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Kinder Überraschung

Frappierende Fakten über einen Bestseller.





• Eine weiß-rote Plastikverpackung, gut 20 Gramm Schokolade, ein gelber Plastikbehälter und ein kleines Spielzeug: Das war und ist das Überraschungs-Ei. 1974 von Ferrero erstmals auf den Markt gebracht, hat es sich bis heute kaum verändert. Noch immer trägt das Produkt den offiziellen Namen „Kinder Überraschung“, der sich aber nicht durchgesetzt hat. Noch immer ist die Rezeptur dieselbe. Und immer steckt in jedem Ei ein Spielzeug, in jedem siebten Ei soll eine besondere Figur stecken.

Trotz des Spielzeugs, das im Hohlkörper versteckt ist, wird das Ü-Ei in Deutschland wie ein Lebensmittel besteuert. Das bedeutet, auf die Schoko-Eier fallen nur sieben und nicht 19 Prozent Mehrwertsteuer an.

Die meisten Kunden dürften das Ei wohl wegen des Inhalts kaufen, nämlich den bei Sammlern begehrten Figuren der Sonderserien: Schlümpfe, Biene Maja, Pumuckl oder solche aus dem Dschungelbuch waren schon darunter. 30 000 Sammler gibt es schätzungsweise allein in Deutschland. Sie treffen sich mehrmals im Jahr zu Tausch- und Sammelbörsen. Damit man weiß, zu welchem Preis welche Figur in welchem Jahr gehandelt wird, gibt es seit 1993 einen Katalog. Bis heute ist das aktuell 1696 Seiten dicke Buch aus dem Feiler Verlag mehr als 1,5 Millionen Mal verkauft worden. Zudem gibt es ein Computerprogramm, das dabei hilft, die heimische Sammlung zu katalogisieren.

Die wertvollste Figur ist der blaue Nachtwächterschlumpf mit aufgemalter weißer Mütze und Hose. Er gehört zu einer Serie, die ab 1979 verkauft wurde. Der geschätzte Wert des Schlumpfs liegt bei 12 000 Euro.

In den USA ist das Überraschungs-Ei verboten. Der Grund ist ein Gesetz von 1983. Dieses untersagt, Spielzeug zu verkaufen, das vollständig von Schokolade umschlossen ist. Wie ernst die USA es nehmen, zeigen die Zahlen des Zolls: 60 000 Überraschungs-Eier sind allein im Jahr 2011 konfisziert worden. Bis zu 2500 Dollar kann die illegale Einfuhr kosten – pro Ei.

In Chile ist die Kinder Überraschung ebenfalls verboten. Dort will die Regierung die Zahl der fettleibigen Kinder reduzieren und hat ein Gesetz gegen die Kombination von Spielzeug mit Süßigkeiten erlassen.

Nach Jahren der Kontinuität gab es 2012 übrigens eine Neuerung beim Ü-Ei: eines in Pink, speziell für Mädchen. ---