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Ein Manager in Myanmar

Verdienst, Grundkosten, Altersvorsorge

Tin Min Lwin verdient im Monat umgerechnet 111 Euro. Eine Sozialversicherung gibt es nicht, für die Altersvorsorge ist die Familie zuständig. Offiziell müsste er etwa drei Prozent seines Gehalts als Steuer abführen. Sein Einkommen entspricht in etwa dem eines Lehrers. Miete zahlt er nicht, da er bei seinen Eltern lebt, die eine Einzimmerwohnung besitzen.




Was bedeutet Ihnen Arbeit?

Ich verdiene Geld damit, und die Arbeit macht mich zufrieden.

Was ist das Wichtigste in Ihrem Leben?

Glücklich zu sein und entspannt. Das bin ich auch. Ich mache mir keinen Stress und genieße den Moment.

Was möchten Sie an Ihrem Leben ändern?

Nichts. Ich bin der Manager einer Textilfabrik, und zu Hause leben wir harmonisch.

Was sind Ihre größten Probleme, und wie gehen Sie damit um?

Mir fällt kein wirkliches ein. Als Buddhist nehme ich die Dinge mit Gelassenheit. So halten es die meisten meiner Landsleute.

Was tun Sie, wenn Sie sich etwas Besonderes gönnen wollen?

Ich lese Romane. Oder gehe mit Freunden ein Bier trinken.

Was erwarten Sie von der Zukunft, und was tun Sie dafür?

Ich hoffe, dass ich bald selbst eine Fabrik besitze. Dafür lege ich Geld zur Seite, wenn es geht. Außerdem will ich kommendes Jahr heiraten – eine Freundin habe ich schon. Und dann hoffe ich, dass wir auch ein Kind bekommen.

Was täten Sie, wenn Sie sich ein Jahr lang nicht um Ihren Unterhalt kümmern müssten?

Ich würde auf Reisen gehen, ich habe Myanmar noch nie verlassen. Am liebsten nach England, um mir ein paar Fußballspiele anzusehen – hier kann ich die Spiele nur im Fernsehen verfolgen.

Was hat sich seit der Öffnung des Landes im Jahr 2011 für Sie verändert?

Ich kann endlich frei reden, meine Meinung sagen. Überhaupt verändert sich das politische System zum Besseren, die Regierung versucht zum Beispiel, das Bildungswesen zu reformieren. Es gibt jetzt fast überall Internet. Ein Problem ist der zunehmende Verkehr: Ich brauche mittlerweile doppelt so lang wie vor ein paar Jahren, um zur Arbeit zu kommen.

Im Herbst sollen Wahlen stattfinden. Für wen werden Sie sich entscheiden?

Für die Lady, also die Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Sie könnte als Präsidentin viel bewirken. Sicher würde sie eine Lösung für die religiösen Konflikte in manchen Regionen finden. Sie ist mutig und stark und wäre eine gute Führerin. So wie ihr Vater ein guter Führer war. ---
Myanmar
Einwohner: 51,5 Millionen
Währung: Myanmarischer Kyat, MMK (1301 MMK = 1 Euro)
BIP pro Kopf: 1017 Euro (2014, geschätzt)
Human Development Index: Platz 150 (Deutschland: Platz 6 von 187 Ländern) Aktuelle Durchschnittskosten
1 Kilo Reis: 1,30 Euro
1 Kilo Rindfleisch: 0,90 Euro
1 Ei: 0,12 Euro
1 Kilo Bohnen: 0,30 Euro
1 Papaya: 0,60 Euro
1 Taxifahrt in der Innenstadt von Rangun (20 Min.): 2,50 Euro