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Ökonomie der Elemente

Cobalt (Co)

Was im Periodensystem an Wirtschaft steckt.





Die besondere Eigenschaft

Das stahlgraue und dehnbare Schwermetall ist ferromagnetisch, hitzebeständig sowie ein guter Leiter von Strom und Wärme.

Wer braucht es?

Vor allem die Hersteller von Batterien. Diese Branche verbraucht mehr als zwei Drittel der Weltmarktproduktion. Die Kathoden eines Lithium-Ionen-Akkus in Mobiltelefonen etwa bestehen zu 60 Prozent aus Cobalt, bei Elektrofahrzeugen sind es 10 bis 40 Prozent. In einem Tesla-Modell summiert sich das zum Beispiel auf mehr als zehn Kilogramm Cobalt. Geringere Mengen werden für Nischen-Anwendungen wie Diamantbohrer nachgefragt, als Verbindungsmaterial zwischen Bohrer und Diamant. Geradezu filigran geraten Legierungen für Gitarrensaiten. In Flugzeugmotoren trotzen Hartmetalle mit Cobalt großer Hitze, auch das Gummi von Autoreifen gerät damit widerstandsfähiger. Glas oder Porzellan verleiht es eine hübsche Blaufärbung, Wandfarbe und Keramik lässt es schneller trocknen. In einigen petrochemischen Prozessen dient es als Katalysator, als Spurenelement und Bestandteil von Vitamin B12 ist es in Tierfutter enthalten. In der Krebstherapie nutzt man es bei der Strahlenbehandlung.

Wo findet man es?

Vor allem im Kongo und in Sambia. Weitere wichtige Förderländer sind Kanada, Russland, China, Kuba und Australien. Cobalt wird fast ausschließlich als Beiprodukt im Kupfer- und Nickelbergbau gewonnen, die weltweit einzige reine Cobaltmine befindet sich in Marokko.

Wer verkauft es?

Glencore (Schweiz), Freeport Cobalt (USA), Umicore (Belgien), First Cobalt und Cobalt One aus Kanada sowie eine Vielzahl kleinerer chinesischer Anbieter. Aufbereitet wird Cobalt zumeist außerhalb der Förderländer. Neben dem reinen Metall werden verschiedene Verbindungen und Oxide gehandelt.

Der Weltmarkt

Pro Jahr werden 80.000 bis 100.000 Tonnen produziert, die Hälfte davon im Kongo. Gehandelt wird es als Blech, Chips, Kathoden oder Pulver. 70 Prozent der Kapazitäten werden in chinesischen Raffinerien aufbereitet, der Rest vor allem in Europa. Neben dem übersichtlichen Weltmarkt mit nur wenigen großen Anbietern und Abnehmern, existiert auch ein informeller, teils illegaler Sektor: Im Kongo bauen auch Privatpersonen oder kleinere Firmen den Rohstoff ab, etwa in Lagerstätten von geringer Qualität oder stillgelegten Minen. Vor allem chinesische Zwischenhändler kaufen diese kleinen Mengen auf und beliefern damit auch große Abnehmer. Diese Praxis macht es Unternehmen schwer, zu garantieren, dass sie nur legales Cobalt für ihre Produkte verwenden. Für zehn Prozent des Weltmarktangebots wird eine illegale Herkunft vermutet.

Der Preis …

… verdoppelte sich binnen Jahresfrist auf mehr als 27 US-Dollar pro Pfund. Eine typische Blase, da seit einiger Zeit auch Investoren den Rohstoff physisch erwerben und damit spekulieren. Die Marktpreise orientieren sich an den 14-tägigen Veröffentlichungen des »Metal Bulletin« aus London, das zweimal wöchentlich die Marktteilnehmer befragt. Die jüngste Notierung bei der Rohstoffbörse London Metal Exchange fand nur wenig Händler.

Wie geht es weiter?

Durch den Ausbau der Elektromobilität könnte der Bedarf um mehr als das Dreifache steigen. Eine Knappheit ist aber nicht zu befürchten, bis zu einem Anteil von weltweit 20 Prozent Elektrofahrzeugen wäre die Versorgung gesichert. Ebenso werden Alternativen aus Eisen-Mangan erforscht. Bis zu 95 Prozent des Rohstoffs in einer Batterie ließen sich auch wiederverwerten. ---

Ordnungszahl im Periodensystem: 27
Elementsymbol, fest (schwarz): Co
Relative Atommasse: 58,93