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Ökonomie der Elemente

Stickstoff (N)

Was im Periodensystem an Wirtschaft steckt.





Die besondere Eigenschaft

Das farb-, geschmack- und geruchlose Gas brennt nicht, ist bei Zimmertemperatur reaktionsträge und in Wasser schwer löslich. Es hat einen sehr niedrigen Siedepunkt: Bei –196° C kondensiert es zu einer farblosen Flüssigkeit.

Wer braucht es?

Ein Großteil der Weltbevölkerung, denn dessen Ernährung sichern die durch Stickstoffdünger gestiegenen Erträge in der Landwirtschaft. Der Ausgangsstoff dafür ist Ammoniak, eine Verbindung aus Wasser- und Stickstoff. Die verwendet man auch für Blausäure oder Sprengstoffe wie Nitroglycerin. Weitere Verbindungen führen zu Backtriebmitteln, Salmiakpastillen, dem Lebensmittelzusatz E640, zu Infusionslösungen, Schlaf- oder Narkosemitteln, Kunststoffen für elektrische Schalter und Stecker, Campinggeschirr, Nylonstrümpfen, Tischtennisbällen, Riechstäbchen oder Schädlingsbekämpfungsmitteln.

Und: Angeblich 2000 Kryoniker wollen sich nach ihrem Tod in flüssigem Stickstoff bei –196° C einfrieren lassen. Sie hoffen auf eine spätere Wiedererweckung. Auch Stammzellen aus Nabelschnurblut, Eizellen oder Sperma werden derart konserviert. Im Tiefbau vereist man damit ganze Grundstücke, um den Boden während der Bauphase wasserundurchlässig zu halten. Als Gas kühlt es in Computern Haupt- und Grafikprozessoren. Man pumpt es in Flugzeugreifen, nutzt es als Schutzgas beim Schweißen oder Löten. Im US-Bundesstaat Oklahoma wird die Todesstrafe durch Ersticken mit Stickstoff vollzogen.

Wo findet man es?

In der Luft – die besteht zu fast 80 Prozent aus Stickstoff.

Wer verkauft es?

Industriegasehersteller wie Linde (Umsatz 2015: 17,9 Milliarden Euro) und Messer Group (Umsatz 2015: 1,2 Milliarden Euro) aus Deutschland. Praxair (Umsatz 2015: 10,8 Milliarden US-Dollar), Nexair, Air Products and Chemicals (Umsatz 2016: 9,5 Milliarden US-Dollar) aus den USA. Air Liquide (Umsatz 2015: 16,4 Milliarden Euro) aus Frankreich, Taiyo Nippon Sanso (Umsatz 2016: 5,4 Milliarden Euro) aus Japan, Gulf Cryo aus Kuwait sowie SIG Gases Berhad (Umsatz 2015: 15,9 Millionen Euro) aus Malaysia.

Ammoniak produzieren Yara aus Norwegen (Umsatz 2015: 12,2 Milliarden Euro), Potash (Umsatz 2015: 6,3 Milliarden US-Dollar) aus Kanada, Eurochem (Umsatz 2015: 4,5 Milliarden US-Dollar) aus Russland, CF Industries (Umsatz 2015: 4,3 Milliarden US-Dollar) aus den USA und die chinesische Sinopec Nanjing Chemical Industrial.

Der Weltmarkt …

… für Flüssigstickstoff summierte sich 2015 auf 12,5 Milliarden US-Dollar. Der wichtigste Markt ist Nordamerika, gefolgt von China und Indien. Ammoniak wird weltweit mit fast 200 Millionen Tonnen gehandelt. Hauptproduzenten sind China, Indien, Russland und die USA. Die zehn größten Anbieter produzieren fast ein Fünftel des Weltmarktes.

Der Preis

Gestiegene Energiekosten und der niedrige Euro führen zu steigenden Preisen für Stickstoffdünger. Die Tonne Harnstoff mit 46 Prozent Stickstoffanteil, kostete Ende vergangenen Jahres 280 Euro, ein Anstieg von 20 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Der Preis für Flüssigstickstoff liegt bei 10 bis 50 Cent pro Liter, größter Kostenfaktor ist der Transport.

Wie geht es weiter?

Bis 2020 soll der Handel mit Flüssigstickstoff weltweit 16,1 Milliarden US-Dollar erlösen. Wachstumstreiber sind Chemie und Pharma, Elektronik, Healthcare, die Kunststoff- und Lebensmittelindustrie sowie die Entwicklungs- und Schwellenländer. Interessant sind Brennstoffzellen, für die man mit Eisen-Stickstoff-Katalysatoren experimentiert. Ammoniak könnte im Jahr 2019 für mehr als 100 Milliarden US-Dollar gehandelt werden. Der Verbrauch steigt durch die wachsende Weltbevölkerung und begrenzte Ackerflächen. Hersteller in den USA und Asien bauen ihre Kapazitäten aus. ---

Ordnungszahl im Periodensystem: 7
Elementsymbol, fest (Schwarz): N
Relative Atommasse: 14,01