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Tantal (Ta)

Was im Periodensystem an Wirtschaft steckt.





Die besondere Eigenschaft

Tantal ist standhaft: Der Schmelzpunkt von circa 3000 Grad gilt als fünfthöchster Wert aller bekannten Elemente. Die Korrosionsbeständigkeit ist vergleichbar mit Edelmetallen, auch die meisten Säuren können Tantal nichts anhaben.

Wer braucht es?

Wegen seiner Unempfindlichkeit ist Tantal ein idealer Werkstoff in der chemischen, pharmazeutischen und Elektro-Industrie, in der rund 60 Prozent der jährlichen Gesamtproduktion von 1800 bis 2000 Tonnen landen. Es wird auch in der Medizintechnik, etwa für Herzschrittmacher, Hörgeräte und künstliche Gelenke verwendet. Tantal steckt in den winzigen Kondensatoren von Mobiltelefonen, Digitalkameras, Fernsehern, Datenspeichern, Laptops und Spielekonsolen. Ebenso findet man es in Navigationsgeräten, Airbagzündern und der Steuerung von Motoren. In der Glasherstellung sorgen Tantalbeschichtungen für den höheren Brechwert von Kameralinsen. Tantalkarbid (TaC), eine Mischung mit Grafit, kommt als eines der härtesten Materialien überhaupt in Schnittkanten von Fräsmaschinen zum Einsatz.

Wer verkauft es?

Der größte Förderer von Tantal-Erzen ist der niederländisch-amerikanische Konzern AMG (Umsatz 2014: 1,1 Milliarden US-Dollar). Kleinere Minenbetreiber sind das äthiopische Staatsunternehmen Ethiopian Mineral Development Share Co. oder die russische LGOK. Weltmarktführer in der Aufbereitung und Vermarktung von Tantal-Produkten ist das Unternehmen H. C. Starck aus Goslar (Umsatz 2014: 785,9 Millionen Euro).

Wo findet man es?

Die weltweit bedeutendste Förderstätte in einem krisenfreien Gebiet ist Mibra, östlich von Rio de Janeiro in Brasilien. CIF Minerçao S. A., eine AMG-Tochter, fördert dort jährlich circa 20 Prozent des globalen Marktvolumens. Weitere große Vorkommen gibt es in Zentralafrika, kleinere in Äthiopien, Australien, China, Russland, Ägypten und Kanada. Weltweite Reserven: 260.000 Tonnen. Davon entfallen 60.000 Tonnen auf Brasilien.

Der Weltmarkt …

… wird von den Förderern in Brasilien und Zentralafrika bestimmt. Bei den Weiterverarbeitern dominieren vor allem H. C. Starck, das seit mehr als einem Jahrhundert Spezialmetalle herstellt, sowie das chinesische Unternehmen Ningxia OTIC und die australische Global Advanced Metals Ltd., das als einziges Unternehmen Minen und Aufbereitungsanlagen unterhält. Die Weiterverarbeiter bereiten die Erze zu Produkten wie Tantaloxid-Pulver auf. Es wird vakuumverpackt und in Einheiten von 2,5 Kilogramm verkauft. In der Weltwirtschaftskrise 2009 sanken Nachfrage und Preis; Minen in Australien, Kanada und Mosambik wurden geschlossen. In Äthiopien stockt die Förderung häufig wegen Transportproblemen.

Der Preis

Für Tantal gibt es keine offiziellen Preise. Es wird nicht an den Metallbörsen gehandelt, die Preise verhandeln die Anbieter direkt mit den Käufern. Im Jahr 2000 lag er noch bei mehr als 200 Dollar für das Pfund, heute pendelt er um den Wert von 100 Dollar.

Wie geht es weiter?

Immer kleinere mobile Endgeräte und Spielekonsolen mit gleichzeitig zunehmender Funktionalität erhöhen die Nachfrage nach kleinsten, aber leistungsstarken Tantal-Kondensatoren. H. C. Starck wird künftig hauchdünne Kondensatoren sogar drucken. Militär, Fahrzeughersteller und Medizintechnik setzen das Element aufgrund seiner Verlässlichkeit und Leistungsfähigkeit immer häufiger ein. Zudem wird es verstärkt als preiswerter Platinersatz verwendet, wodurch die Nachfrage potenziell steigen dürfte. Ein Konkurrent ist Wolfram. Günstiger im Preis und ähnlich in den Eigenschaften ersetzt es Tantal immer öfter.

Dennoch sollen weitere Tantal-Förderstätten erschlossen werden, etwa in Ägypten. Die australische Gippsland Ltd. liegt dort aber bereits Jahre hinter dem eigenen Entwicklungsplan. In der Summe deutet dies auf weiterhin stabile Preise hin. ---

Legende:
73: Ordnungszahl im Periodensystem
Ta : Elementsymbol, fest (schwarz)
180,95: Relative Atommasse