will Singer die Lücke zwischen Flugzeug und Schiff füllen. „Wir entwickeln Schritt für Schritt, von klein nach groß und wollen aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.“ H-Aero soll nicht enden wie der Cargolifter (siehe brand eins 08/2002, „Das Traumschiff“).

Angst vor der Konkurrenz aus dem Silicon Valley hat Singer nicht: „Wir forschen in Stuttgart schon seit 20 Jahren an Konstruktionen und Materialien.“ Mittlerweile ist auch die Nasa auf sein Konzept aufmerksam geworden und hat ihn nach Houston eingeladen. Dort sucht man nach Möglichkeiten, einmal den Mars zu erkunden. ---
H-Aero
Eine Entwicklung der Hybrid Airplane GmbH mit Unterstützung des Technologiezentrums der Universität Stuttgart Kontakt: csaba.singer@hybrid-airplane.com