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Mikroökonomie

Christophe Joud, 32, wuchs in Lens-Lestang in Frankreich auf. Als Austauschstudent kam er 2006 nach Lausanne, in die zweitgrößte Stadt der französischen Schweiz. Dort absolvierte er seinen Master in Architektur an der Technischen Hochschule und blieb. Im Jahr 2012 gründete er mit seinem Geschäftspartner das Architekturbüro Joud & Vergély. Außerdem ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent tätig.




Verdienst, Grundkosten, Altersvorsorge

Christophe Joud verdient mit einer halben Stelle an der Hochschule umgerechnet 3180 Euro brutto monatlich. Als Inhaber eines Architekturbüros zahlt er sich ein Gehalt von 1720 Euro brutto im Monat aus. Für seine Krankenkasse fallen monatlich knapp 260 Euro an, für die Altersvorsorge rund 350 Euro. Auf sein Einkommen bezahlt er pro Monat 464 Euro Steuern. Die Monatsmiete für seine Wohnung in Höhe von 1460 Euro teilt er sich mit seiner Frau, die ebenfalls Architektin ist. Eine Jahreskarte der Bahn kostet ihn rund 2320 Euro, Carsharing 172 Euro im Monat. Dreimal die Woche isst er mittags in der Mensa für je elf Euro. Ab und an gehen die Mitarbeiter des Büros gemeinsam zum Mittagessen ins Restaurant für 25 Euro.

Was bedeutet Ihnen Arbeit?

Für mich ist das keine Arbeit – es ist meine Art zu leben.

Was ist das Wichtigste in Ihrem Leben?

Zu lieben, was ich mache und davon leben zu können.

Was möchten Sie an Ihrem Leben ändern?

Ich hätte gern öfter an den Wochenenden frei. Andererseits kann ich es nicht lassen zu arbeiten. Diesen Zwiespalt würde ich gern zugunsten meiner Freizeit beheben.

Welche sind Ihre größten Probleme, und wie gehen Sie damit um?

Meine Einnahmen als selbstständiger Architekt schwanken sehr. Es wäre schön, nicht andauernd über Geld nachdenken zu müssen.

Was tun Sie, wenn Sie sich etwas Besonderes gönnen wollen?

Reisen, zusammen mit meiner Frau.

Was erwarten Sie von der Zukunft, und was tun Sie dafür?

Ich möchte mich kreativ weiterentwickeln und immer neugierig bleiben. Um das zu erreichen, darf ich nicht übermäßig mit mir zufrieden sein.

Was täten Sie, wenn Sie sich ein Jahr nicht um Ihren Unterhalt kümmern müssten?

Ich würde mir ein Atelier nehmen, in dem ich mich den ganzen Tag auf Architektur konzentrieren kann – herumspielen und Entwürfe erstellen, die keinen Vorgaben unterliegen.

Gibt es Nachteile, wenn man als Ausländer in der Schweiz lebt?

In gewisser Weise schon. Ich habe noch nie einen Auftrag durch Kontakte bekommen, so wie etliche meiner Schweizer Kollegen. Wenn ich also einen Wettbewerb gewinne, sehe ich den Sieg als doppelt verdient an – dann war es allein mein Können, das ausschlaggebend war. ---

Schweiz

Einwohner: 8,4 Millionen
Währung: Schweizer Franken (CHF; 0,86 CHF = 1 Euro)
BIP pro Kopf: 75.175 Euro
Human Development Index: Platz 2 (Deutschland: 4 von 188 Ländern)

Aktuelle Durchschnittskosten

1 Liter Benzin: 1,20 Euro
1 Stunde Tretbootfahren: 22 Euro
1 Kilo Raclettekäse: 20 Euro
1 Tafel Schokolade: 2 Euro
1 Kugel Eis: 3 Euro
1 Glas Aperol Spritz im Lokal: 13 Euro