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Was wurde aus …

… Jost Stollmann, 62,

Gründer von Compunet und Kandidat für das Wirtschaftsministerium im Schattenkabinett von Gerhard Schröder, der die Gründer von brand eins mit seinem Optimismus und seinen frühen Ideen einer Wissensgesellschaft inspirierte. Inzwischen hat er ein Unternehmen in Australien aufgebaut – und ist weiterhin am Großen und Ganzen interessiert.





Was haben Sie (damals) erwartet?

Compunetter hatten um die Jahrtausendwende dieses Gefühl von Befreiung. Unser Spruch war: „Jeder ist Unternehmer, wenn er sich denn lässt.“ Die PC- und netzwerkbasierte IT-Technik, die wir den Unternehmen lieferten, befreite die Menschen von der Zwangsherrschaft der zentralen Großrechnerwelt. Aber viel wichtiger: Die Unternehmerkultur, die wir aufbauten, erlaubte es den Compunettern, ihre Arbeitswelt selbstverantwortet zu gestalten, die Dienstleistung am Kunden zu erbringen und ihre Talente zu entfalten. Wir fühlten uns in einer Welt des Aufbruchs in eine menschlichere Welt.

Was war das Überraschendste, das Ihnen (bis heute) passiert ist?

Dass wir aus dem Befreiungsraum so wenig gemacht haben. Viel Neues ist entstanden, aber insgesamt hat unsere Generation versagt. Unser Denkfehler war, dass wir glaubten, dass die wenigen Gewinner alles nehmen können, ungestraft, ohne die anderen Mitbürger mitzunehmen. Das Ergebnis ist, dass unsere wissensbasierte und liberale Gesellschaft existenziell bedroht ist. Unser jetziger Denkfehler ist, die Schuld nicht bei uns zu sehen und zu suchen, sondern bei den „Schändlichen“ und Populisten.

Was soll noch kommen?

Ich glaube weiter an die unbegrenzten menschlichen Möglichkeiten, mit dem Geschenk des explodierenden Wissens die Geißeln der Menschheit wie Hunger, Krankheit, Analphabetentum, Unfreiheit zu überwinden. Unseren Frieden werden wir aber nur haben, wenn die Klügsten und Vorherschauenden jetzt damit anfangen, unsere Werte, Wohlfahrt und Kommunikation neu zu denken und damit zu experimentieren. Wir brauchen wieder eine Aufbruchstimmung, diesmal sollte es ein sozialer Aufbruch sein. ---

„Wir brauchen wieder Aufbruchstimmung, diesmal sollte es ein sozialer Aufbruch sein.“