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Rapitag

Geschäfte könnten künftig ohne Kasse auskommen – dank einer Erfindung aus München.





• Laden betreten, Hose anprobieren, mit dem Smartphone die Sicherung entfernen und bezahlen, Laden verlassen – so stellt sich Alexander Schneider, 32, den Einkauf der Zukunft vor. Keine Kasse, keine Schlange, keine Wartezeit.

Der Wirtschaftspsychologe arbeitet seit zwei Jahren daran. Er möchte zwei bestehende Systeme vereinen: die Sicherungen, die als Diebstahlschutz an vielen Produkten des Modehandels hängen, und das Bezahlen mit dem Mobiltelefon. „Viele Händler experimentieren bereits“, sagt Schneider. „Ikea setzt auf Scannerkassen, die Kunden selbst bedienen. Bei Aldi kann man mit dem Smartphone bezahlen. Aber der Kunde hat keinen echten Vorteil davon. Was bringt es mir, wenn ich trotzdem in der Kassenschlange warten muss?“

Viele Kunden brechen ihren Einkauf ab, weil die Wartezeit zu lang ist. Zudem sind Kassensysteme teuer, benötigen Personal und Platz. Die wertvolle Fläche würden die Händler lieber mit Ware füllen.

Mit seinem Partner Sebastian Müller, 31, hat Schneider eine Software und eine intelligente Sicherung entwickelt. Hält man sein Mobiltelefon an diese Sicherung, erkennt es via Bluetooth die Ware und den Preis, kann in der dazugehörigen App Empfehlungen geben, den Lagerbestand prüfen oder auf den Webshop verweisen. Drückt der Kunde einen Kaufen-Button, wird der Betrag von seinem Konto abgebucht, die Sicherung öffnet sich, und er kann die Ware mitnehmen. Die Sicherung bleibt im Geschäft.

Vor ein paar Wochen hat das Duo die Firma Rapitag gegründet und eine Exist-Förderung und Büroräume an der Hochschule München bekommen. Anfang 2018 soll der erste Test mit einem Einzelhändler folgen. Dazu suchen die beiden Gründer einen Partner.

Robert Clara von der auf E-Commerce spezialisierten Firma SAP Hybris hat sich Rapitag angesehen. „Dem Kunden mehr Autonomie zu geben ist die richtige Idee“, sagt er. „Bei Ketten wie H&M oder Zara mit junger Zielgruppe und hohem Umsatz kann das funktionieren. Im High-End-Bereich möchte der Kunde aber Beratung und eine nette Verpackung.“ Auch dürfe die Neuinvestition nicht zu hoch sein. „Spannend wird, ob der Kunde wirklich sein Smartphone zückt und damit seine Daten preisgibt“, sagt Dominik Böhler vom Zentrum Unternehmertum in München. „Dann hat der Händler einen echten Vorteil: den direkten Kanal zum Kunden.“ ---
Rapitag
Gegründet von Alexander Schneider und Sebastian Müller
Kontakt: info@rapitag.com