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Idana: Anamnese via Tablet

Mehr Zeit für den Patienten durch Fragen vom Computer – das ist die Idee eines Mediziners aus Freiburg.





• Lucas Spohn verbrachte das praktische Jahr seines Medizinstudiums am Universitätsklinikum in Freiburg. „In einer Abteilung wurden Magenspiegelungen durchgeführt. Dort gab es junge Patienten, die sicher keine Geschwüre hatten.“ Wohl eher funktionelle Magenschmerzen, wie es die Mediziner nennen, die Ursache ist oft psychosomatisch. „Es fehlte aber die Zeit, um sich näher mit der Lebenssi- tuation der Patienten zu befassen“, sagt Spohn, „also bekamen die meisten die Standardmedikamente.“

Das Thema Anamnese, die ausführliche Befragung des Patienten, ging Spohn nicht mehr aus dem Kopf. Nach seinem Studium machte er noch einen Bachelor in Embedded Systems Engineering und belegte Gründer-Seminare. „Ich hatte Lust, etwas Eigenes zu machen.“

Ihm kam folgende Idee: Statt eines Fragebogens aus Papier bekommt der Patient im Wartezimmer ein Tablet in die Hand. Je nach Grund des Besuches stellt die Software Fragen – zunächst ganz grundsätzliche, später je nach den Antworten des Patienten dann spezifischere. Der Arzt bekommt auf diese Weise genauere Informationen und hat mehr Zeit für das persönliche Gespräch.

Die Umsetzung war schwierig. Die Fragen sollten sowohl dem Stand der Wissenschaft entsprechen als auch vom Patienten verstanden werden.

Im Frühjahr 2016 programmierte Lucas Spohn mit seinem Partner Jerome Meinke den ersten Prototyp: Idana – Intelligente digitale Anamnese. Seit September 2016 erhielten sie eine Exist-Förderung und gründeten die Firma Tomes GmbH.

Zurzeit beginnen die ersten Praxisversuche, unter anderen in mehreren Abteilungen der Universitätsklinik in Freiburg. Anfang 2018 soll Idana auf den Markt kommen und etwa 100 Euro Gebühr im Monat kosten.

Spohn will die Software auch außerhalb von Praxen und Kliniken einsetzen. „Schmerzfragebögen zum Beispiel können bis zu 15 Seiten lang sein“, sagt er. „Die füllt man nicht im Wartezimmer aus.“ Im Moment werden sie dem Patienten per Post zugeschickt. In Zukunft soll er sie über eine Webseite ausfüllen.

„Das Programm wird niemals ein persönliches Gespräch ersetzen können“, sagt Spohn. Es könnte aber die Basis für eine gute Behandlung sein. ---

Idana

Eine Entwicklung von Lucas Spohn, Jerome Meinke und Lilian Rettegi.
Mit Unterstützung des Gründerbüros der Universität Freiburg
Kontakt@idana.one