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brand eins 07 /2015 Schwerpunkt Maschinen

Jürgen Althoff, St. Wendel

Wenn „ Industrie 4.0 von Politik und Verbänden gepusht “ und nicht vom Markt hart gefordert wird, dann droht ein Desaster wie bei der analog gepushten Energiewende, von der jeder des Rechnens, der Physik und der Elektrotechnik Kundige weiß, dass sie nicht funktionieren kann – und die auch Industrie 4.0 für Deutschland überflüssig machen könnte. Zum Beispiel weil die für eine digitale Vernetzung unerlässliche hohe Stromqualität ohne Mikro-Unterbrechungen oder Stromausfälle von den erneuerbaren Energiequellen nicht geliefert werden kann. Hinzu kommt, dass uns die von Angela Merkel unterstützte Abkehr von der Nutzung fossiler Rohstoffe zurück ins vorindustrielle Zeitalter führen würde, da bislang circa 85 Prozent der globalen Energieerzeugung und nahezu 90 Prozent aller menschengemachten Gegenstände „alternativlos“ auf der Nutzung fossiler Rohstoffe beruhen. Und wie kann man in einem Land, dessen höchster Wert das Vorsorgeprinzip ist (keine Neuerungen ohne vorherigen Nachweis ihrer absoluten Unschädlichkeit) und wo eine tiefe irrationale Abneigung etwa gegen Gentechnik und Kerntechnik besteht und an dessen Schulen aus Gründen sogenannter Gerechtigkeit eine bewusste Nivellierung überdurchschnittlicher Begabungen betrieben wird, im Ernst erwarten, dass eine Geisteshaltung gefördert wird, wie sie zur Zukunftsgestaltung erforderlich ist?

brand eins 07/2015 Gute Frage: Warum gibt es so wenige Erdgasautos?

Katja Cierpinsky, per E-Mail

Ich bin seit 2004 überzeugte Erdgasfahrerin, habe auch beruflich mit der Erdgasfahrzeug-Beratung zu tun – und stelle mir die Frage auch. Zumal die bei Erdgasfahrzeugen stets vorgebrachten Gegenargumente wie Modellauswahl, Reichweite, Tankstellennetz oder mögliche Mehrkosten in der Anschaffung in der Diskussion um Elektroautos plötzlich kein Gewicht mehr haben, die Auswirkungen hier jedoch viel stärker spürbar sind. Hier werden Reichweiten von 100 oder 150 Kilometern, unausgereifte Lade-Infrastruktur und Mehrkosten von mehreren Tausend Euro als völlig unproblematisch angesehen. Elektromobilität ist und bleibt für Otto Normalverbraucher weiterhin ein Konzept der Zukunft. Erdgas ist dagegen eine Technik, mit der schon heute jeder sparsam und umweltfreundlich unterwegs sein könnte – und auch die Modellauswahl ist inzwischen erfreulich. Bezieht man dann noch ein, dass ein Kilogramm Erdgas etwa 1,5 Liter Benzin oder 1,3 Liter Diesel entspricht, erhöht sich der schon jetzt sichtbare Preisvorteil an der Tankstelle noch einmal.

Facebook-Reaktionen

brand eins 07/2015 Editorial

Selbstständige in ver.di

Klar können Maschinen ein Segen sein – die meisten Solo-Selbstständigen beispielsweise hätten ohne sie gar keinen oder einen radikal anderen Job. Technologien können (und sollen) eben auch Freiräume (im Erwerbsleben) schaffen. Wenn aber die Verteilungsfragen des Digitalisierungsgewinns nicht gelöst werden, schafft das eher Investitionszwang, gesellschaftliche Spaltung, Erwerbslosigkeit und neue Abhängigkeiten.

Para Budda

Die Einnahmen gehören umverteilt an die Arbeitnehmerschaft zur Senkung der zu leistenden Stunden. So würde ein Schuh draus. Hätte aber das Kapital nix von und ist insofern vermutlich naiv, davon nur zu träumen.

brand eins 07/2015 Schichtwechsel

Why we work

Arbeit wird flüssiger und damit auch das Alltagsleben. Die Kontinuität, die der alte Industriebegriff suggeriert, hat sich allmählich überlebt. Für immer weniger Menschen bleibt lebenslang alles, wie es ist – am allerwenigsten bei der Arbeit.

Ronny Paulusch

Das ist Sinn und Zweck von Fortschritt und Modernisierung – dass dies aber nur durch die Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich funktioniert, ist bei einigen leider noch nicht angekommen. Früher brauchte man zehn Bauern, um ein Feld zu mähen, heute macht das ein Mähdrescher. Lässt man die Bauern nun verhungern, hat man das System nicht verstanden.

Guido Ebert

Monotone Tätigkeiten werden von Maschinen gemacht. Für komplexe Abläufe sind nach wie vor Menschen erforderlich. Maschinen müssen aber auch gewartet und repariert und erst mal entwickelt und gebaut werden. Da gibt es anspruchsvolle Jobs.

Michael WF Burmeister

Klasse Thema. Eines, das uns alle seit Beginn der Industrialisierung zu interessieren hätte. Ihr könntet auch mal weitergehen; zum Beispiel mit der Frage, wie gehe ich mit meinem Krisen-Job um?