Mikroökonomie

Verdienst, Grundkosten, Altersvorsorge

In guten Monaten verdient Felix Amaraz Alonso umgerechnet 470 Euro. Steuern zahlt er keine. Die Familie verfügt weder über eine Kranken- noch über eine Rentenversicherung. Lediglich Alonso hat eine Unfallversicherung, die er kostenlos vom Staat erhält. Sein Grundstück hat im Jahr 1996 rund 2360 Euro gekostet. Heute ist die Gegend deutlich teurer. Noch einmal das Doppelte (4700 Euro) brachte er für sein Haus auf. Gebaut hat er es selbst. Die Stromrechnung schlägt alle zwei Monate mit 20 Euro zu Buche. Wasser kostet drei Euro im Monat. Zwei der Töchter fahren mit dem Bus zur Schule. Dafür muss die Familie drei Euro Fahrgeld pro Tag aufbringen. Die dritte geht im Ort in die Grundschule. Für sie fallen täglich 30 bis 60 Cent für das Schulessen an.




Was bedeutet Ihnen Arbeit?

Meinen Beruf mag ich wirklich gern. Allerdings wäre es schön, wenn er besser bezahlt wäre. Mit knapp 20 Euro am Tag ist der Lohn zu niedrig für die harte Arbeit. So kann ich nichts sparen.

Was ist das Wichtigste in Ihrem Leben?

Neben meiner Familie und meiner Arbeit gibt es nichts, das mir wichtig wäre. Ich arbeite sechs Tage in der Woche. Sonntags kümmere ich mich um das Feuerholz.

Was möchten Sie an Ihrem Leben verändern?

Nichts. Mir geht es gut.

Was sind Ihre größten Probleme, und wie gehen Sie damit um?

Unser größtes Problem ist Geld. Es reicht nicht immer. Medikamente, Nahrungsmittel, das Maismehl – alles wird immer teurer. Wir können nicht alles kaufen, was wir brauchen. Wir hatten bislang beispielsweise kein Badezimmer. Das bekommen wir jetzt von der Regierung. Dank eines Sozialprogramms erhalten wir das Material kostenlos, und ich leiste die Arbeit.

Was tun Sie, wenn Sie sich etwas Besonderes gönnen wollen?

Alle zwei bis drei Wochen fahre ich an einen Badeort am Pazifik. Dann gönne ich mir ein Brathähnchen und ein paar Bier.

Was erwarten Sie von der Zukunft, und was tun Sie dafür?

Meine Zukunft sind meine Kinder. Da kann man nichts planen, aber ich möchte sie aufwachsen und ein gutes Leben führen sehen.

Was würden Sie tun, wenn Sie sich ein Jahr lang nicht um Ihren Unterhalt kümmern müssten?

Ich würde mir ein kleines Geschäft aufbauen, um nicht mehr ganz so hart körperlich arbeiten zu müssen. Doch allein davon kann man hier nicht leben. Die Leute haben nicht so viel Geld.

Was muss sich da ändern?

Ich wünsche mir, dass es weniger Korruption gibt. Denn es gibt viele Hilfsprogramme, auch für uns ärmere Mexikaner. Nur kommt das Geld selten an. ---

Mexiko:


Einwohner: 120 Millionen
Währung: Mexikanischer Peso (MXN) 16,79 MXN = 1 Euro
BIP pro Kopf: 8336 Euro
Human Development Index: Platz 71 (Deutschland: Platz 6 von 187 Ländern)

Aktuelle Durchschnittskosten:

1 Liter Benzin: 0,85 Euro
900 Gramm schwarze Bohnen: 1,06 Euro
1 Kilo Mais-Tortillas: 0,70 Euro
1 Kilo Maismehl: 0,60 Euro
Busfahrkarte für eine Strecke von 20 Kilometern: 1,20 Euro
1,5-Liter-Flasche Wasser: 0,70 Euro