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In diesen Zirkeln zählen Geheimnisse noch etwas. Ein Einblick.




Die Bilderberg-Konferenz

Gegründet: 1954 im Hotel de Bilderberg im niederländischenOosterbeek, um die Verständigung zwischen Europa und den USA zu verbessern. Wer mitmachen darf: Europäer und US-Amerikaner mit Einfluss in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.  Bekannte Mitglieder: Dieses Jahr waren unter anderen der FDP-Politiker Christian Lindner, der Siemens-Chef Peter Löscher, Großbritanniens Premier David Cameron und der EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso anwesend. Was dort passiert: Für Verschwörungstheoretiker ist klar: Dort tagt einmal im Jahr die geheime Weltregierung und heckt Dinge wie die Ölkrise und den Irakkrieg aus. Oder soll es etwa ein Zufall sein, dass Angela Merkel, ein paar Monate nachdem sie an der Konferenz teilgenommen hatte, zur Kanzlerin gewählt wurde? Die Fantasie beflügeln wohl die Umstände des Treffens: 120 bis 150 der mächtigsten Menschen schotten sich für drei Tage in einem Luxushotel ab und diskutieren weltweite Trends und Probleme.

In diesem Jahr ging es unter anderem um Big Data und Cyberkrieg. Nach außen dringt nichts. Die Verschwiegenheit soll bewirken, dass frei und offen diskutiert wird. Es gebe keine Ziele und es würden keine Beschlüsse gefasst, heißt es. Immerhin informiert seit ein paar Jahren eine Internetseite über die Teilnehmer und die Themen. Wo das nächste Treffen stattfinden wird, bleibt allerdings geheim. Wer teilnimmt und über was gesprochen wird, bestimmt ein auf vier Jahre gewähltes Führungskomitee, in dem auch der frühere Chef der Deutschen Bank Josef Ackermann und der EADS-Chef Thomas Enders sitzen. 

Die Freimaurer

Gegründet: 1717 in London  Wer mitmachen darf: jeder „freie Mann von gutem Ruf“, den die Logenbrüder für geeignet halten. Frauen dürfen gemischten oder eigenen Frauenlogen beitreten.  Bekannte Mitglieder: Johann Wolfgang von Goethe, Kurt Tucholsky, Gustav Stresemann, Eddie Murphy.   Was dort passiert: Ihren Ursprung haben die Freimaurer in den Zusammenschlüssen von Steinmetzen. Heute betrachten sie sich als ethischer Bund, der durch seine Mitglieder die Gesellschaft bilden und bessern will.

Die propagierten Ideale Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität haben nicht verhindert, dass wilde Spekulationen über die Ziele der Freimaurer entstanden, von der Kontrolle der amerikanischen Regierung bis zur Weltherrschaft.

Stoff dafür liefern auch die Logenbrüder, da sie noch heute bestimmte Symbole wie Winkelmaß und Zirkel verwenden und Rituale zelebrieren, über deren Inhalte sie sich zur Verschwiegenheit verpflichten. Für diese „Tempelarbeit“ kommen die Mitglieder einer Loge regelmäßig in schwarzen Anzügen und Maurerschurz zu Gesprächen und Vorträgen zusammen. 

Weltweit gibt es nach Schätzungen zwischen drei und fünf Millionen Freimaurer, in Deutschland sind etwa 14.000 Mitglieder in 470 Logen organisiert. Die Namen von lebenden Mitgliedern zu verraten ist tabu. 

Der Bundessicherheitsrat

Gegründet: 1955 als Bundesverteidigungsrat  Wer mitmachen darf: Die Kanzlerin und ihr Stellvertreter, die sechs Minister der sicherheitsrelevanten Ressorts, der Chef des Bundeskanzleramts, der Regierungssprecher, der Generalinspekteur der Bundeswehr Bekannte Mitglieder: Sie alle, nur nicht die Person, die immer mal wieder geheime Sitzungsdetails durchsickern lässt.  Was dort passiert: Der Bundessicherheitsrat koordiniert in unregelmäßigen Sitzungen die deutsche Sicherheitspolitik und entscheidet über die Genehmigung von Rüstungsexporten.  

Wann er zusammenkommt, bleibt geheim, ebenso wie die Tagesordnung, das Abstimmungsverhalten und das Protokoll der Treffen. Zu Fragen, für die der Bundessicherheitsrat zuständig ist, darf die Bundesregierung in der Öffentlichkeit keine Stellung nehmen, das Parlament muss nicht informiert werden. Die Abgeordneten und die Bevölkerung können die Entscheidungen im jährlichen Rüstungsexportbericht nachlesen. 

Trotz Geheimhaltung sickern immer wieder Details von umstrittenen Rüstungsdeals durch. Nicht nur deswegen fordern Politiker, umgehend und auf offiziellem Weg über die Entscheidungen des Rates informiert zu werden, zum Beispiel durch ein vertrauliches Kontrollgremium des Bundestages.  

Skull and Bones

Gegründet: 1832 an der Yale University  Wer mitmachen darf: Die 15 vielversprechendsten Studenten des jüngsten Bachelor-Jahrgangs   Bekannte Mitglieder: George W. Bush, John Kerry   Was dort passiert: Geklaute Skelette, Blut aus Totenschädeln und Masturbation im offenen Sarg – um die elitäre Studentenverbindung Skull and Bones ranken sich die verwegensten Mythen. Ob etwas davon tatsächlich Teil des Initiationsritus ist, bleibt offen. Das oberste Gebot der Bonesmen lautet Verschwiegenheit.

Regelmäßig treffen sie sich in einem fensterlosen Gebäude auf dem Yale-Campus, genannt "The Tomb", die Gruft. Einmal im Jahr suchen sich die 15 Mitglieder ihre Nachfolger unter den Studenten aus, die durch akademische Leistungen oder gesellschaftliche Herkunft glänzen. Denn die Verbindung dient vor allem als Karrierenetz. Viele ehemalige Bonesmen haben es in einflussreiche Positionen geschafft, darunter drei US-Präsidenten. 

Rituale sollen die Verbindung untereinander stärken. Dazu gehört angeblich auch die Verpflichtung, den anderen Mitgliedern eigene Schwächen, Vergehen und sexuelle Erfahrungen zu offenbaren.

Das Galleon-Netzwerk

Gegründet: 2005 an der Wall Street  Wer mitmachen durfte: Manager, Unternehmensberater und alle, die Insider- Informationen über mögliche Aktienkursentwicklungen hatten Bekannte Mitglieder: Der Ex-IBM-Manager Robert Moffat und der Ex-Goldman-Sachs-Aufsichtsrat Rajat Gupta   Was dort passierte: 2009 deckten US-Ermittler einen spektakulären Fall von Insider-Handel auf: Der Hedgefonds-Manager Raj Rajaratnam hatte sich über Jahre von befreundeten Mitarbeitern großer Firmen und Unternehmensberatungen wie IBM, Intel und McKinsey vertrauliche Informationen zustecken lassen, die das Zeug hatten, die Aktienkurse zu beeinflussen – um dann entsprechend zu handeln. So kaufte er laut „New York Times“ im Jahr 2008 Goldman-Sachs-Aktien im Millionenwert, nachdem er den Tipp bekommen hatte, ein Investor wolle Milliarden in die Investmentbank stecken. Einen Monat später erzählte sein Informant, dass Goldman Verlust machen werde. Rajaratnam stieß die Aktien ab. So machte er Millionengewinne. 

Nachdem der Informanten-Ring aufgeflogen war, wurde Rajaratnam zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Denn wer Informationen hat, die sich auf den Aktienmarkt auswirken könnten, darf sie weder ausnutzen noch weitergeben, solange sie nicht öffentlich bekannt sind.  

Opus Dei

Gegründet: 1928 in Madrid  Wer mitmachen darf: Jeder Katholik, den die zuständige Prälatur als würdig erachtet Bekannte Mitglieder: Giovanni Trapattoni, der österreichische Bischof Klaus Küng  Was dort passiert: ... ist höchst umstritten. Offiziell ist Opus Dei ("Gottes Werk") eine katholische Gemeinschaft, der etwa 100.000 Laien und Priester angehören. Kritiker und Aussteiger werfen ihr vor, ihre Mitglieder abzuschotten, antidemokratisch zu sein und verdeckten Einfluss auf Politik und Wirtschaft zu nehmen. Opus Dei streitet das ab: Es gehe nur darum, ein gottgefälliges Leben zu führen. Die Statuten seien jedem zugänglich. Erklärtes Ziel ist es, das Evangelium in alle gesellschaftlichen Kreise hineinzutragen. Die Organisation betreibt unter anderem Schulen, Krankenhäuser und Berufsbildungszentren. Im Vatikan hat sie viele leitende Positionen mit ihren Anhängern besetzt. Mitgliederlisten werden nicht öffentlich gemacht. ---