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leserbriefe@brandeins.de

brand eins 04/2016 Editorial: Was ist Fakt?

Markus Ossberger, per E-Mail
Ich stimme Ihren Argumenten zu, möchte aber noch etwas ergänzen. Der Faktor Zeit wird meistens unterschätzt, wenn es um Lernen, Wissen und Kompetenz geht. Aus Fakten (Daten) werden durch Kontexte Informationen. Diese haben noch nichts mit Wissen (Informationen, die mit eigener Erfahrung verknüpft werden) und schon gar nichts mit Kompetenz (Wissen mit eigenem Handlungs-Background) zu tun. Umso wichtiger bleiben Magazine wie brand eins, die als Relevanzfilter helfen, Informationen zu bündeln, zu bewerten und später zusammenzuführen.


brand eins 04/2016 Maßstabsgerecht

Bernd Beuscher, per E-Mail
Das Beste, was dazu in den vergangenen zehn Jahren geschrieben wurde.

brand eins 04/2016 Bewerten in Zahlen

Philippe Jarjat, per E-Mail
Als gebürtiger Franzose bin ich ziemlich erstaunt, dass die beste Schulnote in Frankreich eine 16 sein soll. Das ist ein grober Fehler: Die höchste und deshalb beste Schulnote ist 20. Manchmal bekommen Schüler in den ersten Jahren Noten bis 10. Ab elf Jahre sollte man Noten zwischen 0 und 20 bekommen.

Anm. der Red.: Natürlich hat der Leser recht. Da wir aber vergleichbare Noten abbilden wollten, nahmen wir die, mit denen ein Student mit ausländischem Schulabschluss an einer deutschen Hochschule studieren kann. Und wenn ein Franzose mit französischem Baccalauréat in Deutschland studieren möchte, wird gemäß eines Beschlusses der Kultusministerkonferenz von 1989 die 16 als Obergrenze angesehen. Also kein Fehler, sondern deutsche Bürokratie.

brand eins 03/2016 „Eine historische Chance“

Marketa Haist, Karlsruhe
Ich plädiere dafür, das Interview mit Albert Wenger zur Pflichtlektüre für alle Politiker weltweit zu machen. Da steht auf vier Seiten fast alles, was man über die Zukunft von Wirtschaft und Arbeit wissen muss. Es ist auch kein Wunder, dass jemand, der wie Albert Wenger sein Geld mit richtigen Vorhersagen verdient, mehr von der Zukunft versteht als die Volksvertreter. Ich finde es erschreckend, wie wenig Verbreitung diese Einsichten, die ja nicht nur von Albert Wenger vertreten werden, bisher gefunden haben.

brand eins 03/2016 Werkstattbericht

Frank Schlüter, Giesensdorf
Unser Staat finanziert und fördert seit Jahrzehnten die Struktur der Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Da verwundert es nicht, dass es sich die Sondereinrichtungen in dieser Nische gemütlich eingerichtet haben. Jeder behinderte Mensch, der nach dem Besuch einer Förderschule in eine Werkstatt gesteuert wird, steht über die Jahre bis zum Eintritt in die Altersrente für einen Umsatz von rund 600 000 Euro. Darauf verzichtet kein Werkstattträger freiwillig. Vielmehr tut er alles, um diesen Umsatzbringer an sich zu binden. Mein Glückwunsch an die Autorin, sie hat die Zusammenhänge insgesamt gut recherchiert und auf den Punkt gebracht. Viele Werkstattverantwortliche werden sich jetzt vermutlich berufen fühlen, darauf hinzuweisen, dass die Werkstatt für viele Beschäftigte inzwischen wie ein zweites Zuhause ist und sie sich gar nichts anderes wünschen und vorstellen können. Und dass Werkstätten inzwischen überhaupt viel moderner aufgestellt seien, als die Öffentlichkeit dies wahrnehme. Letztlich wird sich dieses System aber daran messen lassen müssen, ob es Werkstattbeschäftigte aktiv dabei unterstützt, dieses System auch wieder verlassen zu können. Solange weniger als ein Prozent der Beschäftigten den Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt findet, haben Werkstätten in der heutigen Form ihre Daseinsberechtigung verloren. In einer inklusiven und partizipativen Gesellschaft darf eine solch unnötige Aussonderung keinen Platz mehr haben. Korrektur:
Im Beitrag „Uni mit Mission“ (02/2016) über die Budapester Central Europe University ist uns ein Fehler unterlaufen. Wir beschrieben sie als eine „der weltweit besten Hochschulen, wenn man in die einschlägigen Rankings schaut, und ihre Forscher belegen Spitzenplätze in akademischen Leistungsvergleichen“. Tatsächlich sind die im Text ausgeführten Leistungen der Universität unbestritten, in internationale Rankings aber hat sie es damit noch nicht gebracht.