The DO School

Acht Lehren aus der Arbeit der Berliner Do School.





• In der Do School kommen Gründer aus aller Welt zusammen, um voneinander zu lernen und miteinander an Problemen zu arbeiten. Sie entwickelten zum Beispiel für die Stadt New York ein Pfandsystem, um das durch Kaffee-Pappbecher entstandene Abfallproblem einzudämmen.

Inzwischen haben sich 1800 Menschen aus 85 Ländern an Projekten beteiligt. Bewerber, lautet eines der Auswahlkriterien, sollten am Beginn ihrer Unternehmensgründung stehen. Zudem sollte ihr Unternehmen Positives für die Gesellschaft bewirken. Das ist auch der Anspruch an die Do-School-Projekte. Zu deren Auftraggebern zählen unter anderen der Bekleidungshersteller H&M, die Siemens Stiftung, die Stadtregierung von Hongkong, Daimler, Google und das Auswärtige Amt.

Die 2013 von Florian Hoffmann gegründete Do School ist selbst ein Start-up. Neben der Zentrale in Berlin hat sie ein Büro in New York und demnächst eines in Hongkong.

Wie befähigt man Menschen, Ideen umzusetzen?

Die Arbeit der Do School lehrt: Vor die Aufgabe gestellt, an der Lösung echter Probleme zu arbeiten, brauchen Menschen keine Motivation von außen.

Was macht eine gute Idee aus?

Derjenige, der ein Projekt angeht, muss wissen, warum eine Idee relevant ist und warum sie ihm persönlich am Herzen liegt. In den Workshops sind das die Kernfragen. „Wer weiß, was ihm wichtig ist, ist einfach stabiler“, sagt Florian Hoffmann.

Was bringt Vielfalt?

Die Begegnung mit Menschen, die einen anderen Hintergrund haben, hilft, mehr über sich selbst und die eigenen Fähigkeiten zu erfahren. Die Teilnehmer im aktuellen Programm kommen aus 17 Ländern: von Aserbaidschan bis Vietnam.

Was können konventionelle Unternehmen von Sozialunternehmen lernen?

Die sozialen und ökologischen Folgen der eigenen Arbeit zu reflektieren kann zum Innovationstreiber werden. Aber Unternehmen profitieren auch wirtschaftlich von Produkten, die der Gesellschaft wirklich nutzen und das nicht nur werbewirksam vorgeben.

Was können gestandene Manager von jungen Gründern lernen?

Offenheit, Neugier, Umgang mit kultureller Differenz und die produktive Freiheit jenseits von Hierarchien.

Und umgekehrt?

Zum Beispiel Realitätssinn, Durchhaltevermögen, nüchternes Kalkül, Marktkenntnis, Umgang mit Misserfolgen und wie wichtig gute Nerven sind.

Wie gründet man in Uganda ohne Geld ein Ausbildungszentrum für Waisenkinder?

Der Teilnehmer eines Programms macht es vor: Er beschäftigt Jugendliche ohne Eltern in einem landwirtschaftlichen Betrieb, den er nur gegründet hat, um mit den Einnahmen die Bildungsstätte für die sonst chancenlosen Kinder zu finanzieren.

Wie können Unternehmen Flüchtlingen helfen und selbst davon profitieren?

Eine Gruppe von zehn Mitarbeitern tauscht sich regelmäßig mit einer Gruppe von zehn Flüchtlingen aus, hilft bei Behördengängen oder der Arbeits- und Wohnungssuche. Für das Unternehmen ist das eine Maßnahme zur Personalentwicklung, die Teilnahme wird als Arbeitszeit bezahlt. So lohnt sich das Projekt, das die Do School für das Unternehmen entwickelt hat, für alle Beteiligten. ---
thedoschool.org