Was wurde aus …

… Alexander Kranki, 53,

Maschinenbauingenieur und Gründer der damals vier Jahre alten Kommunikationsagentur Kranki.com, der den Start von brand eins mit ermutigenden E-Mails und einer Anzeige in der Erstausgabe förderte.





Was haben Sie (damals) erwartet?

1999? Dass alles immer besser wird. Dass machbar ist, was man erträumen kann. Dass die großen Krisen hinter uns liegen, die ganze Welt demokratisch wird, der Neue Markt mit seinen Dotcoms weiter boomt und dass brand eins niemals 200 Ausgaben schafft (Glückwunsch!).

Dumm gelaufen. Okay, ich habe geahnt, dass es Faxgeräte gibt, die kein Thermopapier mehr brauchen (aber nicht, dass es keine Faxgeräte mehr gibt). Immerhin.

Was war das Überraschendste, das Ihnen (bis heute) passiert ist?

Dass die Dinge sich für mich völlig unvorhersehbar entwickeln. Statt blühender Vielfalt produziert das Internet heute Filterblasen, weil die Sehnsucht nach Einfachheit größer ist als die Lust an den unbegrenzten Möglichkeiten, in der Technik wie im Politischen. Das hätte ich nie für möglich gehalten, weil ich selbst das Komplexe immer faszinierend fand.

Immerhin, andere irren auch: Es gibt noch immer keine fliegenden Autos und auch keine richtigen Hoverboards wie in „Zurück in die Zukunft“, dafür aber keine Telefonzellen mehr, weil jeder einen Supercomputer in der Tasche trägt. Hallo Hollywood, du kannst es auch nicht besser!

(Und dann habe ich noch eine Wette laufen, dass Facebook und Second Life in der Bedeutungslosigkeit versinken werden. Schon halb gewonnen …).

Was soll noch kommen?

Die Welt besser zu machen ist harte Arbeit, ebenso wie ein Unternehmen aufzubauen. Immer geht es zwei Schritte vor und einen zurück, manchmal aber auch drei. Trotzdem muss man es machen, einfach weil man kann.
Ein Hoch auf das, was vor uns liegt! ---