Partner von
Partner von

Mikroökonomie

Verdienst, Grundkosten, Altersvorsorge

Leonard Newbill arbeitet jeden Tag, auch sonntags. Er sitzt in seinem kleinen Laden hinter der Verkaufstheke, um ihn herum stapeln sich Schuhe. Er arbeitet zügig und routiniert, Pausen macht er nur, um seine Kunden zu bedienen. Nach Abzug von Materialkosten und Steuern bleiben Newbill rund 1165 Euro monatlich. Der Schuhmacher zahlt 144 Euro in die staatliche Rentenkasse ein, eine Krankenversicherung hat er nicht. Seine Lebensversicherung kostet im Monat 318 Euro, eine Zusatzversicherung weitere 272 Euro. Nach Abzug der Kosten für sein Auto bleiben Newbill rund 272 Dollar pro Monat.




Was bedeutet Ihnen Ihre Arbeit?

Meine Arbeit ist für mich eine Kunst, man muss dabei kreativ sein. Vor allem jedoch ist Schuhmacher ein sicherer Beruf, und das ist gut so. Heutzutage verlieren ständig Leute ihren Job, es ist eine sehr unsichere Zeit. Aber gelaufen wird immer, deswegen werden auch immer Schuhmacher gebraucht.

Was ist das Wichtigste in Ihrem Leben?

Für mich ist es das Wichtigste, meine Tochter gelegentlich zu sehen. Sie hat sehr viel zu tun, ruft mich aber trotzdem jeden Tag an und fragt, wie es mir geht. Außerdem möchte ich gern ein ruhigeres Leben führen - aber in diesem Laden ist das unmöglich, ich arbeite viel zu viel.

Was sind die größten Probleme in Ihrem Leben, und wie gehen Sie damit um?

Ich liebe meinen Job, aber er ist anstrengend, und ich bin ein alter Mann. Seit drei Jahren war ich nicht mehr im Urlaub. Die Arbeit macht mir körperlich sehr zu schaffen, und ich fürchte, krank zu werden. Das Gesundheitssystem in den USA ist nicht gut. Vor Kurzem war ich beim Arzt, aber er hat nichts für mich gemacht, rein gar nichts!

Was tun Sie, wenn Sie sich etwas Besonderes gönnen wollen?

Im Moment heißt es nur Arbeit, Arbeit, Arbeit. Sonst läuft das Geschäft nicht. Aber ich habe kochen gelernt. In drei Jahren will ich mich zurückziehen und ein kleines Restaurant eröffnen. Ohne Arbeit könnte ich nicht leben, ich muss aktiv sein.

Was würden Sie tun, wenn Sie sich ein Jahr lang nicht um Ihren Unterhalt kümmern müssten?

Ich würde reisen, mein erstes Ziel wäre Hawaii. Mein Vater war beim Militär, und als ich klein war, bin ich viel mit ihm durch die USA gereist. Ich war in mindestens 20 Bundesstaaten. Es ist ein wunderbares Land.

Doch der Wirtschaft geht es derzeit schlecht. Macht sich das in Ihrem Geschäft bemerkbar? Und tun Sie etwas dagegen?

Die Krise hat uns im Sommer schwer getroffen, und ich spüre die Folgen bis heute. Aber was ich getan habe, war Folgendes: Ich habe nicht darauf gewartet, dass die Leute wieder zu mir kommen, ich bin zu ihnen gegangen. Wir sind in Stadtteile wie Brooklyn gefahren und haben dort Kunden gesucht. Und ich habe im Radio geworben. Das hat mir viele neue Aufträge eingebracht, und ich habe trotz Krise viel zu tun. ---
Vereinigte Staaten von Amerika:
Einwohner: 313,8 Millionen
Währung US-Dollar (1,29 US-Dollar = 1 Euro)
BIP pro Kopf: 37 792 Euro
Human Development Index: Platz 4 (Deutschland: 9 von 187 Ländern) Aktuelle Durchschnittskosten:
1 Bagel mit Butter: 0,95 Euro
1 Liter Milch: 1,50 Euro
750 Gramm Cornflakes: 4,35 Euro
1 Fahrt mit der U-Bahn: 2,15 Euro
1 Haarschnitt: 19 Euro