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Hilton Hotels

Erst stieg die Beteiligungsgesellschaft Blackstone bei Hilton ein und verdreifachte die Schulden der Hotelkette. Wenig später brach die weltweite Finanzkrise über die Firma herein. Das Ende vom Lied? Hilton geht’s großartig.





Hilton hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Der Umsatz wuchs um fünf Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar, während die Branche, gemessen an der Zahl der Übernachtungen weltweit, nur um vier Prozent zulegte. Hiltons Nettogewinn stieg gar um 28 Prozent auf 460 Millionen Dollar. Da hielten andere börsennotierte Konkurrenten wie InterContinental Hotels (24 Prozent Gewinnrückgang), Marriott (9,6 Prozent Gewinnplus) oder Starwood (13 Prozent Plus), die wie Hilton weltweit etliche Hotelmarken betreiben, nicht mit. Das Wachstum kommt nicht von ungefähr. Hilton hat in den vergangenen Jahren massiv investiert, liegt bei der Zahl der Zimmer mit knapp 679 000 mittlerweile auf Platz zwei weltweit hinter InterContinental (687 000) und vor Marriott (676 000).

Noch vor wenigen Jahren sah es für die Herbergskette düster aus. Sie war im Boom-Jahr 2007 für 26 Milliarden Dollar von dem US-Investor Blackstone übernommen worden. Wie in der Branche üblich, finanzierte der Investor den Kauf vor allem mit Krediten, die er Hilton aufbürdete. Die langfristige Verschuldung explodierte von knapp sieben Milliarden Dollar im Jahr 2006 auf das Dreifache, gut 21 Milliarden, im Jahr 2009. Nahezu zeitgleich schickte die Finanzkrise die Weltwirtschaft auf Talfahrt, unterm Strich entstand 2009 im Konzern ein Verlust von 532 Millionen Dollar. Da hatte Blackstone Hilton schon von der Börse genommen. Viele rechneten damit, dass das Private-Equity-Haus die Firma nun zerschlagen würde. Doch bei Hilton lief es anders.

Ein neuer Vorstandschef trimmte die Gruppe auf Effizienz, etwa durch die Zusammenlegung von Backoffices, eine Vereinheitlichung des Buchungssystems und ein preisgekröntes Kundenbindungsprogramm (Hilton HHonors) für alle Marken, von Nobel- bis Mittelklasse. Das Billigsegment wird nicht bedient. Die operativen Kosten als Anteil vom Umsatz sanken von 98 Prozent auf 88 Prozent in 2012. Dass sie 2013 anstiegen, liegt an Sonderausgaben für den Börsengang, den Blackstone 2013 initiierte.

Und Hilton expandiert weiter, niemand hat weltweit mehr Hotelzimmer im Bau oder in Planung. 60 Prozent davon außerhalb der USA. Ein dreistelliger Millionenbetrag fließt jährlich in Renovierung, Neubauten und IT. Ausreichend Bares (net cash provided by operating activities, 2013: 2,1 Milliarden Dollar) steht zur Verfügung, denn es läuft gut: Die Auslastung (Occupancy) beträgt im Schnitt 72,3 Prozent (Branchenschnitt: 62 Prozent), was auch auf das exzellente Kundenbindungs- und Buchungssytem zurückzuführen ist. Die Average Daily Rate (ADR) stieg zuletzt um 3,3 Prozent auf rund 136 Dollar pro Nacht. Im Boom-Jahr 2006 waren es noch knapp 125 Dollar. Für 2014 sieht es wieder gut aus: Der weltweite Reisemarkt soll um vier bis fünf Prozent wachsen, schneller als die Weltwirtschaft.

Bei der Gesundung half auch Blackstones Finanzwissen. So kaufte Hilton 2010 in einer dank Finanzkrise günstigen Situation eigene Schulden mit Abschlägen zurück, zahlte 800 Millionen Dollar für Papiere im Nennwert von zwei Milliarden. Andere wandelte die Firma zu guten Konditionen in nachrangige Aktien. Die Schulden sanken um vier Milliarden Dollar. Heute sind sie im Vergleich zu 2009 fast halbiert. 2013 erlöste Hilton zudem 229 Millionen Dollar aus einer cleveren Umschuldung. Vor allem dieser Zusatzertrag erklärt den hohen Anstieg des Gewinns. Der Investor hat trotz Teilverkauf beim Börsengang weiter Interesse an der guten Entwicklung der Hotelkette. Er zahlte beim Kauf 26 Milliarden Dollar, erzielte beim Börsengang 2013 aber nur eine Bewertung von rund 20 Milliarden. Deswegen hält Blackstone nach wie vor 76 Prozent der Anteile – und tut alles dafür, dass Hilton prosperiert. ---

Die Firma wurde 1919 von Conrad Hilton im US-Bundesstaat Texas gegründet. Zunächst wuchs die Hotelkette in den USA, 1949 begann die Internationalisierung mit dem Caribe Hilton in Puerto Rico. In Deutschland eröffnete das erste Haus 1958. Die Kette galt damals als sehr fortschrittlich, war sie doch weltweit der erste Anbieter, der seinen Gästen Fernseher, Telefone mit externer Direktwahl und Klimaanlagen bot. 2007 erwarb Blackstone die börsennotierte Firma, die schon damals nicht mehr von Mitgliedern der Hilton-Familie geführt wurde. Hilton-Erben gehören aber nach wie vor diverse Hotels, die vom Konzern gemanagt werden. Er beschäftigt 135.000 Mitarbeiter in 91 Ländern weltweit.