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Kein Bock auf MOOC

Der Hype um E-Learning ist vorbei. Nun erweist sich die Methode als das Beste, was den klassischen Hochschulen passieren konnte.





• Im Jahr 2011 stellt Sebastian Thrun, damals Professor an der Stanford University, seinen Kurs „Einführung in die künstliche Intelligenz“ ins Internet. Weltweit melden sich 160 000 Studenten aus 190 Ländern an, 23 000 von ihnen legen ein Online-Examen ab – mehr, als zu diesem Zeitpunkt an der Elite-Universität insgesamt eingeschrieben sind. So hat sich Thrun die Demokratisierung der Bildung dank Internet vorgestellt. 2012 gründet er zusammen mit zwei Robotik-Forschern das Unternehmen Udacity, einen Pionier des E-Learnings. Diese Online-Universität besuchten bis heute mehr als fünf Millionen Menschen. U steht dabei für University, audacity für Kühnheit und Wagemut.

Kühn ist auch das Vorhaben von Oliver Vornberger. 2013 bereitet der mittlerweile emeritierte Professor für Informatik eine Vorlesung mit Videokamera, Requisiten und selbst produzierten Animationen vor. Seine Kollegen beobachten das Vorhaben eher mit Skepsis. „Die eigene Vorlesung aufzuzeichnen ist für die meisten Professoren eine Horrorvorstellung“, sagt Vornberger. „Sie teilen untereinander eher die Zahnbürste als ihr Vorlesungs-Skript.“ Er entwickelt seit 2002 virtuelle Lehrangebote. Sein Kurs „Algorithmen und Datenstrukturen“ an der Universität Osnabrück ist 2013 einer der ersten Massive Open Online Courses in Deutschland. Diese sogenannten MOOCs richten sich an eine möglichst große Anzahl Studierender, die am Bildschirm ein Semester lang eine multimediale Vorlesung verfolgen, dazu in jeder Woche eine Hausaufgabe lösen müssen und am Ende 145 Euro für ein Online-Examen zahlen. 7000 Studenten schreiben sich ein, 5000 beginnen den Kurs tatsächlich – 20 legen die Abschlussprüfung ab.

Oliver Vornberger wird kein weiteres MOOC mehr produzieren.

Sebastian Thrun sammelt zur gleichen Zeit bei Investoren die ersten Millionen für Udacity ein. Seine Professorenstelle in Stanford gibt er auf. Stattdessen baut er nun tagsüber für Google die geheime Forschungsabteilung Google X auf und entwirft ein selbstfahrendes Auto – nachts produziert er Podcasts für Udacity.

Für die interessiert sich auch der US-Bundesstaat Kalifornien. Udacity soll an der San José State University MOOCs im großen Stil anbieten. Die Finanzkrise hat große Löcher in das Bildungsbudget der Menschen gerissen; die massenhafte Online-Abfertigung, für die nur noch die Prüfung zu bezahlen ist, erscheint als verlockendes Angebot.

Der Bundesstaat Texas geht eine ähnliche Kooperation mit dem Anbieter Coursera ein. Thrun prophezeit, dass dank der MOOCs weltweit nur noch zehn Universitäten benötigt würden. Udacity rechnet er dabei selbstverständlich mit ein, Osnabrück wohl eher nicht. Einige Monate später liegen die ersten Ergebnisse von der San José State University vor. Sie unterscheiden sich kaum von denen in Osnabrück: Die Zahl der Studenten, die die MOOCs mit einem Abschluss beenden, ist gering, die erreichten Ergebnisse sind ernüchternd. Kalifornien stoppt die Kooperation.

Studenten lieben Papier

Wer den Einfluss von E-Learning auf die deutschen Hochschulen diskutieren will, beginnt am besten dort, wo das Konzept des von Ort und Zeit entkoppelten Studierens seit je praktiziert wird: bei den Fernuniversitäten. Sie sind in gewisser Weise die analoge Evolutionsstufe vor der Online-Universität. Was die einen heute über virtuelle Plattformen streamen und zum Download anbieten, schickt etwa die Fernuniversität Hagen zweimal im Jahr mit einer Lkw-Flotte durch die Republik. Mehr als 70 000 Studenten erhalten derzeit zu Semesterbeginn auf Papier gedrucktes Studienmaterial.

Ginge das digital nicht einfacher? Oder anders gefragt: Wozu sollte überhaupt noch jemand an einer Fernuni studieren, wenn doch heute jede Hochschule durch digitale Lehrmedien zu einer Fernuniverstät werden kann? Tatsächlich sinkt seit dem Jahr 2013 die Zahl der an der Hagener Einrichtung immatrikulierten Studenten; lag deren Zahl im Wintersemester 2013/2014 noch bei 86 889, waren es zuletzt nur noch 74 917.

Den Hochschullehrer Theo Bastiaens scheinen diese Zahlen nicht nervös zu machen. Er ist seit 2016 in Hagen als Prorektor für die Schwerpunkte Digitalisierung und Internationalisierung zuständig.

brand eins: Herr Bastiaens, ist die Onlinekonkurrenz schuld am Rückgang Ihrer Studentenzahlen?

Theo Bastiaens: Nein, der Rückgang erklärt sich durch die Einführung der Studiengebühren und die Schließung einiger Studienangebote, etwa im Rahmen der Einführung der Bachelor- und Master-Angebote mit der Bologna-Reform. Auch die Änderung unseres Gebührenmodells hatte einen Einfluss. Dennoch haben wir das Angebot der Konkurrenz im Netz natürlich im Blick.

Wie steht es um Ihr eigenes Angebot?

Wir beschäftigen uns seit 25 Jahren mit E-Learning. Bereits 1990 haben wir begonnen, die virtuelle Universität zu entwickeln, die die gesamte Hochschule im Netz abbildet. Die erste Lektion, die wir bei diesen Aktivitäten lernen mussten, war die, was eine Universität auf jeden Fall nicht ist.

Nämlich?

Eine Softwarefirma. Unser Versuch, eigene Lernsoftware und Portale zu entwickeln, geriet zu einem aufwendigen Missverständnis. Bei den meisten Kürzeln, die in dieser Zeit für die diversen Angebote verwendet wurden, weiß ich heute gar nicht mehr, was sie bedeuten.

Was machen Sie heute?

Wir nutzen Plattformen wie Moodle oder das virtuelle Klassenzimmer Adobe Connect. Statt von E- sprechen wir von Blended Learning. Papier, echte und virtuelle Klassenzimmer, Augmented Reality, Lernplattformen, CD, Bots – jeder sucht sich aus, was zu den eigenen Inhalten und Interessen am besten passt.

Die Zahl der Hagener Absolventen ist im Vergleich mit den Universitäten und Fachhochschulen gering. Zahlen veröffentlicht die Fernuni nicht, die »Süddeutsche Zeitung« berechnete im vergangenen Jahr anhand einer Zeitreihenbetrachtung, dass wahrscheinlich nur circa vier Prozent der Studierenden einen Abschluss machen. Die Pressesprecherin der Fernuni, Sabine Bossemeyer, kommen-tierte dies nicht, bestätigte im selben Artikel aber, dass die Abbrecherquote im ersten Studienjahr bei rund 50 Prozent liegt.

Aktuell veröffentlicht die Fernuni einen Wert von 30 bis 40 Prozent. Viele Studenten haben offenbar nicht vorrangig das Interesse, einen Abschluss zu machen, sondern suchen sich oft nur einzelne Inhalte aus. Vor allem aber beginnen häufig Berufstätige ein Fernstudium, die von der Doppelbelastung schnell überfordert sind. Motivation und Selbstdisziplin aufzubringen ist beim Lernen in den eigenen vier Wänden besonders schwierig. Aktuell soll die Zahl der Absolventen wieder etwas steigen.

Sind E-Learning-Tools dabei eine Hilfe, Herr Bastiaens?

Allein online zu pauken reicht nicht, die Motivation ist schnell aufgebraucht. Die Studierenden wollen Teil einer Gruppe sein, nicht nur Einzelkämpfer. Deshalb setzen wir auf die Präsenzzeiten in unseren regionalen Zentren. Auch der Studienbrief auf Papier ist immer noch begehrt. Es ist schon verwunderlich, dass die jungen Leute so sehr am gedruckten Material hängen.

Was überrascht Sie noch?

Wie stark die Gamifizierung des Lernens um sich greift. Wir nutzen heute Badgets, Scores und Fortschrittsleisten, um Leistungen zu bewerten oder um zu motivieren, die Studenten lieben das.

Treibt Ihnen das nicht die Tränen in die Augen?

Nein, gar nicht. Aber unbestritten ist, dass es den Kolleginnen und Kollegen unterschiedlich leichtfällt, sich auf den Wandel einzulassen. Die Studierenden wollen zielgerichtet und anwendungsorientiert lernen, viele Professorinnen und Professoren tun das aber immer noch als nicht wissenschaftliches Arbeiten ab. Und dann googeln die Studierenden in der Vorlesung auch noch die Aussagen der Lehrenden und berichtigen sie mitunter, das muss man erst mal aushalten. Außerdem sehen Professorinnen und Professoren in den aufgezeichneten Vorlesungen plötzlich, wie komisch sie sich bewegen und wie oft sie sich versprechen, und das steht dann alles im Netz. Wir verlieren ein Stück weit die Kontrolle, auch weil die Studierenden die Inhalte von unseren Plattformen in die sozialen Netzwerke tragen und dort gemeinsam bearbeiten. Wir müssen lernen, diese Prozesse zu moderieren, vorgeben können wir nur noch wenig.

Welche Chancen sehen Sie in der Digitalisierung des Lernens?

Um auch künftig erfolgreich zu sein, müssen wir uns stärker vernetzen, internationaler forschen und uns nicht mehr nur auf den deutschsprachigen Raum konzentrieren. Das wird nur in der digitalen Welt gelingen.

Welches sind die größten Hürden auf diesem Weg?

Vor allem, dass nicht die Didaktik, sondern der Datenschutz über viele Angebote bestimmt. Plattformen, die über US-Server laufen, kommen meist nicht in Frage, da es derzeit kein belastbares Datenschutzabkommen mit den USA gibt. Die Daten Dritter können nur unter bestimmten Regelungen weitergegeben werden. Das ist mitunter frustrierend, man sieht so viele interessante Dinge – nur kommen sie für uns oft einfach nicht in Frage. Google ist aus diesem Grund dabei, seine Server auch in Europa aufzustellen.

Sollte Ihnen das nicht eher Sorgen bereiten?

Durchaus. Wenn Facebook, Apple, Cisco, SAP oder Microsoft entscheiden, auch das Geschäft Bildung aufzubauen, dann können sie mit ihrem vielen Geld die Universitäten an die Wand drücken. Daran habe ich keinen Zweifel. Umso mehr gilt, dass wir noch attraktiver werden müssen.

Das Geschäft ist vielversprechend, aber aufwendig

Das Wenn kann man streichen, auch die Frage nach dem Wann stellt sich nicht – die großen IT-Konzerne haben das Geschäft mit der Bildung längst entdeckt. Im Jahr 2015 betrug das Umsatzvolumen im weltweiten E-Learning-Markt 165 Milliarden US-Dollar, für 2023 werden mehr als 240 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Auch aus der zweiten Reihe rücken Konzerne vor. Bertelsmann beteiligte sich 2015 mit mehr als 105 Millionen US-Dollar an Udacity, das mittlerweile über eine Investitionssumme von insgesamt 163 Millionen US-Dollar verfügt und mit einem Marktwert von einer Milliarde US-Dollar bewertet wurde.

Die Tochterfirma Bertelsmann Education Group soll eine Milliarde Euro Umsatz mit Onlinebildung erwirtschaften. Ob die von Udacity kommen werden, bleibt fraglich. Das Unternehmen veröffentlicht keine Finanzzahlen; Experten schätzen den Umsatz aktuell auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.

Von den mehr als fünf Millionen Usern absolvierten bisher nur 40 000 die kostenpflichtigen Kurse, die zwischen drei und elf Monate dauern. Die Preise variieren, einer der Topseller in Deutschland, „Self Driving Car“, besteht aus drei dreimonatigen Kursabschnitten für jeweils 800 Euro. Seit 2016 ist Udacity auch auf dem deutschen Markt. Für das weitere Wachstum setzt die Online-Akademie aber vor allem auf die Märkte in Asien. Der Mitgründer Sebastian Thrun hofft trotz der ernüchternden Ergebnisse weiter auf MOOCs, allerdings sind diese nun auf berufliche Weiterbildungen für führende Tech-Unternehmen zugeschnitten und mit einem Mentorenprogramm verbunden. Das sogenannte Nano-Degree bietet Training on the job und wurde zusammen mit Branchengrößen wie Facebook oder Google entwickelt. Weitere Industriepartnerschaften bestehen mit IBM, Amazon und Daimler. Vielfach übernehmen die Firmen die Kursgebühren für ihre Mitarbeiter. Als Konkurrent der Universitäten sieht man sich offiziell nicht mehr, vielmehr als Weiterbildungsanbieter.

Das unterscheidet Udacity von den meisten Wettbewerbern. Der Marktführer Coursera etwa setzt auf akademische Abschlüsse und den Stoff namhafter Universitäten. Mehr als 1000 Onlinekurse von mehr als 100 Hochschulen werden den rund 26 Millionen registrierten Nutzern derzeit weltweit angeboten. Die Hochschulen erhalten für jedes verkaufte MOOC eine Umsatzbeteiligung. Ein weiteres Geschäftsfeld sind Spezialisierungen, für die drei bis zehn Kurse zu belegen sind. Das Zertifikat erlangen die Teilnehmer mit einem erfolgreichen Abschlussprojekt.

Jeder kann an jeder Uni studieren

Dass, wie von Thrun prophezeit, nur zehn Universitäten weltweit übrig bleiben werden, zeichnet sich derzeit nicht ab. Ebenso erkennen Firmen wie Universitäten, dass Onlinekurse nicht kostenlos zu haben sind, sondern ganz im Gegenteil ziemlich teuer produziert werden müssen. Ein guter Dozent dagegen ist vergleichsweise günstig. Die mutigen Hochschulen zeigen mittlerweile, dass die virtuelle Bildungswelt die Fakultäten und Institute nicht überflüssig, sondern noch viel attraktiver macht.

Mathilde Berhault wartet im virtuellen Klassenzimmer. Ein kleines Videofenster im Bildschirm oben links, als Gesprächspartner sehen wir uns im Fenster gleich daneben. Wir könnten auf dieser Plattform nun Dokumente austauschen und gemeinsam bearbeiten, Referate halten – ebenso kann die gesamte Session aufgezeichnet werden. Die Universität Jena nutzt das virtuelle Klassenzimmer von Adobe Connect für den Intercultural Campus – ein virtuelles Netzwerk von rund 65 Universitäten aus 25 Ländern. Die Studenten können per Livestream, Videoaufzeichnung oder Moodle-Portal Lehrveranstaltungen aller beteiligten Universitäten verfolgen. Einen Teil dieser externen Angebote integrieren die Universitäten in das eigene Lehrprogramm. Die Lizenz für Adobes Klassenzimmer finanziert derzeit das Deutsche Forschungsnetz (DFN).

Berhault verantwortet an der Uni Jena diese digitalen Angebote im Studiengang Interkulturelle Wirtschaftskommunikation und schwärmt: „E-Learning-Tools erlauben eine enge und einfache Zusammenarbeit zwischen Studenten in aller Welt.“ Internationale Austauschprojekte etwa ließen sich auf diese Weise sehr schnell und effizient vorbereiten und umsetzen. Das virtuelle Studium funktioniert auch regional: Die Universitäten Jena, Halle und Weimar organisieren beispielsweise interdisziplinäre Onlineworkshops. Dann treffen sich etwa Städteplaner und Architekten mit Medizinern im virtuellen Klassenzimmer und lösen mit ihren jeweiligen Kompetenzen stadtplanerische Aufgaben.

Eine der größten Herausforderungen beim E-Learning sieht Berhault in der Konzentrationsspanne. „Die jungen Studenten sind schon sehr an kurze Formate gewöhnt. Sie schauen Videos von fünf Minuten Länge, für komplexe Themen braucht man aber mindestens 45 Minuten. Man darf nicht vergessen, dass eine analoge Vorlesung meist ein bis zwei Stunden dauert, diese Aufmerksamkeitsspanne lässt sich online extrem schwer aufrechterhalten.“

„Der Onlineworkshop ist kein Entertainment“, sagt Berhault, „er wird als Teilleistung für die Bewertung herangezogen und ist im Curriculum entsprechend verankert.“ In den E-Learning-Kursen wird das allgemeine Wissen zum jeweiligen Thema vorab im Onlineportal zur Verfügung gestellt. Dieses haben die Studenten durchzuarbeiten, sie nutzen dabei auch Foren und Chats, um miteinander zu diskutieren. In das virtuelle Seminar kommen sie dann im Idealfall inhaltlich vorbereitet und mit konkreten Fragen, es dient der Vertiefung, moderiert durch den Dozenten. Die Studenten profitieren von der Interaktion und der Diskussion. „Letztlich muss jedes Angebot so gut sein, dass die Teilnahme für die Studenten einen höheren Wert hat als das Weiterreichen der Mitschriften durch einen Kommilitonen“, sagt Berhault.

Ein noch ungelöstes Problem sind die Onlineprüfungen, die rechtlich noch auf sehr wackeligen Beinen stehen. Davon abgesehen ist Mathilde Berhault vor der Zukunft nicht bange: „Theoretisch könnte heute eigentlich jeder Student an jeder Universität der Welt studieren.“ Vor Ort die klassischen Vorlesungen besuchen, im Internet die virtuellen – die Technik dafür ist längst vorhanden. Die Frage ist, ob die Universitäten diese Chance nutzen. E-Learning wäre dann keine Bedrohung mehr, sondern eine Befreiung. Die Hochschulen könnten sich der Einführungsveranstaltungen oder Vorlesungen zu Allgemeinwissen entledigen, um sich stattdessen auf ihre wesentliche Rolle zu konzentrieren: ein Ort der Inspiration zu sein, des intellektuellen Austauschs und der guten Dozenten. ---

Was ist Moodle?

Zwei Drittel der deutschen Hochschulen nutzen Moodle. Das Modular Object Oriented Dynamic Learning Environment ist damit eine der meistverwendeten Lernplattformen. Auch Unternehmen, Schulen und Behörden verwenden das Open-Source-System.

Entwickelt wurde es von Martin Dougiamas, der im australischen Outback aufgewachsen ist. Eine Schule gab es dort nicht. Er wurde über Funk unterrichtet, seine Lehrer waren 200 Meilen entfernt. Dougiamas studierte später Informatik, im Rahmen seiner Promotion entwickelte er eine E-Learning-Software. Die Promotion hat Dougiamas nie beendet – im Jahr 2005 machte er aus seiner Idee ein Geschäftsmodell.

Etwa 80 Unternehmen weltweit bieten heute gewerblich Dienstleistungen für Moodle an. Statt Lehrer und Studenten werden die Begriffe Trainer und Lerner benutzt. Nutzer von Moodle zahlen keine Lizenzgebühren, die Software ist frei modifizierbar. Das führte zu einer schnellen Verbreitung. Im Onlineforum Moodle.org diskutieren Millionen von Nutzern die Anwendungen und Entwicklungen.

Das Moodle-Modell finanziert sich über die Berechnung von Dienstleistungen, etwa zu Fragen der Verwaltung, zu Installationen, der Pflege der Software, Anpassungsentwicklungen und auch des inhaltlichen Aufbaus der Lehrinhalte.

Fernuniversität Hagen

Zahl der Studierenden, die sich 2014 in Deutschland für einen Fernunterricht angemeldet haben: 423 000

Zahl unter diesen Studierenden, die sich für ein akademisches Fernstudium entschieden haben: 154 000

Zahl der aktiven Studierenden im Wintersemester 2010/2011: 73 131

im Wintersemester 2011/2012: 78 803

im Wintersemester 2012/2013: 83 391

im Wintersemester 2013/2014: 86 889

im Wintersemester 2014/2015: 76 256

im Wintersemester 2015/2016: 75 511

im Wintersemester 2016/2017: 74 917

Durchschnittliche Kosten eines Bachelor-Studiengangs, in Euro: 1600 bis 2400

Durchschnittliche Kosten eines Master-Studiengangs, in Euro: 1000 bis 1200

Einnahmen im Jahr 2016, in Millionen Euro: 78,3

— laufender Landeszuschuss, in Millionen Euro: 57,4

— Gebühren und sonstigen Einnahmen, in Millionen Euro: 17,8

— Beiträgen Dritter / Weiterbildungen, in Millionen Euro: 3,1

Zusätzliche Einnahmen aus temporären Zuschüssen des Landes, in Millionen Euro: 17,8

— Hochschulpakt, in Millionen Euro: 16,8

— Sonstige Zuschüsse, in Millionen Euro: 1