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Ökonomie der Elemente

Fluor (F)

Was im Periodensystem an Wirtschaft steckt





Die besondere Eigenschaft

Das blass-gelbliche Gas besitzt die größte Reaktionsfähigkeit und Elektronegativität aller Elemente. Letztere beschreibt die Anziehungskraft auf andere Elektronenpaare. Verbindungen mit Fluor sind extrem stabil. Meist auch hochgiftig und ätzend.

Wer braucht es?

Fluor-Salze oder Fluoride dienen schwach dosiert in Zahncremes und Kochsalz der Kariesprophylaxe. Auch als Holzschutzmittel finden sie Anwendung. Weitere Abnehmer sind die Halbleiter-, Elektronik- und Solarindustrie, etwa für LCD-Bildschirme, USB-Sticks, Lithium-Batterien oder Tablets. In der Stahl- und Aluminiumproduktion sind sie unverzichtbare Zusatzstoffe. Und aus Fluoritkristallen stellt man optische Linsen her.

Ein Großteil der Weltmarktproduktion findet als Uranhexalfluorid bei der Anreicherung von Uran Verwendung. Schwefelhexalfluorid dient als Isolationsgas, etwa in Schallschutzfenstern.

Richtig ätzend ist Fluorwasserstoff. Die Supersäure zählt zu den wichtigsten Ausgangsrohstoffen der Chemie-Industrie. Sie greift sogar Glas an und wird als Ätz-, Polier- und Trübungsmittel eingesetzt. Fluorkohlenwasserstoffe sind bekannte Kältemittel, zweifelhafte Berühmtheit erlangte der Ozonkiller FCKW.

Die Bindungsstärke von Fluor zeigt sich in der Partnerschaft mit Kohlenstoff: Beide kleben derart aneinander, dass für Dritte kein Platz bleibt. Das wird für Kabel- und Rohr-Isolierungen genutzt, ebenso für Trockenschmiermittel, etwa in der Raumfahrttechnik. Die Automobilindustrie nutzt fluoridierte Tanks und Dichtungen, um die Durchlässigkeit von Benzin oder Ölen zu verhindern. Arzneien und Pflanzenschutzmittel passieren damit leichter die Zellwände.

Weitverbreitet ist Polytetrafluorethylen (PTFE) – das Teflon. Es verhindert bei Bratpfannen ein Anbrennen, minimiert bei Gartenscheren den Kraftaufwand beim Schneiden oder erhöht die Lebensdauer von Gitarrensaiten.

Wer verkauft es?

Einer der führenden europäischen Hersteller von Fluoriden ist der belgische Konzern Solvay (Umsatz 2014: 10,2 Milliarden Euro). Die großen Anbieter von Fluorprodukten stammen aus den USA: DuPont (Umsatz 2015: 25,1 Milliarden US-Dollar) und Honeywell (Umsatz 2015: 38,6 Milliarden US-Dollar). Maßgebliche asiatische Unternehmen sind Daikin aus Japan (Umsatz 2015: 14 Milliarden Euro) und Dongyue aus China (Umsatz 2014: 1,05 Milliarden Euro). Ein wichtiger Produzent von Fluorwasserstoffsäure ist die deutsche Firma Lanxess (Umsatz 2014: 8 Milliarden Euro).

Wo findet man es?

Ausgangsrohstoff für alle Verbindungen ist Kalziumfluorid, auch Flussspat genannt. Die bedeutendsten Reserven befinden sich in Südafrika, die derzeit größte Mine ist in Mexiko in Betrieb. Das wichtigste Förderland ist China.

Der Weltmarkt …

… für Flussspat wird zu 80 Prozent von China und Mexiko dominiert, mehr als die Hälfte davon entfällt auf China. Marktführende Produzenten sind die China Kings Resources Group und Mexichem (Umsatz 2014: 5,5 Milliarden US-Dollar).

Die weltweite Nachfrage wird auf circa sechs Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt, der Weltmarkt auf circa zwei Milliarden US-Dollar. Mit den vielen Fluor-Anwendungen sind es sogar mehr als 100 Milliarden US-Dollar. China und Europa sind die wichtigsten Abnehmer.

Der Preis …

… für Flussspat sank 2015 im Jahresdurchschnitt auf 319 US-Dollar pro Tonne, 2014 waren es 471 US-Dollar pro Tonne.

Wie geht es weiter?

Bis zum Jahr 2019 wird ein Anstieg der Nachfrage erwartet. Die Mongolei, Kanada, Bulgarien und Südafrika erweitern die Förderung von Flussspat. Letzteres könnte zum wichtigsten Produzenten aufsteigen, auch mithilfe des jungen Unternehmens Sepfluor, das dort eine Mine und eine Fabrik aufbaut.

China verliert seine dominierende Rolle, wird vom Export- zum Importland. Die Produktion von Fluorverbindungen bleibt in den Händen der wenigen großen Konzerne, da die Prozesse aufwendig und teuer sind. ---

Ordnungszahl im Periodensystem: 9
Elementsymbol, gasförmig (rot): F
Relative Atommasse: 18,998