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Project Breeze

Das Hamburger Start-up Breeze entwickelt ein Luftmessgerät im Miniformat und will Kommunen helfen, dass die Städte sauberer werden.





• Als Robert Heinecke im Winter 2014 seine Masterarbeit in einer Unternehmensberatung in Istanbul schrieb, konnte er zeitweise die Gebäude auf der anderen Straßenseite nicht mehr erkennen. Inversionswetterlage nennt man es, wenn wärmere Luftschichten wie ein Deckel über einer Stadt liegen und die kältere Luft darunter am Aufsteigen hindern. Der Dreck aus Autoabgasen, Industrie, Gas- und Kohleöfen hängt dann fest.

Beim Thema Luftverschmutzung sind Städte oft hilflos. Sie haben wenige Messstationen, meist sündhaft teure Container, die ihnen melden, dass sie ein Umweltproblem haben. Mehr aber nicht.

Zurück in Hamburg, schloss sich Heinecke mit zwei Kommilitonen zusammen und gründete Breeze. Sie entwickelten mithilfe europäischer Förderung ein Messgerät, das gerade mal neun Zentimeter groß, erheblich billiger und leicht zu montieren und zu warten ist. Statt einiger großer Messstationen wollen sie ein engmaschiges Netz aus Hunderten kleiner Sensoren über das Stadtgebiet verteilen, die in Echtzeit Daten funken. Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu bekommen, wie sich Verkehr und bauliche Maßnahmen auf unsere Luft auswirken. Selbst Stauprognosen werden so möglich.

Das Problem der Gründer: „Viele Städte zeigen zwar Interesse, wollen aber eigentlich nicht noch mehr Daten“, sagt Heinecke. „Denn mehr Daten erzeugen auch mehr Druck auf Verwaltung und Politik.“ Deshalb bietet Breeze neben dem Analysegerät auch einen Maßnahmenkatalog an. Mehr als 3500 Einzelmaßnahmen haben sie aus wissenschaftlichen Studien zusammengetragen. Zum Beispiel den Umbau von Kreuzungen zu Kreisverkehren oder spezielle Betonsteinpflaster.

50 Euro sollen Gerät und Service pro Monat kosten. Um an städtische Aufträge zu kommen, ist Breeze Teil der Morgenstadt-Initiative einiger Fraunhofer-Institute. Der Leiter Alanus von Radecki hält das Gerät für eine gute Innovation. „Es ist klein, mobil und kann fast alles. Aber es drängt auf einen komplexen, weil politischen Markt.“ Deshalb will Breeze seinen Service nun auch privaten Firmen anbieten, um die Luftqualität in Innenräumen zu messen. Dort ist die Luft bis zu 100-mal schmutziger als draußen. ---
Breeze
Gründer: Robert Heinecke, Sascha Kuntze, Jan Rübbelke
Gefördert vom Start-up Dock der TU Hamburg-Harburg
Kontakt: hello@projectbreeze.eu