NanoWired

Ein Rasen aus Nanodrähten verbindet elektronische Bauteile.





• Elektronik wird immer kleiner, schneller und leistungsfähiger. In vielen Geräten stapeln sich gleich mehrere Chips, die miteinander verbunden werden. Man kann sie löten oder kleben. Der Nachteil: Fremdmaterial wie zum Beispiel Lötzinn mindert die Leitfähigkeit und schmilzt bei höheren Temperaturen wieder. Manche Kontakte müssen zudem in einer geschützten Atmosphäre erstellt oder durch Ultraschall verschweißt werden.

Professor Helmut Schlaak und seine Forschungsgruppe am Institut für Elektromechanische Konstruktionen der Technischen Universität Darmstadt entwarfen ein Verfahren, mit dem sie die Nanodrähte wie einen Rasen auf die Elektronikbauteile aufbringen können. Drückt man zwei Teile zusammen, dann verhaken sich die Drähte wie bei einem Klettverschluss.

Je nach Anforderungen können die Darmstädter bis zu einige Milliarden Drähte pro Quadratzentimeter aufbringen. Der Kontakt hält hohen Temperaturen stand und ist extrem leitfähig, sowohl für Wärme als auch für elektronische Impulse.

Das Verfahren ist einfach, benötigt keine speziellen Laborbe-dingungen und ist bereits so weit ausgereift, dass es industriell angewendet werden kann. Im Herbst dieses Jahres will das Team nun die Firma NanoWired ausgründen und dann das Produkt auf den Markt bringen.

„Die Elektronik-Kontaktierung ist ein Milliardenmarkt“, sagt der Ingenieur Sebastian Quednau, einer der Gründer. Im Hinterkopf hat er aber auch noch eine weitere Anwendung. „Nanodrähte sind sehr gut geeignet, um Nervenzellen mit Elektronik zu koppeln“, sagt er. So könnte die Technik in Zukunft auch bei neuartigen Prothesen zum Einsatz kommen. ---

NanoWiredEine Ausgründung aus der Technischen Universität Darmstadt, Institut für Elektromechanische Konstruktionen

Entwickler: Helmut Schlaak (Mentor), Florian Dassinger, Olav Birlem, Farough Roustaie, Sebastian Quednau

Kontakt: info@nanowired.de