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Ökonomie der Elemente

Titan (Ti)

Was im Periodensystem an Wirtschaft steckt.





Die besondere Eigenschaft?

Das weißlich glänzende Metall ist leicht, dehnbar, sehr fest, korrosions-, temperatur- und säurebeständig. Es ist ungiftig und löst keine Allergien aus.

Wer braucht es?

Die Lebensmittelindustrie – hinter dem Zusatzstoff E171 verbergen sich Nanopartikel von Titandioxid. Der in Lebensmitteln zugelassene Farbstoff verleiht Kaugummis und Zuckerguss ein strahlendes Weiß. Auch in Medikamenten und Zahnpasta wird es verwendet, ebenso in fast allen weißen Kunststoffen sowie Glas, Sonnencreme und Farben.

Die Schmuckindustrie schätzt die Beständigkeit des reinen Metalls und das geringe Gewicht. Ein Trauring aus Titan zeigt selbst zur goldenen Hochzeit nicht die kleinsten Spuren eines Kratzers, ebenso wie Luxusuhren oder teure Brillengestelle. Rustikaler ist der Einsatz in U-Booten, Flugzeugen, Ölplattformen, Meerwasser-Entsalzungsanlagen, Schiffsmotoren oder in der Raumfahrt – auch dort gilt es, maximale Beständigkeit mit geringstmöglichem Gewicht zu erreichen. Eigenschaften, die auch nützlich sind für elektrische Leiter, Katalysatoren oder Prothesen sowie für die allein in Deutschland mehr als 200 000 jährlich eingesetzten Titan-Zahnimplantate.

Die Fassade des Guggenheim-Museums in Bilbao besteht unter anderem aus Titan. Bei Autonarren bekannt ist der Akrapovic-Titanauspuff für Sportwagen.

Wo findet man es?

In Australien, Nordamerika, Skandinavien und Russland. Wichtige Vorkommen von Titandioxid befinden sich zudem in Südafrika, Sierra Leone und Saudi-Arabien. Es existieren viele titanhaltige Mineralien, allerdings stets in geringer Konzentration. Die Aufbereitung ist aufwendig und teuer, das Titan wird in einem Reaktor unter Luftabschluss und bei 800 Grad mehr als eine Woche lang aus den Ausgangsmineralien regelrecht herausgekocht.

Wer verkauft es?

Der weltgrößte Produzent ist ein russisches Staatsunternehmen mit dem kryptischen Namen VSMPO-AVISMA. Es beliefert unter anderem den Flugzeughersteller Airbus EADS. Weitere Anbieter sind Titanium Corporation und ATI Metals (USA). Zu den führenden Produzenten von Titandioxid gehören Henan Billions Chemicals Co. (China), Iluka Ressources (Australien), Rio Tinto Group (Australien/Großbritannien) oder The National Titanium Dioxide Company Ltd. (Saudi-Arabien).

Der Weltmarkt

In den vergangenen Jahren gab es auch deshalb ein Überangebot an Titan, weil stark in Recycling investiert wurde. Außerdem sank die Nachfrage aus dem Anlagenbau, vor allem durch ein rückläufiges Geschäft mit Meerwasser-Entsalzungsanlagen, die große Mengen an Titan-Legierungen benötigen. Die Nachfrage konzentriert sich auf die Märkte Asien-Pazifik, Nordamerika und Westeuropa. Die wichtigste Branche für Titandioxid mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent sind die Hersteller von Farben und Lacken.

Im Jahr 2015 wurden weltweit fast 9 Millionen Tonnen Titanoxid produziert. Das jährliche Fördervolumen des Metalls liegt bei knapp 100 000 Tonnen.

Der Preis …

… fiel zuletzt. Ein Kilogramm wird heute für circa 4 Dollar verkauft; 2013 waren es noch mehr als 7 Dollar. Gehandelt wird der Rohstoff üblicherweise als Titanschwamm (Reinheit: 99,7 Prozent), einem verfilzten Metallgeflecht, das in unregelmäßigen Stückchen in Größen von 12 bis 25 Millimetern in Fässern verpackt wird.

Wie geht es weiter?

Der Branchentreff Titanium Europe schätzt die langfristigen Aussichten positiv ein. Die Nachfrage aus der Luftfahrtindustrie soll bis 2025 um jährlich 4,5 Prozent steigen. Die jüngsten Nachfragerückgänge für neue Meerwasser-Entsalzungsanlagen werden demnach durch einen wieder steigenden Bedarf vor allem in der Golfregion kompensiert. Außerdem ist auf der Angebotsseite ein leichter Rückgang der Überkapazitäten zu verzeichnen. ---

Ordnungszahl im Periodensystem: 22
Elementsymbol, fest (schwarz): Ti
Relative Atommasse: 47,88