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Spendenportale

Einkaufen und dabei Gutes tun - das versprechen Spendenportale. Sie sammeln Provisionen und finanzieren damit Hilfsorganisationen und Vereine - aber vor allem sich selbst.




- Wer zum Einkaufen im Internet ein Spendenportal besucht und sein Geld bei einem der dort angeschlossenen Händler ausgibt, der kann damit indirekt große Hilfsorganisationen wie Brot für die Welt oder Amnesty International unterstützen, aber auch kleine Vereine oder den Kindergarten nebenan. Denn die Spendenportale erhalten von den Händlern Vermittlerprovisionen, die sie wiederum an gemeinnützige Organisationen weiterreichen. Der Kunde muss nichts zuzahlen.

So weit die Theorie. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) wollte acht dieser Spendenportale genauer untersuchen. Das aber stellte sich als schwierig heraus.

Manche Portale haben mehr als 1000 angeschlossene Händler. Jeder einzelne besteht auf eigenen Konditionen, die sich je nach Spendenportal auch noch unterscheiden können. So verspricht Amazon, das für die größten Umsätze sorgt, dem einen Spendenportal zwei Prozent Provision, einem anderen drei bis sechs Prozent. Bei manchen Händlern gelten Provisionen nur für Neukunden oder ab einem bestimmten Mindestbestellwert oder erst ab 100 Einkäufen im Monat. Von all dem erfährt der Kunde auf den Seiten der Spendenportale häufig nichts.

Zudem behalten die Portale bis zu 30 Prozent der Provision selbst ein, um ihre Kosten zu decken. Auch dies wird in der Regel versteckt oder gar nicht veröffentlicht.

Die Summen, die die Hilfsorganisationen erreichen, sind denn auch gering. So bekam zum Beispiel Greenpeace über das Spendenportal Clicks4charity in den vergangenen vier Jahren gerade mal 1317 Euro. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Amnesty International gingen ganz leer aus.

Für einen Testkauf suchte die Verbraucherzentrale NRW eine Kaffeemaschine der Marke Bosch. Der billigste über ein Spendenportal gelistete Anbieter verlangte für das Gerät 579 Euro und versprach eine Spende zwischen 6,80 und 10 Euro. Der beste Preis bei einem nicht gelisteten Händler lag bei 498 Euro. Der Käufer hätte dort also 81 Euro sparen und selbst spenden können.-

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1. Bildungsspender

Angeschlossene Händler: 1282
Spendenbegünstigt: 3866 Einrichtungen, überwiegend Schulen und Kindergärten
Gesammelte Spenden: 1515895 Euro (seit März 2009)
Verwaltungskosten: 10 Prozent
Anmerkung: Der Kunde kann selbst Einrichtungen vorschlagen

2. Schulengel

Angeschlossene Händler: 1115
Spendenbegünstigt: 4633 Einrichtungen, überwiegend Schulen, Kitas und Sportvereine
Gesammelte Spenden: 916421 Euro (seit 2008)
Verwaltungskosten: 30 Prozent Anmerkung:
Die meisten Spenden in Höhe von 5428 Euro erhielt bislang die Erasmus-Schule in Offenbach

3. Vereinsbüchse

Angeschlossene Händler: 355
Spendenbegünstigt: 193 gemeinnützige Vereine
Gesammelte Spenden: keine Angaben
Verwaltungskosten: keine Angaben
Anmerkung: Kunden müssen sich registrieren und damit rechnen, dass Profile erstellt werden. Der Betreiber verantwortet auch Shopprops

4. Shopprops

Angeschlossene Händler: 364
Spendenbegünstigt: zwölf Hilfsorganisationen wie Brot für die Welt und Misereor
Gesammelte Spenden: keine Angaben
Verwaltungskosten: keine Angaben
Anmerkung: vgl. Vereinsbüchse

5. Heroshopping

Angeschlossene Händler: 105
Spendenbegünstigt: die Organisationen Skate-aid (bekommt 75 Prozent) und Welthungerhilfe (bekommt 25 Prozent)
Gesammelte Spenden: 24547,24 Euro (seit Juni 2011)
Verwaltungskosten: keine
Anmerkung: Einer der Betreiber des Spendenportals und der Hauptbegünstigte (Skate-aid) sind identisch

6. Planethelp

Angeschlossene Händler: 896
Spendenbegünstigt: 97 Organisationen, unter anderen Ärzte ohne Grenzen, Deutsche Aids-Hilfe
Gesammelte Spenden: 41535 Euro (keine Angaben, in welchem Zeitraum)
Verwaltungskosten: 20 bis 49 Prozent

7. Clicks4charity

Angeschlossene Händler: 1800
Spendenbegünstigt: 126 Organisationen, zum Beispiel Amnesty International und BUND
Gesammelte Spenden: keine Angaben
Verwaltungskosten: 20 Prozent
Anmerkung: Es bleibt unklar, wie viel Provision die einzelnen Händler gewähren*.
Die Verbraucherzentrale NRW konnte keinen genauen Wert errechnen

8. Payback

Angeschlossene Händler: alle Händler, bei denen Payback-Punkte gesammelt werden können. Diese kann man spenden
Spendenbegünstigt: 214 regionale, 22 nationale und 151 internationale Hilfsprojekte
Bereits gespendet: mehr als 2,5 Millionen Euro (seit Dezember 2009)
Verwaltungskosten: keine Angaben
Anmerkung: Es wird angezeigt, wie viele Spendenpunkte noch fehlen, um ein Projekt zu verwirklichen. Payback stellt auf Wunsch eine Spendenquittung aus

Stichtag für alle Daten: 17. Januar 2013