Was wurde aus …

… der damaligen Technik-Euphorie?

„Frischgebackene MBAs der Elite-Universitäten strömen ins Hightech-Mekka Kalifornien wie die Goldgräber vor 150 Jahren“, schrieb unser US-Korrespondent Steffan Heuer vor gut 17 Jahren. Was ist zwei Crashs später aus dem Optimismus der Pioniere geworden?





• „Die guten Zeiten sind noch lange nicht vorbei“, sagt Andrew Anker, der im Jahr 1999 bei der Risikokapital-Firma August Capital arbeitete. Inzwischen ist der 51-Jährige Leiter des Produktmanagements bei Facebook. „Silicon Valley sucht nach dem nächsten großen Ding nach dem Mobil-Boom. Keine Ahnung, was das sein soll, aber deswegen macht es ja so viel Spaß, hier zu arbeiten.“

Ähnlich optimistisch ist Gunjan Bhow, inzwischen 46 Jahre alt und damals der Organisator des WesTrek genannten Programms, das Talente fürs Silicon Valley anwarb. Der Harvard-Absolvent lockte nicht nur Kommilitonen nach Kalifornien, sondern brachte selbst ein paar Start-ups auf den Weg. Doch er hat nie groß Kasse gemacht. „Eines sollte ein Inkubator für andere Neugründungen werden, der Anteile an vielen kleinen Start-ups hält und ihnen hilft, schnell Prototypen zu entwickeln“, erinnert sich Bhow. „Der Plan war immer derselbe: viele Nutzer um sich scharen, einige zu zahlenden Kunden machen und den Laden verkaufen, bevor jemand merkt, dass wir Gründer eigentlich keine Ahnung hatten, was wir taten.“ Doch das Platzen der Dotcom-Blase und die Anschläge vom 11. September machten ihm einen Strich durch den Plan, mehr Wagniskapital einzusammeln.

Die persönlichen Höhen und Tiefen haben Gunjan Bhow, der seit drei Jahren bei Walt Disney für die digitale Transformation des Konzerns verantwortlich ist, nur darin bestärkt, dass sich der Boom fortsetzen wird. „Wenn das Internet für Verbraucher ausgereizt ist, dann ist bei Cloud-Diensten für Unternehmen noch viel drin.“

Am meisten verblüfft hat ihn in den vergangenen Jahren „die Mobil-Revolution, die die gesamte Telekom-Welt auf den Kopf gestellt hat“. Andrew Anker wundert sich vor allem über die Dynamik der nächsten Generation: „Mein Sohn ist inzwischen 27 Jahre alt und Programmierer in San Francisco. Er hat schon an zwei erfolgreichen Start-ups mitgewirkt – da sehe ich vergleichsweise faul aus.“ ---