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brand eins 05 /2016 Das neue Wir

Hartwig Thomas / per Facebook
Wolf Lotters Analysen sind immer wieder ein Genuss. Wollen wir wirklich Schwarmdummheit und „Integration“?


brand eins 05 /2016 Verfall einer Legende

Peter Mitmasser, Neudorf (Österreich)
Heute, nicht einmal 20 Jahre später, wundert man sich angesichts des Kampfes der Großen um die Krone des Größten und die Milliardensummen, die für Firmenkäufe auf den Tisch gelegt werden, wie man – trotz aller Probleme – die Hoechst AG zerschlagen und filetieren konnte, das damals schon größte Unternehmen der Pharma- und Chemiebranche. Wenn die Mitarbeiter sich unzulässige Freiheiten herausgenommen haben – und ganz von der Hand zu weisen ist das nicht, ich habe monatelang bei Hoechst gearbeitet und einiges gesehen –, so hätte man nur manche Chefs entfernen müssen. Die Kollegen dort waren übrigens nicht unwitzig. Als bekannt wurde, dass Araber sich namhaft an der AG beteiligt haben, tauchten sofort auf dem bekannten Logo Brücke mit Turm über der Brücke ein Halbmond und unter ihr ein Kamel auf. Und als Dormann sein Zerstörungswerk begann, machte blitzschnell die Frage die Runde: Wer hat den besseren D(t)ormann? Antwort: Eintracht Frankfurt.

Ich nehme an, dass damals für Anwälte eine goldene Zeit begann. Schon wegen der Verträge, die zwischen dem zentralen Dienstleister Infraserv, der zuvor die Hoechst AG bedient hatte, und den 90 Firmen geschlossen werden mussten, die auf dem Gelände einzogen und von Infraserv mit Energie, Dampf, Wärme versorgt wurden, ihre Abfälle entsorgen ließen, sich des zentralen Werksschutzes der Werksfeuerwehr und des medizinischen Versorgungszentrums bedienten. Neben den direkt im Werk betroffenen Mitarbeitern hat es auch eine beträchtliche Zahl von Hoechster Managern erwischt, die mit der Zusage, später wieder in eine hohe Position zurückkommen zu dürfen, für einige Jahre als Vorstands- oder Finanzchefs in kleinere Auslandstöchter delegiert worden sind, um sich dort zu bewähren – für die hat es in Frankfurt keinen Job mehr gegeben.

brand eins 03 /2016 Werkstattbericht

Achim Morina, Bramsche
Es mag absurd und lächerlich klingen – doch letztendlich profitieren von dem System nur die Angestellten der Werkstätten, denn die Behinderten sind deren Kapital. Hinzu kommen weitere Merkwürdigkeiten: Um werkstattfähig genannt zu werden, muss man „dauerhaft erwerbsunfähig“ sein. Das wiederum muss amtsärztlich festgestellt werden. Das einzige Kriterium – ein rein medizinisches – lautet: Man darf nicht länger als drei Stunden (genau genommen: 2 Stunden + 59 Minuten) pro Tag arbeitsfähig sein. Dann allerdings darf man gern ganztägig in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung beschäftigt werden. Die Absurdität ist offensichtlich, aber teilweise empörend. Selbst Angestellte der Werkstatt betonen mitunter, dass es so, wie es derzeit läuft, nicht richtig sein kann. Und diejenigen, die an der desaströsen Situation mancher Beschäftigter etwas verändern könnten, also zum Beispiel die Politik, tut überhaupt nichts. Bemerkenswert ist, dass ähnliche Einrichtungen, zum Beispiel in Frankreich, finanziell wesentlich besser aufgestellt sind. Das, was hier bei uns im reichen Deutschland passiert, grenzt an Volksverdummung. Sozial und christlich geht anders. Auch die Kirchen sind mitschuldig, da sie in den meisten Fällen die Träger des Ganzen sind, zumeist aber wenig dafür tun, dass sich etwas ändert.

brand eins allgemein

Rainer Müller, Darmstadt
Ich weiß noch, wie ich meine erste brand eins gelesen habe. Ich war um die 20 und hatte gerade den Flieger nach Berlin bestiegen. Im Eingangsbereich lag ein ganzer Stapel Bordexemplare. Es war die Ausgabe mit dem großen Herz. Ich dachte zuerst, es sei irgendeine Herzschmerz-Geschichte, sah aber dann den hohen Preis und die Dicke der Zeitschrift, was mich stutzig machte. So viel Herzschmerz für die Stange Geld? Also ließ ich die Tageszeitung links oder eher Mitte rechts liegen und griff nach dem Herzblatt. Ich hatte dann einen kurzen, unterhaltsamen Flug und eine neue Zeitschrift lieb gewonnen, die ich mir auch heute noch immer wieder kaufe.