Was tun, wenn die Aliens kommen?

Auch auf diese Frage hat die Wissenschaft eine Antwort.





• Wenn einer weiß, wie man mit Außerirdischen umgeht, dann Seth Shostak. Der Astronom ist einer der führenden Köpfe des Seti Instituts in Kalifornien (kurz für: Search for Extraterrestrial Intelligence), das seit 1984 nach Radiosignalen anderer intelligenter Wesen im Weltall sucht. Seine Kollegin Jill Tarter war das Vorbild für Jodie Fosters Rolle in dem Film „Contact“, und Shostak leitete ein Komitee internationaler Wissenschaftler, das Empfehlungen veröffentlichte, wie man sich verhalten soll, wenn die Aliens wirklich Kontakt aufnehmen.

„Der Ablauf ist ganz einfach“, sagt Shostak. Zunächst muss neben der Seti-Anlage im kalifornischen Hat Creek auch ein anderes Radioteleskop auf der Welt das Signal der Außerirdischen empfangen, um sicherzugehen, dass es sich nicht um einen Fehler handelt. Zweitens: Es ist umgehend die Öffentlichkeit zu informieren. Und drittens: Die Menschheit sollte erst dann eine Antwort senden, wenn sich die Staaten der Erde über deren Inhalt geeinigt haben. Der Grund für letztere Empfehlung stammt aus dem Kalten Krieg, während dem sowohl die USA als auch die Sowjetunion die Ersten sein wollten, die mit Aliens Kontakt aufnehmen. Verbindlich ist diese Vorgehensweise jedoch nicht, sie ist eher eine Wunschliste der rund ein Dutzend aktiven Seti-Forscher in aller Welt.

Von der Raumfahrtbehörde Nasa gibt es zu diesem Thema keine Antwort – auch nicht vom Pressesprecher, der für Missionen zu anderen Planeten verantwortlich ist. Das müsse einen nicht wundern, sagt Shostak. „Die Nasa sucht seit 1993 nur noch auf nahe gelegenen Planeten wie Mars oder den Jupitermonden nach Leben. Und falls sie etwas finden, wäre das mit dem Mikroskop entdeckt. Mit solchen Lebensformen werden wir keine besonders spannende Unterhaltung führen.“

Plant also die Regierung im Geheimen, wie man mit Außerirdischen umgeht? Der Astronom verneint und warnt davor, sich von Science-Fiction-Filmen wie „Arrival“ weismachen zu lassen, dass sich Verteidigungsminister den Kopf darüber zerbrächen. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Pentagon keine Pläne für den Fall hat, dass ein Raumschiff auf der Erde landet. Wenn Aliens zu uns reisen können, dann sind sie uns ohnehin Tausende oder Millionen Jahre voraus. Mit anderen Worten: Widerstand ist zwecklos.“ Der Gedanke ist für Shostak ungefähr so unsinnig wie die Vorstellung, die Eingeborenen in der Karibik hätten sich 1492 darauf vorbereiten können, dass plötzlich spanische Schiffe am Horizont kreuzten.

Andererseits stehen die Chancen besser, auf Besuch zu warten, als sich selbst ins All aufzumachen. Zum nächstgelegenen Sonnensystem Proxima Centauri B, rechnet der Astronom vor, wäre die derzeit schnellste Rakete der Nasa rund 80 000 Jahre unterwegs. ---