DFL Deutsche Fußball Liga: Blick in die Bilanz

Der Grund für die exzellenten Zahlen der Fußball-Bundesliga? Eine kleine GmbH in Frankfurt am Main, die die Liga organisiert, vermarktet – und zur Sparsamkeit anhält.





Ohne die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH liefe in der Bundesliga wenig. Im Auftrag des Ligaverbandes, zu dem sich die Bundesligavereine zusammengeschlossen haben, organisiert sie den Spielbetrieb, übernimmt die Vermarktung der Liga und überwacht die Finanzen der Mitgliedsvereine. Das beflügelt den Umsatz von gut 2,1 Milliarden Euro, den die Clubs zuletzt gemeinschaftlich erwirtschafteten. Denn das Wachstum von 4,4 Prozent resultiert maßgeblich aus dem Verkauf der Fernsehrechte (Mediale Verwertung), die mit gut 28 Prozent die wichtigste Erlösquelle sind – und zentral für alle Clubs von der DFL vermarktet und dann verteilt werden. Einnahmen, um die sich die Clubs selbst kümmern – etwa aus dem Kartenverkauf (Spielertrag) oder der Werbung – legten weniger schnell zu.

Schon in der vergangenen Saison lagen die Einnahmen aus den Medienrechten um rund 13,5 Prozent über dem Vorjahr. Jetzt gilt ein neuer Vierjahresvertrag, mit dem es der DFL gelang, den Preis für die Übertragungsrechte um insgesamt 52 Prozent zu steigern. Der Trick: Ein von der DFL entwickeltes, für die Liga vorteilhaftes Bieterverfahren, das vom Bundeskartellamt genehmigt werden musste. Schließlich ist die Bundesliga eine Art Monopol. Bei den Eintrittspreisen bleiben die Clubs derweil bescheiden – zugunsten ihrer Fans mit geringen Einkommen. Der Dank: Mit knapp 42 000 Besuchern pro Spiel hat die Bundesliga den höchsten Zuschauerschnitt in Europa. Die Engländer machen dank höherer Preise mehr Umsatz und beneiden Clubs wie Dortmund um die Stimmung im Stadion.

Die DFL diszipliniert die Clubs durch die Vergabe von Lizenzen. Wer bestimmte sportliche, ökonomische und organisatorische Kriterien nicht erfüllt, darf nicht antreten. Vor allem geht es um die Finanzlage, denn die Insolvenz eines Clubs würde den Spielbetrieb stören und damit den wirtschaftlichen Erfolg der Liga. Daher prüfen bei der DFL Profis die Jahresabschlüsse, stellen etwa Forderungen an die Eigenkapitalquote, die, wenn sie negativ ist, in Schritten von fünf oder zehn Prozent jährlich angehoben werden muss. Das wirkt: Die durchschnittliche Quote der Clubs stieg in drei Jahren von knapp 36 auf gut 46 Prozent. Im Konzernabschluss, in den nicht nur die Zahlen der Vereine, sondern auch die ihrer Töchter (vor allem Stadiongesellschaften) einfließen, ist sie etwas geringer. Das liegt daran, dass der Bau der Stadien fremdfinanziert wurde. Doch 33,9 Prozent sind immer noch gut. Der Mittelstand kommt im Schnitt auf knapp 28 Prozent.

Dass die DFL auf Sparsamkeit achtet, zeigt sich auch bei den Kosten für „Personal Spielbetrieb“, den Gehältern der Profi-Kicker. Sie liegen mit rund 40 Prozent Anteil an den Gesamtkosten weit unter dem Schnitt der europäischen Erstligen von rund 66 Prozent. Zudem achtet die DFL auf die Nachwuchsarbeit, machte Leistungszentren für jeden Club zur Pflicht. So sind die Ausgaben für die Jugend zwar immer noch ein relativ kleiner Posten, steigen aber stetig auf mittlerweile 79 Millionen Euro jährlich.

Ein Schwachpunkt der Bundesliga: die Profitabilität. Von rund 2,2 Milliarden Euro Umsatz blieben 62,6 Millionen Euro als Gewinn nach Steuern hängen, eine Marge von 2,9 Prozent. Im Mittelstand sind es im Schnitt um die sechs Prozent. Der Grund sind die Spielergehälter, die relativ zu anderen Fußballligen gering, im Vergleich zu durchschnittlichen Gehältern aber hoch sind. 38,9 Prozent des Umsatzes fließen in die Taschen der Kicker. Selbst die für ihre Gier verschrienen Banker des US-Finanzriesen Goldman Sachs kassierten zuletzt nur 37 Prozent. Die Saläre in der Bundesliga zu senken ist indes schwierig. In anderen Ländern Europas sorgen milliardenschwere Investoren, die sich ganze Clubs kaufen, dafür, dass es bei den Gehältern kaum eine Grenze nach oben zu geben scheint. Viele europäische Erstligaclubs arbeiten daher nicht kostendeckend, die Mehrzahl ist überschuldet. Dank der DFL sind hierzulande zwei von drei Clubs profitabel. ---

Mit der Gründung der Bundesliga wurde 1962 der Profifußball in Deutschland eingeführt, wobei die Liga zunächst keine eigenständige Organisation, sondern nur eine Spielklasse unter der Obhut des Deutschen Fußballbundes (DFB) war. Erst 2001 schlossen sich die beteiligten Vereine zum Ligaverband zusammen, gründeten die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH und betrauten sie mit dem Spielbetrieb, der Lizensierung und der Vermarktung. Für die DFL Gruppe mit Sitz in Frankfurt am Main arbeiten rund 180 Mitarbeiter. Unter ihrer Ägide hat sich der Umsatz der Liga mehr als verdoppelt.