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leserbriefe@brandeins.de

brand eins 04 /2014 Ruhe, bitte!

Jennifer Hansch, Mainz
Die Vorstellung, dass sich historisch gesehen arbeitsteilige Gesellschaften (und damit die Freistellung von Arbeitskräften für Kultur /Religion / Wissensarbeit) nur durch Technologie und Produktionsüberschüsse entwickeln konnten, halte ich für einen Mythos. Das mag der europäische Weg zu unserer heutigen Gesellschaft sein, er lässt sich sicher aber nicht verallgemeinern. Indirekt leistet diese Sichtweise dem alten Vorurteil Vorschub, materiell wenig entwickelte Gesellschaften seien auch gesellschaftlich oder kulturell wenig entwickelt. Wahrscheinlich haben sie aber einfach einen anderen Weg gewählt und ihre gesellschaftlichen Kapazitäten ohne Umwege zum Beispiel in ein elaboriertes soziales System investiert. Dieses Licht ging mir auf, als ich in Australien indigene Archäologie studiert habe. Das nur als kleine Anmerkung zu Ihrem ansonsten hervorragenden Artikel.


brand eins 04 /2014 Unter Strom

Alfred Meyer-Piening, Schwanewede
Allein für diesen Artikel lohnt sich das Jahresabonnement von brand eins. So klar und ohne Vorurteile ist er geschrieben. Dahinter steckt unglaublich viel Arbeit und vor allem der eiserne Wille, die Dinge nüchtern zu betrachten. Danke dem Team dafür.

brand eins 04 /2014 Eine offene Rechnung

Frank Jordan, Heiden
Tipp an den Autor: Bitte sehen Sie die Versicherungsbedingungen durch, ob Ihre „Premium-Rechtsschutzversicherung“ tatsächlich in einem ähnlichen Fall, wie Sie beschrieben haben, auch tatsächlich in Leistung geht. In den meisten Fällen sind nämlich diese Geschäftsvorfälle ausgeschlossen, und dann könnten Sie sich auch die Versicherungsbeiträge sparen.

brand eins 03 /2014 Der Sichtwechsel

Klaus Martini, per E-Mail
Sicherlich hat Sie schon jemand auf die Ungenauigkeit in dem Artikel hingewiesen. Der dort erwähnten Firma 23andMe ist der Vertrieb ihres Gentests von der FDA untersagt worden (b1-link.de/23andMe_Teststopp).

Facebook-Reaktionen

brand eins 04/2014 Eine offene Rechnung

Gunnar Meyer
Es ist für mich als Fotograf inzwischen Alltag, mehr Zeit damit zu verbringen, meinem Geld hinterherzulaufen, als meine eigentliche Arbeit zu tun. Die Konsequenz kann nur noch sein, mit Vorkasse zu arbeiten. Bettina Eisengrein
Diesen Artikel zu lesen bereitet körperliche Schmerzen. Wie soll unsere Wirtschaft funktionieren, wenn säumige Zahler einfach mal locker alles um Jahre verschleppen, flankiert von der deutschen Gerichtsbarkeit? Man wird doch geradezu eingeladen, einfach nicht zu zahlen. Hartwig Arnold Erich Thomas
Als Schweizer Kleinunternehmer kenne ich das Problem umgekehrt. Während ich in den vergangenen 30 Jahren noch nie eine Rechnung an einen Schweizer Empfänger abschreiben musste, passierte mir das mit deutschen Kunden mehrmals. Außerdem wird das Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland–Schweiz auf eine Art gehandhabt, die in Deutschland getätigte Investitionen gleich dreifach besteuert. Ich habe daraus gelernt, solche Auslandsinvestitionen lieber in Indien zu tätigen.

Was mich an dem Bericht irritiert, ist die falsche Darstellung der Rechtslage durch den Anwalt aus Konstanz. Der erste Schritt, eine Forderung rechtlich durchzusetzen, besteht darin, eine Betreibung gegen den Schuldner zu starten. Dazu braucht er keine formalen Beweise. Es genügt die Behauptung der Berechtigung der Forderung bzw. die Vorlage der Rechnung. Das kostet bei den angeführten Streitbeträgen weniger als 100 Franken und nicht 4000 bis 6000 Euro. Eine Betreibung wird den Schuldner schon sehr stören, denn ein Eintrag im Betreibungsregister bleibt lange sichtbar, selbst wenn sich die Forderung später als gegenstandslos erweist. Erst wenn der Schuldner, in diesem Fall das Schweizer Verlagshaus, die Forderung als unberechtigt zurückweist, ist der Gläubiger verpflichtet, Klage gegen den Schuldner zu erheben. In der Schweiz besteht keine Pflicht, sich vor Gericht von einem Anwalt vertreten zu lassen. Man kann die Kosten also auch in diesem Fall tief halten. Und der beschriebene Fall ist in seiner Beweislage so glasklar, dass es zu bezweifeln ist, dass der Schuldner auf eine Betreibung mit Rechtsvorschlag reagiert hätte.

Dass man mich recht versteht: Ich bin kein Anwalt, sondern Kleinunternehmer. Und die sind sowohl in der Schweiz wie in Deutschland beliebte Prügelknaben. Der Artikel schmeckt mir aber etwas zu sehr nach Switzerland-Bashing.